Behutsame Pflege

Nagelpilz vermeiden - Tipps zur richtigen Fußpflege

Um Nagelpilz vorzubeugen oder rechtzeitig zu entdecken, sollten Sie Ihre Füße regelmäßig genau untersuchen. Dabei sollten Sie vor allem auf kleinere Verletzungen und Druckstellen Acht geben.

Pflanzliche Hilfe gegen Nagelpilz
Immer gut abtrocknen, Verletzungen vermeiden, Füße cremen und massieren helfen, Nagelpilz vorzubeugen.
Getty Images/iStockphoto

Gesunde, gepflegte Füße sehen nicht nur schön aus, sondern schützen auch vor Nagelpilz und anderen Infektionen. Tun Sie also mit einer Fußpflege zu Hause rechtzeitig etwas gegen Hornhaut, eingewachsene Nägel, Hühneraugen, Warzen und Schwielen. Eine regelmäßige und fachgerechte Fußpflege zu Hause sorgt dafür, dass die Füße intakt bleiben. Dabei sollten Sie vor allem auf kleinere Verletzungen und Druckstellen Acht geben.

Fußpflege zu Hause hilft Nagelpilz zu vermeiden

Mit einer regelmäßigen Fußpflege zu Hause zum Schutz der Füße ist schon viel gewonnen. Neben dem täglichen Waschen oder Duschen empfiehlt sich zur Reinigung und Fußpflege ein- bis zweimal wöchentlich ein Fußbad. Es entspannt die Füße zusätzlich und regt ihre Durchblutung an. Als Zusätze für das Fußbad eignen sich Fußbad-Zusätze aus der Drogerie oder Apotheken oder einfach ein Esslöffel Meersalz.

Nach der Fußreinigung oder dem ausgiebigen Fußbad werden die Füße sorgfältig getrocknet, vor allem Zehenzwischenräumen, um der Entstehung oder Ausbreitung von Nagelpilz keinen Vorschub zu leisten. Wer mag, kann diese Stellen auch trocken föhnen. Verschneiden Sie dann vorsichtig die Nägel, sodass ein kleiner weißer Rand bestehen bleibt.

Hornhaut richtig entfernen

Hornhaut hat die Funktion, das darunter liegende Fußgewebe zu schützen. Wird die Schicht jedoch zu dick, kann sie Schmerzen verursachen, vor allem wenn sie einreißt und sich entzündet. Deshalb sollte man sie nicht übermäßig wachsen lassen. Zur Hornhautentfernung gibt es zahlreiche Werkzeuge - für dickere Schichten Hornhautraspel oder –hobel. Deren Handhabung sollte man jedoch üben, damit bei zu tiefen Raspeln nicht zu Verletzungen kommt. Bimssteine, Fußfeilen und Diamant-Schwämme eignen sich bei dünnen Hornhautschichten.

Bei der Auswahl der Fußpflege-Werkzeuge sollte darauf geachtet werden, dass sie sich gut reinigen lassen.  Denn anhaftende Seifenreste, Hautpartikel sind unhygienisch, bilden einen Nährboden für Bakterien, außerdem werden so Erreger von Nagelpilz und Fußpilz  verschleppt.

Fußpflegemittel: Eincremen hilft Nagelpilz vorzubeugen

Eincremen macht die Füße danach glatt und geschmeidig und sorgt dafür, dass sich keine Risse bilden, die Nagelpilzerregern und Bakterien als Eintrittspforte dienen.  Dafür gibt es spezielle Fußpflegemittel wie Pflegebalsame und -cremes. Sie enthalten meist einen hohen Anteil feuchtigkeitsbindender Zusätze wie zum Beispiel Harnstoff (Urea). Auch eine – meist preiswertere – Körpercreme ist als Fußpflegemittel geeignet, vorausgesetzt, sie lässt sich gut verteilen und zieht schnell ein. Bei Rissen (Rhagaden) können zusätzlich Salben mit Harnstoff oder Wundsalben aufgebracht werden.

Gesunde und durchblutete Füße durch Fußgymnastik und Fußmassage

Eine wahre Wohltat ist es, wenn das Eincremen mit einer Fußmassage kombiniert wird – beginnend mit den Zehen über die Fußsohle und den Fußrücken. Auch die Zehennägel sollten mit der Massagecreme bedacht werden – denn wenn diese Stellen geschmeidig und gut durchblutetet sind, sind sie widerstandsfähiger gegen Erreger von Nagelpilz. Vorsicht geboten ist bei diversen Hilfsmitteln, die zur Fußmassage erhältlich sind. So dürfen zum Beispiel Massageroller aus Holz oder Metall niemals kreuzweise über die Fußunterseite gerollt werden. Auch elektrische Massagehilfsmittel sind nur bedingt einsetzbar. Bei Venenleiden und Nervenentzündungen dürfen sie nicht zum Einsatz kommen.

Fußgymnastik beugt Fuß- und Nagelpilz vor

Ebenso kann regelmäßige Fußgymnastik Fuß- und Nagelpilz vorbeugen. Sie ist gut für das allgemeine Wohlbefinden und sorgt für kräftige, gut durchblutete und bewegliche Füße.

Wann immer es sich anbietet – vor allem natürlich im Sommer – sollte das Barfußlaufen auf möglichst verschiedenen Untergründen bevorzugt werden. Zusätzlich lässt sich bereits mit einfachen Übungen die Kraft und Beweglichkeit der Füße erhöhen. Und so können Sie zum Beispiel mit Bewegung und Fußgymnastik Fuß- und Nagelpilz vorbeugen:

  • wechselseitiges Gehen auf den Fußspitzen und den Fersen,
  • versuchen, die Zehen wie einen Fächer zu spreizen,
  • verschiedene Gegenstände vom Boden mit den Füßen aufheben.

Fußreflexzonenmassage

Fußreflexzonenmassagen sind sehr beliebt. Sie beruhen darauf, dass sich auf den Fußsohlen Areale ("Reflexzonen") befinden, die mit Organen des Körpers in Verbindung stehen. Werden diese Stellen massiert, kann die Funktion dieser Organe positiv beeinflusst werden. Fußexperten raten jedoch dazu, mit dieser Art von Massage vorsichtig umzugehen. Sie sollte nur von Fachpersonal durchgeführt werden, denn bei falscher oder zu intensiver Behandlung kann sie eher Schaden anrichten, statt zu helfen.

Mit Nagelpilz ins Nagelstudio?

Wer an Nagelpilz leidet, sollte auf die Nagelpflege und das Anbringen künstlicher Fingernägel in einem Nagelstudio verzichten. Gel-Nägel und kosmetische Nagellacke können die geschädigten Nagelplatten zusätzlich belasten. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass sich andere mit den Pilzerregern anstecken, vor allem, wenn Hygienemaßnahmen nicht konsequent eingehalten werden.

Manchmal reicht die Fußpflege zu Hause nicht aus

Wer häufig unter Fußproblemen leidet oder zu einer Risikogruppe gehört wie beispielsweise Diabetiker, bei denen Fußverletzungen und Infektionen schlimme Folgen haben können, sollte die fachliche Hilfe eines medizinischen Fußpflegers, eines Podologen, in Anspruch nehmen. Dieser ist (im Unterschied zum kosmetischen Fußpfleger!) durch eine spezielle Ausbildung befähigt, Krankheiten am Fuß, zum Beispiel Pilzerkrankungen, zu erkennen und diesen durch bestimmte vorbeugende Maßnahmen entgegenzuwirken. Er behandelt eingewachsene Nägel, Hornhaut und Risse (Rhagaden) fachgerecht und ist befugt, Hühneraugen oder Warzen zu entfernen. Darüber hinaus wird der/die medizinische Fußpfleger/in Ihnen eine Anleitung für die sachgerechte Fußpflege zu Hause geben.

Zusammengefasst: Tipps für die richtige Fußpflege gegen Nagelpilz

  • Fußpflege sollte immer schonend erfolgen, um kleinste Verletzungen zu vermeiden. Für das Schneiden der Nägel sind am besten abgerundete Nagelscheren und -feilen geeignet. Zur Entfernung der Hornhaut an den Füßen bietet sich Naturbimsstein an.
  • Alle Pflegewerkzeuge wie  Scheren, Raspel oder Feilen sollten nach Gebrauch gereinigt und gegebenenfalls desinfiziert werden. Einmalfeilen eignen sich für die Nagelpflege zu Hause, vor allem dann, wenn ein Familienmitglied von Nagelpilz befallen ist.
  • Fußbäder sollten einen Zeitraum von fünf Minuten und die Temperatur von 37 Grad Celsius nicht überschreiten. Nach längerem Baden kann die Haut beim Trocknen Risse bekommen. Wichtig ist das sorgfältige Abtrocknen der Füße, auch in den Zehenzwischenräumen, um Fußpilz und Nagelpilz vorzubeugen.
  • Zum Eincremen eignen sich Feuchtigkeitscremes ohne Duftstoffe und Alkohol. Bei sehr trockener Haut sollte auf spezielle Cremes und Pflegeschäume mit einem Harnstoffanteil von 5 bis zehn Prozent zurückgegriffen werden.
  • Fußgymnastik, Fußmassagen und Kneipp-Bäder fördern die Durchblutung der Füße, kräftigen sie und halten sie gesund.
  • Professionelle medizinische Fußpflege: Bei herabgesetzter Schmerzempfindung und Hornhautverdickung an den Füßen ist die Behandlung durch einen spezialisierten Fußpfleger sinnvoll. Auch wer die Fußkontrolle- und pflege nicht allein durchführen kann, sollte sich nicht davor scheuen, die Hilfe eines Angehörigen oder einer professionellen medizinischen Fußpflege in Anspruch zu nehmen.
Nagelpilz vorbeugen? So gehts!

 

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