Wichtige Funktion auch im Alter

Gebärmutter: Anatomie, Funktion und Entfernung

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Die Gebärmutter (Uterus) ist viel mehr als ein Fortpflanzungsorgan und hat auch im Alter noch wichtige Funktionen. Warum eine Entfernung des Uterus weitreichende Folgen haben kann und welche Probleme neben Zysten und Myomen noch möglich sind.

Gebärmutter Funktion im Alter
Die Gebärmutter übernimmt in jedem Alter wichtige Funktionen.
©iStock.com/Maksym Azovtsev

Die Gebärmutter liegt im Zentrum der Unterleibsorgane der Frau und ist mitverantwortlich für die monatliche Regelblutung. Der Uterus ist nicht nur ein zentrales Fortpflanzungsorgan, sondern übernimmt nach der Menopause auch im Alter noch wichtige Funktionen. Wenn die stark dehnbare, flexible Gebärmutter gesundheitliche Probleme verursacht, kann eine Operation erforderlich sein – manchmal mit unangenehmen Folgen.

Artikelinhalte im Überblick

Die wichtigsten Fakten über Myome

Gebärmutter entfernen: Welche Folgen sind möglich?

Der komplizierte Aufbau des Uterus deutet bereits an, welche komplexen Auswirkungen es haben kann, wenn die Gebärmutter entfernt wird.

  • Beeinträchtigung der Statik im Unterleib: Besonders weitreichende Folgen auf die Statik hat es, wenn auch der Gebärmutterhals entfernt werden muss. Vereinfacht gesagt: Der Beckenboden verliert eine zentrale Stütze und die gesamte Statik der Unterleibsorgane kann ins Wanken geraten. "Wie ein Schlussstein im Kirchengewölbe hält der Gebärmutterhals die Scheide", sagt Gynäkologin Dr. Barbara Ehret.

  • Blasenschwäche und Stuhlprobleme: Die Gebärmutter ist mit der Harnblase verbunden und auch der Darm hat eine Brücke zum Uterus. Wird die Gebärmutter entfernt, kann dies die Nachbarorgane beeinträchtigen und Blasenschwäche sowie Stuhlprobleme zur Folge haben.

  • Vorzeitige Menopause: Wird die Gebärmutter entfernt, verändert sich die Durchblutung der Eierstöcke. Das beeinflusst ihre Hormonproduktion. "Ohne Gebärmutter kommt eine Frau im Schnitt vier Jahre früher in die Menopause", erklärt Ehret.

  • Beeinträchtigung des sexuellen Erlebens: Da der Beckenboden auch sexuelle Nervenbahnen enthält, die bis in den Gebärmutterhals und die Scheide reichen, beeinträchtigt es außerdem stark die sexuelle Erlebnisfähigkeit, wenn die Gebärmutter samt Hals herausgenommen wird. Viele Frauen spüren ohne Uterus buchstäblich weniger. Das belastet besonders Frauen, die vor einer Entfernung der Gebärmutter intensive Lustgefühle hatten.

  • Scheidentrockenheit: Zudem fehlt die Ausschüttung von Sekret aus dem Gebärmutterhals, wenn der Uterus entfernt wurde. Bei sexueller Erregung kommt das Sekret dann nur noch aus den Drüsen der Scheide und des Scheidenvorhofs – das ist oft nicht ausreichend und Gleitgel muss Abhilfe gegen die Trockenheit schaffen.

Die Gebärmutter: Größe, Lage und Anatomie

Die Gebärmutter liegt im Unterleib der Frau zwischen Harnblase und Enddarm. Das zentrale Fortpflanzungsorgan ähnelt in Größe und Form einer Birne und wiegt ungefähr 50 Gramm. Mit zunehmendem Alter und nach mehreren Schwangerschaften kann sich die Gebärmutter auf mehr als das Doppelte vergrößern.

Der Uterus besteht aus drei Schichten: dem Gebärmuttergrund, dem Gebärmutterkörper und dem Gebärmutterhals. Das untere Ende des Gebärmutterhalses ragt in die Vagina hinein und hält das Scheidengewölbe. Innerhalb des Gebärmutterkörpers befindet sich die Gebärmutterhöhle, in die die Eileiter münden. Sie stellen die Verbindung zu den Eierstöcken dar.

Fortpflanzungsorgane der Frau
Schematische Darstellung der Fortpflanzungsorgane der Frau
© iStock.com/FancyTapis, Lifeline

Wie alle Organe im Unterleib ist die Gebärmutter in einem elastischen Bändersystem aufgehängt. Während einer Schwangerschaft kann sich dieses stark ausdehnen und nach der Geburt wieder verkürzen. Am bekanntesten ist das breite große Mutterband, das die Gebärmutter mit den Seitenwänden des Beckens verbindet. Zusätzlichen Halt geben dem Uterus Bänder, die den Gebärmutterhals mit den Beckenwänden verbinden. Sie durchziehen den Beckenboden.

Beckenboden hält die Gebärmutter am richtigen Ort

Der Beckenboden trägt alle Unterleibsorgane. Er gleicht einem dreidimensionalen Zelt aus Muskeln und Bindegewebe, das sich zwischen dem Gebärmutterhals, der Scheide und dem Darmausgang spannt. Die Muskeln der äußeren Schicht umschlingen den After und den Scheideneingang samt Harnröhre; die mittlere Schicht hält Harnröhre und Scheide sowie zwei Schleimdrüsen, die bei sexueller Erregung für Feuchtigkeit sorgen. Die oberste Schicht besteht aus Anusheber und Steißbeinmuskel. Beide tragen die Beckenorgane und halten Gebärmutter, Scheide und Blase.

Welche Funktionen hat die Gebärmutter?

Die Gebärmutter ist in erster Linie ein wichtiges Fortpflanzungsorgan. Die Gebärmutterhöhle ist mit einer dicken Schleimhaut ausgekleidet, in die sich eine Eizelle nach ihrer Befruchtung einnistet. Während des gebährfähigen Alters baut die Gebärmutter mithilfe von Hormonen diese Schleimhaut in jeder ersten Zyklushälfte erneut auf, um den Nährboden für eine möglicherweise befruchtete Eizelle zu bieten. Erfolgt eine Befruchtung, entwickelt sich während der Schwangerschaft im Uterus die Eizelle vom Embryo bis zum Kind heran.

Schematische Darstellung der Entwicklung eines Embryos
Schematische Darstellung der Entwicklung eines Embryos
© iStock.com/TefiM, Lifeline

Ohne Befruchtung stößt der weibliche Körper die Gebärmutterschleimhaut in der zweiten Zyklushälfte wieder ab und scheidet sie bei der Menstruation aus. Dies geschieht unter starken Muskelkontraktionen innerhalb der Gebärmutter, die Frauen oftmals als starke, krampfartige Regelschmerzen wahrnehmen.

Auch nach der Menopause, wenn die Aufgabe des Uterus als Fortpflanzungsorgan versiegt ist, erfüllt die Gebärmutter noch wichtige Funktionen. Als zentrales, hochkomplexes Unterleibsorgan ist die Gebärmutter mit diversen anderen Organen verwoben und damit mitverantwortlich für die gesamte Statik des Unterleibes. Die Gebärmutter hat mit ihren Muskeln und Nerven auch einen Einfluss auf das sexuelle Empfinden einer Frau. Darüber hinaus ist die Gebärmutter für viele Frauen ein Zeichen ihrer Weiblichkeit und hat eine emotionale Bedeutung.

Zyste, Myom, Polyp: Welche Probleme kann die Gebärmutter verursachen?

Die Gebärmutter ist ein hochkomplexes Organ mit zahlreichen Aufgaben. Durch die anatomische Lage sowie die enge Verbindung zum Hormonstoffwechsel von Frauen kann es zu verschiedenen Beeinträchtigungen und Problemen im Uterus und an benachbarten Organen kommen.

  • Endometriose: Bei der Endometriose wächst die Schleimhaut für die befruchtete Eizelle nicht nur innerhalb der Gebärmutter, sondern auch in anderen Geweben heran, meist ist diese Region auf den Genitalbereich beschränkt. Beim zyklusbedingten Abbau der Schleimhaut kann dies zu Schmerzen führen, vor allem im Unterleib und Rücken. Auch Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit sind mögliche Folgen einer Endometriose.

  • Lageveränderungen: Wenn sich die Position der Gebärmutter innerhalb des Unterleibs verändert, kann dies möglicherweise zu Einschränkungen der Fruchtbarkeit führen, da Beweglichkeit und Kontraktilität (die Fähigkeit, sich zusammenzuziehen) des Uterus für die Befruchtung eine wichtige Rolle spielen. Diese Funktionen können etwa beeinträchtigt sein, wenn die Gebärmutter durch eine Lageveränderung gequetscht oder abgeknickt wird.

  • Absenkung der Gebärmutter: Im Alter kann der Beckenboden an Spannkraft verlieren – besonders wenn eine Frau viele Kinder ausgetragen hat. Bei einigen Frauen kommt es dann zu einer Senkung der Gebärmutter, bei der das Organ seinen Halt verliert und Richtung Scheidenausgang rutscht. Risikofaktoren für ein Absinken des Uterus sind neben einem geschwächten Beckenboden auch Übergewicht und chronische Verstopfung. In ausgeprägten Fällen kann die Gebärmutter teilweise oder ganz aus der Scheide ragen. Dann muss der Uterus operativ angehoben und künstlich neu aufgehängt werden.

  • Fehlbildungen: Es gibt unterschiedliche angeborene Fehlbildungen der Gebärmutter. Bei manchen Frauen fehlt die Gebärmutter von Geburt an, andere verfügen über zwei Gabärmutterkörper, die sich einen Gebärmutterhals teilen. Es ist auch möglich, dass eine Frau zusätzlich über zwei Gebärmutterhälse und sogar über zwei Scheiden verfügt.

  • Bösartige Tumoren: Sowohl im Gebärmutterhals als auch im Gebärmutterkörper sind Krebsgeschwulste mögllich. Gebärmutterkrebs (Korpuskarzinom) betrifft häufiger stark übergewichtige Frauen im höheren Alter sowie Frauen mit Bluthochdruck oder Diabetes mellitus. Das Risiko für den selteneren Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) steigt mit einer großen Anzahl an Sexualpartnern und mangelnder Hygiene im Intimbereich. Denn diese Faktoren begünstigen eine Ansteckung mit HPV (Humane Papillomviren), die mitverantwortlich für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs sind.

  • Gutartige Geschwulste: Myome, Zysten und Polypen können im Uterus durch den Einfluss des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen entstehen. Dabei handelt es sich um ein verstärktes Wachstum von Gebärmuttergewebe, das häufig unbemerkt bleibt. Sehr viele Frauen sind betroffen, einige haben durch diese Geschwulste Beschwerden wie starke Regelschmerzen oder verstärkte Blutungen. Bei manchen Frauen bleiben diese Veränderungen im Uterus unbemerkt.

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