
Traubensilberkerze & Mönchspfeffer
Der pflanzliche Weg durch die Wechseljahre
Wechseljahre: Mit pflanzlichen Arzneimitteln gegen Wallungen und Stimmungstiefs - dazu entscheiden sich immer mehr Frauen. Bewährt sind Traubensilberkerze und Mönchspfeffer (Agnus Castus).
Die Risiken einer Hormontherapie lassen Frauen nach Alternativen suchen. Pflanzliche Präparate stehen dabei oben auf der Hilfsliste. Einige der Medikamente haben eine lange Tradition im Einsatz gegen Wechseljahrsbeschwerden. Sie werden daher auch von Ärzten und Beratungsstellen empfohlen. Beispiele: Traubensilberkerze und Keuschlamm (Mönchspfeffer).
Hilfe gegen Hitzewallungen und Brustspannen
Ein anerkannter pflanzlicher Wirkstoff ist die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa), auch indianische Frauenwurzel oder Wanzenkraut genannt. Die Traubensilberkerze ist eine in Nordamerika und Kanada heimische Heilpflanze. Im Juli erscheinen zahlreiche kleine weißliche Blüten, die in langen schmalen Trauben angeordnet sind und nach der Blütezeit eiförmige Früchte ausbilden. Medizinmänner nordamerikanischer Indianerstämme haben die Traubensilberkerze im Laufe der Zeit bei unterschiedlichen Erkrankungen eingesetzt. Wegen ihrer guten Wirkungen bei bestimmten Frauenleiden kam die Traubensilberkerze nach Europa.
Die Traubensilberkerze beeinflusst sowohl den Körper als auch die Psyche positiv. Gerade bei der häufigsten Beschwerde der Wechseljahre, den Hitzewallungen, zeigt sich die Traubensilberkerze als sehr gut wirksam. Aber auch Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche und depressive Verstimmungen werden effektiv gelindert. Zudem verbessert der Wirkstoff der Traubensilberkerze die Schlafqualität und begünstigt den Knochenaufbau. Unerwünschte Wirkungen, wie man sie von Estrogenen kennt, wie z. B. Bluthochdruck, Migräne und ein erhöhtes Brustkrebsrisiko, werden bei Präparaten aus dem Extrakt der Traubensilberkerze nicht beobachtet.
Zu Beginn der Wechseljahre, wenn unregelmäßige oder beschwerdereiche Blutungen Probleme machen, sind pflanzliche Arzneimittel mit Auszügen (Extrakten) aus Keuschlammfrüchten (auch Mönchspfeffer oder Agnus-castus-Früchte genannt) häufig eingesetzte Präparate. Weiterhin bessert Keuschlamm Spannen und Schmerzen in der Brust (Mastodynie) und wirkt bei prämenstruellem Syndrom (PMS). Weitere Mittel gegen Hitzewallungen: Tees aus Thymian oder Salbei.
Gelassen und ausgeschlafen durch die Wechseljahre
Unerklärliche Stimmungstiefs? Dagegen kann auch Johanniskraut helfen. Es ist ein erprobtes Mittel gegen leichte und mittelschwere Depressionen. Vorausgesetzt die Dosierung stimmt: Laut Untersuchungen des Instituts für Pharmazeutische Chemie der Universität in Frankfurt am Main liegt eine wirksame Tagesdosis gegen depressive Verstimmungen zwischen 500 und 800 Milligramm Johanniskraut-Extrakt. Eine Beratung in der Apotheke ist ratsam - Produkte aus dem Supermarkt sind oft zu gering dosiert! Doch Achtung: Johanniskraut kann insbesondere bei hellhäutigen Menschen die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Es ist deshalb ratsam, während der Einnahme auf ausgiebige Sonnenbäder oder den Besuch im Sonnenstudio ganz zu verzichten.
Baldrian pur oder in Kombination mit anderen, beruhigend wirkenden Heilpflanzen wie Hopfen, Passionsblume oder Melisse fördert den Schlaf und lindert Nervosität. Doch gerade bei Baldrian ist auf die Qualität der Mittel zu achten. Am sinnvollsten ist deshalb der Gang zum Arzt oder Apotheker. Hier erhalten Interessierte fachkundige Beratung und Empfehlungen für qualitativ hochwertige Präparate.
Auf Wechselwirkungen achten
Grundsätzlich sollte jede Frau, die bereits andere Medikamente nimmt, vor der Einnahme von pflanzlichen Arzneimitteln mit ihrem Arzt oder Apotheker sprechen. Nur so kann ausgeschlossen werden, dass die verschiedenen Arzneimittel sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken oder abschwächen.










