Hauterkrankungen

Hautkrebs, heller: Diagnose

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Je früher der helle Hautkrebs entdeckt wird, desto besser ist er behandelbar.
(c) Hemera Technologies

Viele Betroffene erkennen Anzeichen von hellem Hautkrebs (nicht-melanozytärer Hautkrebs) selbst. Der Arzt wird die jeweilige Stelle durch ein Mikroskop betrachten und gegebenenfalls das Gewebe untersuchen.

Je früher Hautkrebs, heller (nicht-melanozytärer Hautkrebs) erkannt wird, desto einfacher ist es, ihn zu behandeln. Der große Vorteil von Hautkrebs gegenüber Krebs innerer Organe besteht darin, dass er mit dem bloßen Auge zu erkennen ist. Deshalb können regelmäßige Selbstuntersuchungen auf Hautveränderungen (ABCD-Hauttest) dabei helfen, den Krebs rechtzeitig zu erkennen, bevor größere Schäden entstanden sind. Vor allem die Bereiche, die häufig dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, wie Gesicht, Dekolletee und die Arme sollten regelmäßig angeschaut werden, aber auch weniger exponierte Körperbereiche wie der Rücken und die Beine sind nicht zu vergessen. In besonderem Maße gilt das für Personen, die sich in Freizeit und/oder Beruf viel im Freien aufhalten oder zum Sonnenbrand neigen, sowie für Patienten mit geschwächtem Immunsystem. Zeigen sich Auffälligkeiten, sollte in jedem Fall ein Hautarzt (Dermatologe) aufgesucht werden. Er kann feststellen, ob es sich tatsächlich um hellen Hautkrebs (nicht-melanozytärer Hautkrebs) handelt oder nicht.

Gesetzliches Screening

Neben der Selbstuntersuchung stellt das gesetzliche Screening die zweite Säule für die Früherkennung von hellem Hautkrebs (nicht-melanozytärer Hautkrebs) dar. In Deutschland können gesetzlich Krankenversicherte ab dem 35. Lebensjahr ihre Haut alle zwei Jahre auf Hautkrebs untersuchen lassen. Die Teilnahme an diesem Früherkennungsscreening zahlt sich offenbar aus, wie Studien belegen. Demnach sind zumindest beim Melanom Tumoren, die vom Hautarzt erkannt werden, öfter in einem frühen Stadium als Tumoren, die die Betroffenen selbst entdecken.

Neben Hautärzten dürfen auch niedergelassene Hausärzte das Hautkrebsscreening durchführen, wenn sie eine spezielle Fortbildung dafür absolviert haben. Das Screening dauert etwa 20 Minuten und umfasst ein ausführliches Gespräch über etwaige Beschwerden und Risikofaktoren, eine gründliche Untersuchung der Haut am gesamten Körper sowie eine anschließende Beratung. Ergibt sich der Verdacht auf Hautkrebs, wird der Patient an den Hautarzt überwiesen, der weitere Untersuchungen durchführt.

Diagnose des Dermatologen

Meist kann der Hautarzt schon mit dem bloßen Auge oder einem Vergrößerungsglas erkennen, ob es sich um einen hellen Hautkrebs (nicht-melanozytärer Hautkrebs) handeln könnte oder nicht. Um sicher zu gehen, muss eine mikroskopische Gewebeuntersuchung stattfinden. In den meisten Fällen werden dafür verdächtige Herde mithilfe einer kleinen Operation in einem Stück entfernt und das Gewebe anschließend feingeweblich (histologisch) auf etwaige Veränderungen begutachtet. Durch dieses Vorgehen wird gewährleistet, dass ein eventueller Tumor tatsächlich vollständig beseitigt wird. Diagnose und Therapien finden somit in einem gemeinsamen Schritt statt. Nur in seltenen Fällen wird der Hautarzt die Entnahme einer Gewebeprobe aus einem verdächtigen Bereich, eine sogenannte Biopsie, empfehlen.

Bestätigt sich die Diagnose nicht-melanozytärer Hautkrebs, schließen sich oft weitere Untersuchungen an, um den Ausbreitungsgrad des Tumors festzustellen. Da Plattenepithelkarzinome der Haut über die Lymphwege in den restlichen Körper streuen können, wird eine Ultraschall (Sonografie) der Lymphknoten durchgeführt. Computertomographie (CT) und/oder Magnetresonanztomographie zeigen an, wie tief sich der Tumor ausgebreitet hat. Besteht der Verdacht, dass Tochtergeschwülste in anderen Organen vorliegen könnten, werden spezielle Untersuchungen wie eine Röntgenuntersuchung des Brustraums oder eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums durchgeführt.

Beurteilung des Krankheitsstadiums

Anhand der Größe und des Ausbreitungsgrads des Tumors wird das Krankheitsstadium beurteilt. Die Stadieneinteilung richtet sich nach der sogenannten TIM-Klassifikation:
T = Tumor, N = Befall von organischenn Lymphknoten (Nodi lymphatici), M = Metastasen (Tochtergeschwülste) in fernen Lymphknoten bzw. anderen Organen.

Das Krankheitsstadium ist in erster Linie beim Plattenepithelkarzinom der Haut für das weitere therapeutische Vorgehen und die Prognose von Bedeutung. Beim Basalzellkarzinom spielt es im klinischen Alltag praktisch keine Rolle, da die T-Klassifizierung zu grob ist und die Kategorien N und M so gut wie nicht vorkommen.

 

TNM-Klassifikation Tumormerkmale
TX Ausgangstumor (Primärtumor) kann nicht beurteilt werden
T0 Kein Anhalt für einen Ausgangstumor (nicht immer kann ein Ausgangstumor festgestellt werden, obwohl zum Beispiel Tochtergeschwülste in anderen Organen vorhanden sind und eindeutig Hautkrebs zugeordnet werden können)
Tis Carcinoma in situ (CIS, "Krebs an Ort und Stelle") – Frühstadium, Tumor wächst ausschließlich in der obersten Haut- oder Schleimhautschicht
T1 Tumor ≤ 2 cm in der größten Ausdehnung
T2 Tumor ≥ 2 cm u. ≤ 5 cm in der größten Ausdehnung
T3 Tumor ≥ 5 cm in der größten Ausdehnung
T4 Tumor hat sich über die Haut hinaus ausgebreitet, z.B. in Knorpel, Skelettmuskel oder Knochen
NX Umliegende Lymphknoten können nicht beurteilt werden
N0 Umliegende Lymphknoten sind nicht befallen
N1 Umliegende Lymphknoten sind befallen
MX Das Vorliegen von Tochtergeschwülsten in anderen Organen (Fernmetastasen) kann nicht beurteilt werden
M0 Keine Fernmetastasen
M1 Fernmetastasen

 

Stadieneinteilung

Stadium Ausgangstumor Lymphknoten Fernmetastasen
Stadium 0 Tis N0 M0
Stadium I T1 N0 M0
Stadium II T2 N0 M0
  T3 N0 M0
Stadium III T4 N0 M0
  Jedes T N1 M0
Stadium IV Jedes T Jedes N M1

 

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 07. August 2012

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