Zwischen Selbstliebe und Unsicherheit

Narzissmus und narzisstische Persönlichkeitsstörung: Symptome und Test

Heutzutage scheint die Welt von Narzissten zu wimmeln. Ein einfacher Test soll sie ganz schnell entlarven. Doch was unterscheidet die "normale" Selbstverliebtheit von ihrer krankhaften Form, der narzisstischen Persönlichkeitsstörung? Was verbirgt sich hinter weiblichem Narzissmus und welche Auswirkungen hat er auf die Partnerschaft?

Schöne Frau blickt selbstverliebt in Spiegel
Narzissmus an sich ist nicht therapiebedürftig. Erst wenn eine narzisstische Persönlichkeitsstörung vorliegt, ist eine psychotherapeutische Behandlung nötig.
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"Wir leben in einer narzisstisch geprägten Welt", schreibt die Psychologin Bärbel Wardetzki in ihrem Buch "Weiblicher Narzissmus". Auch andere Experten sehen die egoistische Selbstverliebtheit als Zeichen unserer Zeit. Vor allem in westlichen Gesellschaften sei der narzisstische Charakterzug verbreitet – und kann neuerdings durch einen Test mit nur einer einzigen Frage entlarvt werden.

Dabei muss man den gesunden Narzissmus abgrenzen von seiner krankhaften Form, der narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Während der Kindheit und Jugend sind narzisstische Züge ganz normal und entwicklungsbedingt. Sie bedeuten nicht, dass solche Kinder eine narzisstische Persönlichkeitsstörung entwickeln werden. Auch erwachsene Narzissten leiden in den meisten Fällen nicht an einer psychischen Krankheit.

Denn die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist selten. Konkrete Zahlen fehlen, doch laut Schätzungen, die je nach Quelle stark variieren, sind 0,3 bis 2,5 Prozent der Bevölkerung betroffen, die meisten davon Männer. Der krankhafte Narzissmus beginnt oft im frühen Erwachsenenstadium und geht meist einher mit folgenden Problemen:

  • Schwierigkeiten in Beziehungen und Partnerschaft
  • Probleme in der Arbeit oder Schule
  • Depression
  • Drogen- oder Alkoholmissbrauch
  • Suizidgedanken oder suizidales Verhalten

Was ist "normaler" Narzissmus?

Narzissmus ist nicht gleichzusetzen mit seiner krankhaften Ausprägung, der narzisstischen Persönlichkeitsstörung.

Narzissten werden gemeinhin folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • Überheblichkeit
  • Egoismus
  • überhöhte Anspruchshaltung
  • unkritische Selbsteinschätzung
  • Gefühle der eigenen Großartigkeit
  • Neid
  • mangelnde Empathie
  • großes Konkurrenz- und Bedrohungsgefühl
  • Kränkbarkeit

Gleichzeitig ist der subklinische (nicht krankhafte) Narzissmus auch mit positiven Eigenschaften belegt wie Kreativität, Ehrgeiz, Sinn für das Besondere und einem hohen Selbstwertgefühl. Narzissten sollen laut Wissenschaftlern der US-Universität Ohio State glücklicher, weniger ängstlich und nicht so anfällig für Depressionen sein.

Damit widersprechen die Forscher allerdings anderen Expertenmeinungen. Der deutsche Psychiater Volker Faust bescheinigt Narzissten vielmehr eine erhöhte Sensibilität für negative Gemütsregungen, Depressivität und Angstbereitschaft.

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Dem zugrunde liege eine starke Selbstunsicherheit, die mit verstärkter Kränkbarkeit einhergehe, jedoch von Betroffenen durch Übersteigerung und Selbstdarstellung über-kompensatorisch bekämpft werde. Wenn dann zwischenmenschlich zu wenig Akzeptanz erfahren werde, könne ein Teufelskreis entstehen: Eine neuerliche Über-Kompensation soll die brüchige Selbstsicherheit stabilisieren. Dies könne bereits einem krankhaften Narzissmus, der narzisstischen Persönlichkeitsstörung, entsprechen.

Natürlich sind auch Menschen ohne narzisstische Persönlichkeitsstörung kränkbar und reagieren dann zornig oder traurig, erklärt Psychotherapeutin Bärbel Wardetzki. Eine Person mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung stellt durch Kränkungen jedoch gleich ihre Selbstliebe und Existenzberechtigung infrage.

Test entlarvt Narzissten

Eigenschaften wie Überheblichkeit, Neid und Konkurrenzdenken sind in unserer Gesellschaft keine Seltenheit. Narzissten (die nicht mit narzisstisch gestörten Menschen gleichzusetzen sind) scheint es viele zu geben. Ein Test mit nur einer Frage zeigt, ob man selbst betroffen ist.

Es kursieren viele Selbsttests zum Thema Narzissmus. Auch Psychologen haben diverse Fragebögen entwickelt, mit der narzisstische Persönlichkeiten ermittelt werden können.

Einer der renommiertesten Tests ist der NPI-40 (NPI steht für Narcissistic Personality Inventory) mit 40 Fragen. Er ist nicht dafür entwickelt worden, die krankhafte Form des Narzissmus festzustellen, sondern dient als Hilfsmittel für psychologische Forschungen, um den subklinischen, also "normalen", Narzissmus zu messen. Ein hohes Testergebnis heißt also nicht, dass man eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat.

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    16 Fragen enthüllen, wie ausgeprägt Ihre narzisstischen Persönlichkeitsmerkmale sind.

Die abgespeckte Version, die ebenfalls gerne von Wissenschaftlern verwendet wird, ist immerhin noch 16 Fragen lang (NPI-16).

Für beide Tests gilt: Wer bei mehr als der Hälfte der Fragen die narzisstische Variante gewählt hat, wird als Narzisst (nicht als gestörter Narzisst!) gewertet. Je höher das Testergebnis, desto stärker ausgeprägt ist die narzisstische Persönlichkeit.

Mittlerweile soll sogar ein Test mit einer einzigen Frage Narzissten identifizieren können. US-Psychologen haben ihn mittels elf voneinander unabhängiger Studien mit insgesamt 2.250 Probanden entwickelt.

Der sogenannte SINS (Single Item Narcissism Scale), erklären die Forscher von der Ohio State University in der Fachzeitschrift PLOS ONE, liefere zwar nicht so verlässliche Ergebnisse wie ausführlichere Tests, eigne sich aber dennoch, wenn aufwändigere Fragebögen nicht möglich seien.

Die einzige Frage des Narzissmus-Tests lautet:

"In welchem Maße stimmen Sie dieser Aussage zu: Ich bin ein Narzisst. (Bitte beachten Sie: Der Begriff 'Narzisst' bedeutet geltungsbedürftig, selbstbezogen und eitel)"

Die Befragten schätzen sich auf einer Skala von 1 bis 7 selbst ein (1 = "trifft gar nicht auf mich zu", 7 = "trifft voll und ganz auf mich zu"). Die Antwort sei gleichzeitig das Ergebnis. Dass diese direkte Frage ausreicht, um Narzissten zu ermitteln, liegt laut den Wissenschaftlern daran, dass Narzissten ihre narzisstischen Wesenszüge nicht als negativ ansehen. Sie legen diese daher bereitwillig offen.

Der Begriff Narzissmus: Wer war Narziss?

Hinter dem Begriff Narzissmus steckt die Sage um einen jungen Mann, der sich in sein eigenes Spiegelbild – unglücklich! – verliebte.

Der Begriff Narzissmus leitet sich von dem Mythos um einen Jüngling namens Narziss (Narcissus) ab, den Ovid in seinen "Metamorphosen" erzählt.

Der gut aussehende Narziss wird sowohl von Männern als auch von Frauen umworben. Er ist allerdings von sich und seinem Aussehen derart überzeugt, dass er niemanden für gut genug befindet. Auch die Nymphe Echo gehört zu den von ihm Verschmähten. Echo ist so gekränkt durch Narziss' beleidigend formulierte Ablehnung, dass sie sich fortan im Wald versteckt und in entlegenen Höhlen haust. Nur als Schall wird sie ab und an vernommen.

Ein weiterer Bewerber geht mit der Kränkung durch Narziss anders um. Er bittet die Götter, Narziss zu verfluchen: "So mag lieben er selbst, so nie das Geliebte besitzen!" Eine Gottheit kommt der Bitte nach. Als Narziss von einer Quelle trinken will, wird er von seinem eigenen Spiegelbild in den Bann gezogen. Von Verlangen gequält versucht er, sein gespiegeltes Antlitz zu berühren, zu küssen – was selbstverständlich nie gelingt. Narziss stirbt vor Kummer über die unerfüllbare Liebe zu seinem Ebenbild. 

Narzissmus als Persönlichkeitsstörung

Nicht jeder, der narzisstische Charakterzüge hat, ist psychisch krank. Psychoanalytiker unterscheiden einen gesunden von einem pathologischen Narzissmus.

Beim krankhaften (pathologischen) Narzissmus ist die nach außen getragene Selbstsicherheit laut Werner Köpp, Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie, nur scheinbar vorhanden. "Stattdessen schwanken die davon Betroffenen zwischen übertriebenem Größenselbst und extremen Gefühlen oder Ängsten, klein und unbedeutend zu sein."

Von den Ängsten der Betroffenen bekommt die Umwelt häufig wenig mit, weil sie mit einer grandiosen Selbstinszenierung übertüncht wird.

Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung messen der Bewunderung durch andere eine immense Bedeutung bei. Wenn die Bewunderung aber ausbleibt, können sie in schwere Krisen geraten: Depressive Zustände bis hin zur Suizidalität können die Folge sein. Solche Krisen sind meist der Anlass, sich professionelle Hilfe zu suchen.

Ursachen von Narzissmus und narzisstischer Persönlichkeitsstörung

Die genauen Ursachen von Narzissmus sowie der narzisstischen Persönlichkeitsstörung sind nicht bekannt, werden jedoch in der Kindheit vermutet.

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Was die Entstehung des "normalen" Narzissmus angeht, konnte eine Studie wichtige Hinweise geben. Kinder, die zum Startzeitpunkt zwischen sieben und elf Jahre alt waren, wurden mit ihren Eltern alle sechs Monate per Fragebogen befragt. Die Wissenschaftler Eddie Brummelmann und seine Kollegen beobachteten über einen Zeitraum von zwei Jahren, dass die Haltung der Eltern die Entwicklung eines narzisstischen Charakters wesentlich mitbestimmt. Narzissmus bei Kindern werde demnach gefördert, wenn Eltern ihre Sprösslinge überbewerteten und glaubten, dass ihre Kinder außergewöhnlicher seien als andere. Die Eltern seien überzeugt, dass ihre Kinder mehr Recht darauf hätten, ihre Ansprüche durchzusetzen als andere.

Der so geförderte Narzissmus habe dabei nichts mit Selbstbewusstsein zu tun. Dieses werde vielmehr durch elterliche Wärme vermittelt: Kinder, denen gegenüber die Eltern ihre Zuneigung und Wertschätzung ausdrücken, seien selbstbewusster, jedoch weniger narzisstisch.

Nach Meinung der Wissenschaftler weise das darauf hin, dass Narzissmus seinen Ursprung in der frühen Erfahrung der Sozialisation habe und daher auch entsprechend vorgebeugt werden könne.

Hinsichtlich der Entstehung der krankhaften Form von Narzissmus, der narzisstischen Persönlichkeitsstörung, könnten laut der US-amerikanischen Mayo Clinic folgende Faktoren eine Rolle spielen:

  • Ungleichgewicht in der Eltern-Kind-Beziehung entweder durch exzessive Verhätschelung oder aber exzessiven Kritizismus
  • Genetik oder Psychobiologie, also die Verbindung zwischen Gehirn, Verhalten und Denken betreffend

Symptome der narzisstischen Persönlichkeitsstörung

Mangelnde Empathie, Fantasien über unbegrenzte Macht, aber auch große Selbstunsicherheit: Die narzisstische Persönlichkeitsstörung äußert sich durch viele verschiedene Anzeichen.

Laut dem US-amerikansichen Psychiaterverband (American Psychiatric Association oder APA) deuten folgende Symptome auf eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hin (mindestens fünf Kriterien müssen erfüllt sein):

Der Betroffene

  • hat ein Größengefühl bezüglich der eigenen Wichtigkeit (übertreibt zum Beispiel Leistungen und Talente, erwartet, als überlegen angesehen zu werden ohne entsprechende Leistungen erbracht zu haben).

  • beschäftigt sich mit Fantasien über unbegrenzten Erfolg, Macht, Brillanz, Schönheit oder ideale Liebe.

  • glaubt, dass er oder sie "besonders" und einzigartig ist und nur verstanden wird von oder verkehren sollte mit anderen besonderen oder hochrangigen Menschen (oder Institutionen).

  • fordert exzessive Bewunderung ein.

  • hat eine Anspruchshaltung, zum Beispiel unbegründete Erwartungen von besonders günstiger Behandlung oder automatischer Erfüllung der eigenen Erwartungen.

  • nutzt andere Personen aus.

  • hat keine Empathie: ist unwillens, Gefühle und Bedürfnisse von anderen zu anzuerkennen oder zu identifizieren.

  • ist oft neidisch auf andere oder glaubt, dass andere neidisch auf sie/ihn sind.

  • zeigt arrogantes, hochmütiges Verhalten oder Einstellungen.

Diese recht griffigen Kriterien, die im sogenannten DSM 4 (DSM steht für Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, einen Kriterienkatalog, der von der APA herausgegeben wird) festgelegt sind, wurden in einer neuen Version (DSM 5) mittlerweile durch weniger klare Kriterien ersetzt. Sie lassen sie etwa so zusammenfassen:

  • Es besteht eine signifikante Beeinträchtigung der Funktionalität der Persönlichkeit bezogen auf die eigene Persönlichkeit (zum Beispiel exzessiver Bezug auf andere, um das Selbstbewusstsein zu regulieren), aber auch bezogen auf die zwischenmenschliche Ebene (oberflächliche Beziehungen oder mangelnde Empathie).

  • Es sind pathologische Charakterzüge vorhanden, zum Beispiel das Gefühl von Grandiosität, Geltungsbedürfnis oder Verlangen nach Aufmerksamkeit.

  • Die oben genannten Beeinträchtigungen sind über die Zeit und Situationen hinweg relativ stabil.

  • Die Beeinträchtigungen sind nicht normativ für das Entwicklungsstadium des Individuums oder seiner sozio-kulturellen Umwelt.

  • Die Beeinträchtigungen gehen nicht auf physiologische Effekte zum Beispiel durch Drogenmissbrauch, Medikation oder medizinische Ursachen (etwa schweres Schädeltrauma) zurück.

Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung wird in den Diagnose-Kriterien der WHO als "sonstige spezifizierte Persönlichkeitsstörung" klassifiziert und fällt damit unter die "schweren Störungen der Persönlichkeit und des Verhaltens." Körperliche Ursachen müssen dabei ausgeschlossen sein.

Im Gegensatz zu den amerikanischen DSM-Kriterien wird die narzisstische Persönlichkeitsstörung in der internationalen Klassifikation von Krankheiten (International Classification of Diseases = ICD), die von der Weltgesundheitsorganisation herausgegeben wird, nicht eigens definiert. Sie fällt unter die "sonstigen spezifizierten Persönlichkeitsstörungen" (Code F60.8), die wiederum mehrere Formen zusammenfasst:

  • exzentrisch
  • haltlos
  • narzissistisch
  • passiv-aggressiv
  • psychoneurotisch
  • unreif

Die "sonstigen spezifizierten Persönlichkeitsstörungen" werden laut der aktuellen ICD-10 folgendermaßen definiert:

"Es handelt sich um schwere Störungen der Persönlichkeit und des Verhaltens der betroffenen Person, die nicht direkt auf eine Hirnschädigung oder -krankheit oder auf eine andere psychiatrische Störung zurückzuführen sind. Sie erfassen verschiedene Persönlichkeitsbereiche und gehen beinahe immer mit persönlichen und sozialen Beeinträchtigungen einher. Persönlichkeitsstörungen treten meist in der Kindheit oder in der Adoleszenz in Erscheinung und bestehen während des Erwachsenenalters weiter."

Um die Diagnose zu stellen, wird der Arzt die Symptome abfragen und eine psychologische, aber auch eine körperliche Untersuchung vornehmen, um physiologische Ursachen auszuschließen.

Therapie: So wird die narzisstische Persönlichkeitsstörung behandelt

Wurde eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, was relativ selten der Fall ist, kann eine Psychotherapie dem Betroffenen helfen.

Personen, die an der narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden, werden vermutlich erst einen Arzt aufsuchen, wenn sie Symptome einer Depression (oft aufgrund von Krisen durch Zurückweisung oder Kritik) entwickelt haben.

Alkohol: Vorsicht mit diesen Medikamenten

Das Mittel der Wahl bei einer Persönlichkeitsstörung ist die Gesprächstherapie. Spezielle Medikamente gegen die narzisstische Persönlichkeitsstörung gibt es nicht. Bei zusätzlicher Depression oder Angstzuständen können Antidepressiva beziehungsweise angstlösende Medikamente (Anxiolytika) sinnvoll sein.

Weiblicher Narzissmus und Partnerschaft

Männer sind zumindest von der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung häufiger betroffen als Frauen. Doch Narzissmus kommt auch bei Frauen vor, scheint hier allerdings eine spezielle Ausprägung anzunehmen und sich anders auf die Partnerschaft auszuwirken.

Laut der Psychologin und Psychotherapeutin Bärbel Wardetzki leiden viele Frauen an typischen narzisstischen Merkmalen. Ein schwaches Selbstwertgefühl versuchen sie über Schlanksein, Attraktivität, Leistung und Perfektionismus auszugleichen. Nach außen geben sie sich selbstbewusst. In der Partnerschaft oder anderen nahen Beziehungen kommen die Minderwertigkeitskomplexe dafür umso stärker zum Vorschein: "Frauen mit einer weiblich-narzisstischen Persönlichkeit (…) haben Angst, nicht geliebt zu werden und klammern sich an den Partner, schrecken jedoch vor dieser Nähe zugleich ängstlich zurück", schreibt Wardetzki in ihrem Buch "Weiblicher Narzissmus". Die eigenen Bedürfnisse werden in der Partnerschaft abgewertet.

Diese Eigenschaften sollten nicht als weibliche Natur abgetan werden, sondern gehen laut Wardetzki auf gesellschaftliche Prägung zurück, die es zu hinterfragen gilt. "Narzisstische Störungen treten nicht nur als individuelle Erscheinungen auf, sondern haben ihr Abbild in unserer Gesellschaft. Wir leben in einer narzisstisch geprägten Welt", meint Wardetzki.

Beitrag zum Thema aus der Community
  • Forum Nerven & Psyche & Neurologie
    Narzissmus ?
    17.07.2012 | 19:20 Uhr

    Hallo weiss nicht ob ich hier richtig bin. Aber ich habe den starken Verdacht, das mein...   mehr...

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