Ansteckungsgefahr in öffentlichen Bädern

Nagelpilz im Schwimmbad: Tipps zur Vorbeugung

Schwimmbad, Sauna, Freibad, öffentliche Duschen, Fitnesstudios sind ideale Verbreitungsstätten für Haut- und Nagelpilz. Doch mit der richtigen Verhaltensweise kann man die Krankheit in Schach halten und die Verbreitung der Erreger verhindern.

Barfuß im Schwimmbad
Badeschlappen als Schutz vor Nagelpilz sind im Schwimmbad Pflicht. Da diese keinen hundertprozentigen Schutz bieten, sollten die Füße nach dem Bad gut getrocknet werden.
Getty Images/Creatas RF

Das feucht-warme Klima ist eine ideale Umgebung für Pilzerreger aller Art. Durch das Barfußlaufen und die Ansammlung vieler Menschen ist die Ansteckungsgefahr für Nagel- und Fußpilz groß. Sowohl Gesunde, als auch besonders gefährdete  Personen, wie zum Beispiel Sportler, Diabetikerr, ältere Menschen sollten einige Verhaltens- und Hygieneregeln beachten, damit nach dem Bade- oder Wellnessvergnügen kein unerwünschtes Souvenir zurückbleibt. Wer bereits an Nagelpilz erkrankt ist, kann andere schützen – ohne dabei auf Schwimm- oder Freibad-Besuch verzichten zu müssen.

Tipps zur Vorbeugung: Barfußlaufen ist tabu

Die wichtigste Maßnahme im Schwimmbad bleibt: Niemals barfuß laufen. Denn die Ansteckungsgefahr lauert weniger im gechlorten Wasser, sondern außerhalb. Die Pilzsporen können monatelang auf Badematten, Liegematten und Bodenbelägen aller Art überdauern. Das bedeutet für Gesunde und Infizierte gleichermaßen: Auch die Einstiegstreppe ins Schwimmbad, das Sprungbrett und die Schwitzbank in der Sauna sind tabu.

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Es gilt, die Badeschuhe auch in "Barfußzonen" konsequent anzubehalten! Wer aufgrund einer bestehenden Nagelpilz-Infektion seine nackten Füße nicht zeigen mag, kann hier auf Modelle zurückgreifen, die die Nagelzone bedeckt lassen.

Konsequente Nagelpflege und Behandlung bei Nagelpilz

Um die Ansteckungsgefahr von Nagelpilz im Schwimmbad für andere zusätzlich zu verringern, sollten Nagelpilz-Patienten die Nägel kurz halten und zwei- bis dreimal pro Woche eine Anti-Pilzcreme oder -lösung auf das befallene Nagelbett auftragen. Die enthaltenen Antimykotika töten Pilze ab. Besonders gut eignen sich auch Nagellacke, die den Wirkstoff über längere Zeit an den Nagel abgeben. Einige der medizinischen Nagellacke sind zudem wasserresistent und besonders für den Besuch im Schwimmbad geeignet.

Wäsche und Schuhe desinfizieren

Einige weitere Verhaltensregeln: Patienten mit Nagelpilz sollten zum Schutz Nicht-Infizierter eigene Handtücher im Schwimmbad nicht von anderen mitbenutzen lassen. Ratsam ist es auch, ein extra Handtuch für die betroffenen Stellen mitzunehmen, um die Übertragung des Pilzes auf gesunde Nägel zu vermeiden. Werden die benutzten Handtücher nach dem Besuch im Schwimmbad bei mindestens 65 Grad, besser bei 90 Grad gewaschen, werden die Sporen effektiv abgetötet und so ihre Verbreitung unterbunden. Auch die Badeschuhe sollten regelmäßig desinfiziert werden, damit sich die Pilzsporen dort nicht ansammeln können.

Nach dem Bad: Füße trocknen

Bei feuchten, aufgeweichten Nägeln hat es der Nagelpilz leicht, in gesunde Nägel einzudringen. Nach dem Besuch im Schwimmbad ist es deshalb wichtig, für trockene Füße und Hände zu sorgen – vor allem die Flächen zwischen den Zehen und Fingern. Feuchte, aufgeweichte Hautstellen werden am besten mit dem Haarföhn (auf kalt stellen) getrocknet. Wer sich die Hände und Füße einschließlich der Nägel nach dem Schwimmbadbesuch eincremt oder einölt, macht es dem Pilz zusätzlich schwer.

Fußduschen im Schwimmbad lieber meiden

Oft gibt es im Schwimmbad Fußduschen, um die Füße zu desinfizierten. Gegen Pilzsporen richtet eine Fußdesinfektion nichts aus. Im Gegenteil: Gerade der Umkreis der Fußduschen ist besonders pilzverseucht.

Keimen und Pilzsporen sind sehr widerstandsfähig. Um ihre Wirkung auf der Haut zu entfalten, benötigen die Desinfektionslösungen eine Einwirkzeit von mindestens fünf Minuten. Doch die meisten Badegäste halten ihre Füße nur wenige Sekunden unter das Spray.

Bei  der Benutzung werden unweigerlich unzählige infizierte Hautschüppchen weggewaschen. Diese fließen mit der Waschflüssigkeit auf den Boden und die Pilzsporen können in Ruhe darauf warten, bis der nächste Badegast in die Lache steigt oder das Spritzwasser beim Entlanglaufen in seine Badelatschen gelangt. Wer schon an einem Nagelpilz leidet, trägt so nur dazu bei, besonders chemikalienresistente Sporen heranzuzüchten.

Die Desinfektionsmittel zerstören zudem den Säure- und Fettschutzmantel, der Haut und Nägel vor Krankheitserregern wie Sporen von Nagelpilz schützt. Die Reinigungsmittel greifen die Nageloberfläche an, rauen sie auf und "öffnen" den Nagel für einen Pilzbefall. Daher macht man um die Fußdesinfektionsduschen besser eine großen Bogen. Viele Badeanstalten schaffen aus diesen Gründen ihre Antifußpilz-Duschen ab.

Mit Nagelpilz ins Freibad?

Die gleichen Hygieneregeln – Badelatschen tragen, Füße gründlich abtrocknen, Nägel pflegen und eincremen sowie bereits vorhandenen Nagelpilz behandeln – gelten im Prinzip auch für einen Freibadbesuch im Sommer.

Wer bereits einen Fuß- oder Nagelpilz hat, kann auch auf das Freibad ganz verzichten und sich bei sommerlichen Temperaturen lieber in einem abgelegenen See erfrischen, der von nicht so vielen Badegästen bevölkert wird.

Nagelpilz vorbeugen? So gehts!

 

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