Mykoplasmen: Infektion führt zu ernster Geschlechtskrankheit

Eine Infektion mit Mykoplasmen zählt zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Selten tritt die Erkrankung jedoch als alleinige Infektion auf, sondern immer zusammen mit anderen sexuell übertragbaren Erregern.

Paar im Bett
Bakterien aus der Familie der Mykoplasmen werden unter anderem beim Sex übertragen.
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Zur Familie der Mykoplasmen gehören sehr kleine und einfache Organismen, die sich selbst vermehren. Sie haben statt einer Zellwand nur eine dünne Membran, was sie von den meisten Bakterien unterscheidet. Die Klasse, zu der sie gehören, wird daher Mollicutes genannt, was übersetzt Weichhäuter bedeutet. Sie brauchen einen Wirt wie etwa einen Menschen. Die Mollicutes gibt es schon seit  65 Millionen Jahren.

Mykoplasmeninfektionen zählen zu den sexuell übertragbaren Krankheiten, da die Mollicutes beim Geschlechtsverkehr quasi von einem zum anderen Wirt wandern. Zudem werden Ureaplasma urealyticum, ein Bakterium aus der Familie der Mykoplasmen, zu über 50 Prozent während Schwangerschaft und Geburt auf den Nachwuchs übertragen.

Symptome einer Mykoplasmen-Infektion

Die Symptome einer Mykoplasmen-Infektion sind gering und uncharakteristisch, es kann jedoch im Verlauf der Erkrankung bei Frauen wie auch bei Männern zu verschiedenen Entzündungserscheinungen im Urogenitalbereich kommen. 

Die Beschwerden hängen davon ab, wo die Entzündung sitzt – ob in der Harnröhre oder Scheide, ob an der Prostata oder den Nieren, ob am Eileiter oder den Eierstöcken. Häufig kommt der gesteigerte Harndrang vor sowie Brennen beim Wasserlassen, daneben ein gelblicher Ausfluss und Schmerzen in der Nierengegend.

Zudem stellt eine Infektion mit Mykoplasmen ein Risiko sowohl für eine Schwangerschaft als auch für das Neugeborene dar. Als Folge kann ein zu niedriges Geburtsgewicht auftreten oder es kommt zu einer Frühgeburt. Ebenso oft kommt es zu Atemwegs- und Hirnhautinfektionen des Neugeborenen.

Ursachen: Mensch als Wirt für Bakterien Ureaplasma urealyticum und Mycoplasma hominis

Erreger, die den Menschen befallen, sind die Mycoplasma hominis und Ureaplasma urealyticum für Urogenitalinfektionen sowie Mycoplasma pneumoniae für atypische Lungenentzündungen.

Während Letztere immer eine Erkrankung auslösen, zählen die beiden anderen zu den Kommensalen, dies bedeutet sie leben auf ihrem Wirt, ohne ihn zu schädigen. Nur ab und an lösen sie eine lokale Entzündung aus, dazu zählen:

  •     Entzündung der Harnröhre
  •     Entzündungen der Prostata,
  •     Entzündungen des Nierenbeckens,
  •     Entzündungen der Scheide oder Gebärmutter

Da die Mykosplasmen-Infektion sexuell übertragen wird, ist die sicherste Maßnahme zur Verhütung dieser Geschlechtskrankheit das Verwenden von Kondomen.

Urin gibt Aufschluss über Mykoplasmen-Infektion

Mykoplasmen kommen auch bei gesunden Personen vor, daher müssen sie nicht Krankheitserreger sein. Nachweisbar werden die Mykoplasmen durch Anzüchten auf Nährböden.

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Untersucht wird bei der Frau ihr Urin oder der Abstrich der Scheide, vom Gebärmutterhals, bei Schwangeren auch das Fruchtwasser. Beim Mann wird ebenfalls der Urin überprüft, sein Ejakulat, Prostatasekret oder es wird ein Abstrich aus der Harnröhre angefertigt.

Behandlung mit Antibiotika

Zur Therapie werden Antibiotika verwendet. Weil Mykoplasmen aber – wie zuvor beschrieben – keine Zellwände haben, sind sie gegen Penicillin resistent, es müssen Mittel wie Tetracyclin oder Doxycyclin eingesetzt werden.

Um eine erneute Infektion mit Mykoplasmen zu vermeiden, sollte(n) der/ die Sexualpartner mitbehandelt werden, auch wenn er/ sie keine Beschwerden hat/ haben.

Verlauf der Mykoplasmen-Infektion

Mit einer Antibiotika-Therapie heilt eine Mykoplasmen-Infektion im Normalfall vollständig aus.

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Letzte Aktualisierung:04. Februar 2017

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