Schutz vor COVID-19

Corona-Impfstoff: Überblick und angepasste Impfstoffe gegen Omikron

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Während der Corona-Pandemie haben Wissenschaft und pharmazeutische Unternehmen weltweit mit Hochdruck an der Entwicklung wirksamer und sicherer COVID-19-Impfstoffe gearbeitet. In der EU sind sechs Corona-Impfstoffe zugelassen, fünf davon werden in Deutschland verimpft. Welche Vakzine sind auch für die Omikron-Variante geeignet?

coronaimpfung
© Getty Images/David Espejo

Artikelinhalte im Überblick:

Corona-Impfungen: Welche Corona-Impfstoffe gibt es?

Angepasste Corona-Impfstoffe gegen die Omikron-Variante

Um die Wirksamkeit gegen die Omikron-Variante zu erhöhen, haben die Hersteller BioNTech und Moderna ihre Impfstoffe angepasst. Bei den Auffrischimpfungen, die ab 12 Jahren eingesetzt werden können, handelt es sich um Adaptionen bereits zugelassener Vakzine.

Die neuen Impfstoffvarianten enthalten sowohl die mRNA der Ursprungsvariante als auch die der Corona-Variante BA.1. Von BioNTech gibt es zudem einen Impfstoff, der an die Typen BA.4 und BA.5 angepasst wurde.

Welche Corona-Impfstoffe gibt es in Deutschland zur Grundimmunisierung?

In der EU sind aktuell sechs COVID-19-Impfstoffe zugelassen, fünf davon kommen derzeit zur Grundimmunisierung in Deutschland zum Einsatz. Dabei handelt es sich um:

  • BioNTech/Pfizer: Der Impfstoff Comirnaty® wurde im Dezember 2020 als erster Corona-Impfstoff zugelassen.

  • Moderna: Das Vakzin des US-Unternehmens wird seit Januar 2021 unter dem Impfstoffnamen Spikevax® in der EU verimpft. Aufgrund seltener Fälle von Herzmuskel- und Herbeutelentzündungen empfiehlt die STIKO eine Impfung erst ab 30 Jahren.

  • Johnson & Johnson: Mit Janssen® erhielt im März 2021 der vierte Corona-Impfstoff grünes Licht in der EU. Der Vektorimpfstoff wird allerdings nur noch für Männer ab 60 Jahren empfohlen.

  • Novavax: Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat im Dezember 2021 die Zulassung von Nuvaxovid® ausgesprochen. Dabei handelt es sich um den ersten Totimpfstoff. Das Vakzin ist für Personen ab zwölf Jahren geeignet.

  • Valneva: Seit Juni 2022 ist auch der Totimpfstoff des österreichischen Unternehmens Valneva in Deutschland zur Grundimmunisierung erhältlich.

  • AstraZeneca: Auch Vaxzevria® gehört zu den Impfstoffen, die in der EU zugelassen sind. In Deutschland wird das Vakzin allerdings nicht mehr verwendet.

Für die Grundimmunisierung werden bei den Corona-Impfstoffen der Firmen Moderna, BioNTech, AstraZeneca, Valneva und Novavax zwei Impfstoffdosen injiziert. Beim Impfstoff von Johnson & Johnson ist hingegen nur eine Impfdosis zur Grundimmunisierung notwendig.

Corona: Impfen bei Kindern

Kindern zwischen fünf und elf Jahren wird eine einmalige Impfdosis mit einem Kinderimpfstoff, vorzugsweise BioNTech, empfohlen. Besteht ein enger Kontakt zu Risikopatient*innen, sind auch zwei Impfdosen möglich. Bei Vorerkrankungen und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf kann nach ärztlicher Absprache eine zweimalige Impfung plus zweimaliger Booster sinnvoll sein.

Für Kinder im Alter von sechs Monaten bis vier Jahren empfiehlt die STIKO nur eine Grundimmunisierung mit einem mRNA-Impfstoff, wenn ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf besteht. Für Kinder ohne Vorerkrankungen wird derzeit keine COVID-19-Impfempfehlung ausgesprochen.

Auffrischungsimpfung gegen COVID-19: Wann und für wen ist eine Booster-Impfung sinnvoll?

Die STIKO empfiehlt allen Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren eine erste Auffrischungsimpfung (Booster) – bevorzugt mit einem an die neue Omikron-Variante angepassten Vakzin.

Eine vierte Impfung (zweiter Booster) mit dem angepassten Impfstoff wird folgenden Personen geraten:

  • Risikopatient*innen
  • Menschen über 60 Jahren
  • Bewohner*innen von Altenheimen und Pflegeeinrichtungen
  • Personal im Gesundheits- und Pflegebereich
Corona: Spätfolgen und Langzeitfolgen von COVID-19

Gelten bestimmte Zulassungsanforderungen für Corona-Impfstoffe?

Für die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie einigen anderen Staaten (zum Beispiel Norwegen) ist die Arzneimittelbehörde EMA (European Medicines Agency) für die Zulassung der COVID-19-Impfstoffe verantwortlich: Sie prüft Daten zur Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit, die von den pharmazeutischen Unternehmen eingereicht werden. Fällt die Bewertung positiv aus, spricht die Behörde eine Empfehlung aus.

In Deutschland ist darüber hinaus das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) für die Sicherheit von Impfstoffen zuständig. Die Behörde prüft und bewertet Zulassungsunterlagen und trägt dazu bei, dass die Vakzine, die hierzulande zum Einsatz kommen, qualitativ hochwertig, wirksam und unbedenklich sind.

Um den Bewertungsprozess zu beschleunigen, haben die Behörden das sogenannte Rolling-Review-Verfahren eingerichtet. Das bedeutet, dass Hersteller einige Kapitel ihres Zulassungsantrages schon einreichen können, während die letzte klinische Studienphase noch läuft. Ziel ist es, schneller über die Anträge zu entscheiden und die Bevölkerung rascher vor schweren Krankheitsverläufen, gerade während einer Pandemie, zu schützen.

Wie unterscheiden sich die verschiedenen Arten von Corona-Impfstoffen?

Die Corona-Impfungen basieren alle auf demselben Prinzip: Dem Immunsystem wird ein Merkmal des Coronavirus präsentiert, woraufhin der Körper Antikörper und Abwehrzellen bildet. Dies führt zu einem Immungedächtnis: Kommt es zu einer erneuten Konfrontation mit dem Erreger, kann das Immunsystem direkt reagieren und bestenfalls eine Erkrankung verhindern.

Die verschiedenen Impfstoffe provozieren die Bildung von Antikörpern auf verschiedene Arten:

  1. Vektorviren-Impfstoffe: Hierzu werden harmlose Viren (virale Vektoren) als Träger genetischer Informationen des SARS-CoV-2-Virus genutzt. Diese werden um das Gen für das Spike-Protein von SARS-CoV-2 ergänzt. Somit dienen die Vektorviren als Gen-Fähre: Sie schleusen den Bauplan für das Spikeprotein in die Körperzellen ein. Zu den Vektorviren-Impfstoffen zählen beispielsweise die zugelassenen Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson sowie der russische Impfstoff Sputnik V.

  2. Impfstoffe mit Virusproteinen: Diese Vakzine setzen auf eine lang bewährte Technologie: Sie enthalten entweder ausgewählte Virusproteine (beispielsweise NVX-CoV2373 von Novavax und Vidprevtyn) oder das ganze Material inaktivierter SARS-CoV-2-Viren. Nach demselben Prinzip funktioniert beispielsweise auch die Grippeimpfung.

  3. mRNA-Impfstoffe: Auf ein ganz neues Konzept setzen die mRNA-Impfstoffe. Die Besonderheit: Statt eines geschwächten Virus oder einzelnen Teilen eines Virus enthalten mRNA-Impfstoffe den Bauplan für das Spike-Protein des Coronavirus. In den Muskel gespritzt, können Körperzellen den Bauplan ablesen und nachbauen, wodurch Antikörper gebildet werden. Bei den Impfstoffen von BioNtech und Moderna handelt es sich um mRNA-basierte Impfstoffe.

  4. DNA-Impfstoffe: Die Impfstoffe wirken ähnlich wie die mRNA-Impfstoffe, enthalten jedoch virale DNA. Mit ZyCoV-D hat Indien einen Vertreter dieser neuen Impfstoffklasse bereits zugelassen.

Wie hoch ist die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe?

Die bisher zugelassenen Vakzine wurden gegen die ursprüngliche Version des Virus von SARS-CoV-2 entwickelt und wiesen gegen die Alpha- und Delta-Variante hohe Wirksamkeiten auf. Die Impfstoffe von BioNTech und Moderna beispielsweise konnten Studienergebnissen zufolge bei Infektionen mit der Delta-Variante in 90 Prozent der Fälle schwere und mit 75-prozentiger Sicherheit symptomatische Erkrankungen verhindern.

Der Schutz vor Infektionen ist nach einer Grundimmunisierung bei der Omikron-Variante allerdings gering und lässt mit der Zeit deutlich nach, was ein Nachjustieren der bisherigen Impfstoffe erfordert. Seit September 2022 stehen adaptierte Impfstoffe zur Auffrischung zur Verfügung, die die Antikörperkonzentration gegen Omikron deutlich erhöhen. Wie stark dies auch die Schutzwirkung verbessert, ist bisher aber noch unklar.

Corona-Impfstoff: Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Die Verträglichkeit und Sicherheit von Schutzimpfungen gegen Corona wird vor der Zulassung intensiv geprüft und der Nutzen überwiegt mögliche Risiken. Dennoch können in seltenen Fällen Komplikationen beim Impfen nicht ausgeschlossen werden. Wie bei anderen Impfstoffen sind vorübergehende Impfreaktionen möglich, etwa:

Diese Symptome klingen in der Regel ein bis zwei Tage nach der Impfung wieder ab.

Daneben kam es in seltenen Fällen nach der Gabe von mRNA-Impfstoffen Fälle zu einer Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündungen. Diese verlaufen meist mild oder moderat, nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen kommt es zu einem schweren Verlauf. Da dies vor allem bei jüngeren Menschen nach der Verimpfung von Spikevax® beobachtet wurde, sollten Personen unter 30 Jahren ausschließlich mit Comirnaty® von BioNTech geimpft werden.

Auf welche Weise werden die Corona-Impfungen verabreicht?

Die meisten Corona-Impfstoffe werden in den Muskel injiziert. Aber es gibt auch Alternativen. Neben der Impfstoff-Art experimentieren einige Hersteller auch mit neuen Applikationsformen.

  • Bei dem in Indien zugelassenen Vakzin Zycov-D handelt es sich nicht nur um den ersten DNA-basierten Impfstoff sondern auch den auch den ersten, der nicht intramuskulär, sondern durch die Haut verabreicht wird. Statt mit einer Nadel wird der Impfstoff mithilfe eines schmalen Flüssigkeitsstrahls und hohem Druck in die Haut gebracht.

  • Das Universitätsklinikum Tübingen arbeitet mit Forschenden des Max-Planck-Instituts an einer Corona-Impfung, die in Form von Nasenspray verabreicht werden soll.

  • Einige Forschungsprojekte, etwa die Universität Würzburg zusammen mit dem Pharmaunternehmen Aeterna Zentaris, arbeiten an oral anwendbaren Impfstoffen.

Zusammenfassung


Überblick: In der EU sind Corona-Impfstoffe der Hersteller BioNTech, Moderna, Johnson & Johnson, Novavax, Valneva und AstraZeneca zugelassen; AstraZeneca kommt in Deutschland aber nicht mehr zum Einsatz

Omikron-Impfstoffe: Mittlerweile stehen angepasste Impfstoffvarianten von BioNTech und Moderna zur Verfügung, die gegen die Omikron-Varianten BA.1 sowie BA.4 und BA.5 wirken

Impfstoffarten: Neben Impfstoffen mit Virusproteinen gibt es auch Vektoviren-, DNA- und mRNA-Impfstoffe

Nebenwirkungen: Vorübergehende Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit oder grippeähnliche Beschwerden; sehr selten Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung

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