Rezeptpflichtiges Medikament

Viagra: Wirkung und Nebenwirkungen des Potenzmittels

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Im Medikament Viagra ist der PDE-5-Hemmer Sildenafil enthalten, der zur Behandlung von Erektionsstörungen eingesetzt wird. Trotz Rezeptpflicht kann man Viagra auch im Internet kaufen. Was dagegen spricht und worauf bei der Einnahme des Potenzmittels zu achten ist.

Älteres Paar beim Kuscheln im Bett
© Getty Images/Solskin

Kurzübersicht: Viagra

Was ist Viagra? Es ist ein verschreibungspflichtiges Medikament zur Behandlung von Erektionsstörungen, das den Wirkstoff Sildenafil enthält.

Wirkung: Die Tabletten hemmen das Enzym Phosphodiesterase 5 (PDE). In der Folge erschlafft die glatte Muskulatur, wodurch sich die Durchblutung im Penis verbessert und eine Erektion möglich ist.

Nebenwirkungen: Häufig beschrieben werden Kopfschmerzen, Schwindel, Hautrötung, Sodbrennen und eine verstopfte Nase.

Gegenanzeigen: Männern mit bestimmten Vorerkrankungen wird von der Anwendung des Potenzmittels abgeraten. Dazu zählen schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Störungen der Leber- und Nierenfunktion.

Artikelinhalte im Überblick:

Was tun bei Erektionsstörungen? Tipps und Hilfen

Was ist Viagra?

Viagra ist ein Medikament zur Behandlung von Erektionsstörungen und Impotenz (erektile Dysfunktion). Bekannt ist die Potenzpille für ihr Aussehen – eine blaue, trapezförmige Tablette. Im Sommer 2013 fiel der Patentschutz für Viagra. Seitdem gibt es zahlreiche Generika, also Medikamente, die ebenfalls den Wirkstoff Sildenafil enthalten. Obwohl sie oftmals günstiger sind als das Original, erhält man sie ebenfalls nur auf ärztliches Rezept.

Probleme mit einer Erektion sind häufiger als gedacht, entsprechend groß ist das Angebot an medikamentösen Behandlungen. In Deutschland sind folgende PDE-5-Hemmer zur Behandlung der erektilen Dysfunktion zugelassen:

  • Avanafil
  • Sildenafil
  • Tadalafil
  • Vardenafil

Viagra auch für Frauen?

2015 kam "Pink Viagra" mit dem Wirkstoff Flibanserin auf den Markt. Dessen Wirkung ist anders als Sildenafil: Bei diesem Arzneimittel wird die Freisetzung der Neurotransmitter Serotonin und Dopamin im Gehirn beeinflusst und soll dadurch luststeigernd wirken. Die Nebenwirkungen des Medikaments sind beträchtlich. Bisher wurde Flibanserin nicht in Deutschland zugelassen, das gilt auch für den Arzneistoff Bremelanotid, der nur in den USA eine Zulassung hat.

Wirkprinzip von Viagra

Die Erektionsmittel hemmen das Enzym Phosphodiesterase 5 (PDE). Dadurch erschlafft die glatte Muskulatur, wodurch vermehrt Blut in die Schwellkörper des Penis einfließen kann. Über den Darm wird der Wirkstoff Sildenafil rasch aufgenommen, empfohlen wird eine Einnahme ungefähr eine Stunde vor erwünschter Wirkung. Eine zweite Dosis darf frühestens nach 24 Stunden genommen werden.

Tabelle: PDE-5-Hemmer im Überblick

Wirkstoff Wirkung Vorteile
Avanafil Mit nur 15 Minuten sehr schneller Wirkeintritt. Die Wirkdauer beträgt rund sechs Stunden. Avanafil hat eine höhere Selektivität für Phosphodiesterase 5 als die anderen Wirkstoffe. Deshalb gilt es als am besten verträglich in seiner Gruppe.
Sildenafil Nach 20 bis 30 Minuten setzt die Wirkung ein, erreicht nach zirka 70 Minuten ihr Maximum. Die Wirkdauer ist bis zu vier Stunden, diese kann durch eine Mahlzeit zur Einnahme jedoch verzögert werden Die Wirksamkeit ist sehr gut untersucht. Sildenafil hat in der Therapie eine hohe Erfolgsquote.
Tadalafil Wirkeintritt nach etwa 45 Minuten. Sehr lange Wirkdauer ermöglicht auch spontanen Sex. Seine Wirkung hält bis zu 48 Stunden an. Auch Tadalafil hat eine hohe Erfolgsquote.
Vardenafil Schnelle Aufnahme über den Darm ins Blut. Das Potenzmittel wirkt am besten, wenn es 25 bis 60 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen wird. Speisen haben keinen Einfluss auf die Wirkung. Das Mittel wirkt 6 bis 8 Stunden lang.

Wie viel kostet Viagra?

Je nach Dosis und Packungsgröße kostet Viagra in Deutschland ungefähr 12-19 Euro pro Filmtablette. Erhältlich sind Packungen mit 4, 8 oder 12 Tabletten. Generika kosten dagegen bis zu 60 Prozent weniger als das Original. Abhängig von Dosierung und Packungsgröße beträgt der Preis einer Tablette der generischen Wirkstoffe ab etwa 3,70 Euro.

In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nicht die Kosten für Viagra und seine Generika. Auch private Kassen bezahlen meistens nicht für das Potenzmittel. Vielmehr müssen Patienten selbst für die Kosten aufkommen.

Viagra rezeptfrei im Internet kaufen?

Viele Männer versuchen, die Potenzpille rezeptfrei im Internet zu bestellen. Allerdings laufen Käufer dabei Gefahr, ein gefälschtes Medikament zu erwerben. Rechtliche Ansprüche haben sie dann keine, denn der Hersteller übernimmt hier keine Garantie. Die Fälschung lässt sich oft nur schwer erkennen und kann gesundheitliche Risiken bedeuten.

Der sichere Weg führt über seriöse Online-Apotheken, bei denen man Viagra gegen Einreichen des Rezepts erhält. Auf diesem Weg kann man das Potenzmittel diskret nachhause liefern lassen.

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Selbsttest
Selbsttest: Habe ich eine Erektionsstörung?

Eine Erektionsstörung beim Mann liegt vor, wenn der Penis nicht ausreichend steif wird. Die Ursachen dafür sind zahlreich und reichen von körperlichen Erkrankungen wie Diabetes mellitus bis hin zu psychischen Problemen, etwa Stress.

Fragen Sie sich, ob Sie an einer Erektionsstörung leiden, kann der Selbsttest eine erste Auskunft geben. Dieser basiert auf dem sogenannten IIEF-Score ("International Index of Erectile Function") und bezieht sich auf die persönlichen Aktivitäten in den letzten vier Monaten. Darunter fällt nicht nur Geschlechtsverkehr, sondern auch – wenn nicht anders angegeben – Selbstbefriedigung.

Bitte beachten: Der Selbsttest kann und will keine ärztliche Diagnose ersetzen. Wer vermutet, eine Erektionsstörung zu haben, sollte sich in einer urologischen Praxis untersuchen lassen. Ärztliche Abklärung ist besonders wichtig, da auch leichte Potenzprobleme auf eine ernsthafte Krankheit hinweisen können.

Mögliche Nebenwirkungen von Sildenafil

Häufige Nebenwirkungen der Tabletten:

Die Nebenwirkungen von Sildenafil halten meist nicht dauerhaft an.

Wann darf Viagra nicht eingenommen werden?

In deutschen Apotheken erhält man Viagra nur auf Rezept. Der*die Arzt*Ärztin muss ausschließen, dass keine Erkrankungen hinter der Potenzstörung stecken. So sind Erektionsstörungen oft die Folge von Gefäßerkrankungen.

Sollte ein Patient unter einer schweren Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden, wird er kein Potenzmittel verschrieben bekommen. Denn jede größere körperliche Anstrengung kann in diesem Fall gefährlich sein.

Krankheiten, bei denen Viagra nicht verschrieben werden sollte:

  • Hypotonie (niedriger Blutdruck)
  • instabile Angina pectoris (Vorstufe des Herzinfarkts)
  • schwere Störung der Leberfunktion (Leberinsuffizienz)
  • ausgeprägte Niereninsuffizienz, die Dialyse erfordert
  • erbliche Netzhautdegeneration (Retinopathia pigmentosa)

Missbildungen des Penis schließen eine Behandlung mit PDE-5-Hemmern nicht grundsätzlich aus. Doch müssen Patienten, die etwa unter einer angeborenen Peniskrümmung oder einer Fibrose (verstärkte Bildung von Bindegewebe) im Bereich der Schwellkörper des Penis leiden, mit den Medikamenten besonders vorsichtig umgehen. Das Gleiche gilt für Männer mit bestimmten Bluterkrankungen wie Leukämie und Sichelzellanämie, denn bei diesen Leiden können potenzsteigernde Präparate eine schmerzhafte Dauererektion (Priapismus) auslösen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Gelegentlich kann die Wirkung eines Medikaments durch die Kombination mit einer anderen Substanz abnehmen oder sich verstärken. Der Mann sollte bei der Anamnese seinem*seiner Arzt*Ärztin daher alle Arzneien aufzählen, die er einnimmt – auch pflanzliche Mittel.

Substanzen, die mit Viagra in Wechselwirkung treten können:

  • Nitrate und Stickstoffmonoxid-Donatoren: Die blutdrucksenkende Wirkung dieser Medikamente verstärkt sich oft, wenn der Patient zugleich Sildenafil erhält. Auch in Kombination mit Alphablockern gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ist Viagra nicht empfehlenswert.

  • CYP3A4-Hemmer: Sie sind zum Beispiel in Antimykotika (Antipilzmittel) enthalten. CYP3A4-Hemmer behindern den Abbau von PDE-5-Hemmern im Blut und verstärken somit oft ihre Wirkung.

  • Bosentan: Das Arzneimittel wird zur Behandlung der pulmonalen Hypertonie eingesetzt. Eine gleichzeitige Anwendung kann den Bosentan-Spiegel im Plasma erhöhen.

  • HIV-Protease-Hemmer: Die zeitgleiche Anwendung von Ritonavir und Saquinavir kann die Plasmakonzentration von Sildenafil deutlich erhöhen.

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