Bewegung hilft

Müdigkeitserscheinungen bei Bestrahlungstherapie

Müdigkeitserscheinungen bei Bestrahlungstherapie
Leichte Spaziergänge können Müdigkeitserscheinungen nach einer Strahlentherapie verbessern.
(c) Janie Airey

Leichte Bewegung kann Patienten mit Prostatakrebs während einer Bestrahlungstherapie vor überhand nehmender Müdigkeitserscheinungen bewahren. Die täglichen Aktivitäten sollten trotz der psychischen und physischen Belastungen nicht zu sehr eingeschränkt werden.

Üblicherweise rät man Krebspatienten während der Bestrahlungstherapie, den Alltag langsamer anzugehen, da es häufig zu Müdigkeitserscheinungen (Fatigue) kommt. Doch eine Studie aus Großbritannien unter der Leitung von Dr. Phyllis M. Windsor hat nachgewiesen, dass dieser Rat kontraproduktiv sein kann und eine die Therapie begleitende Fatigue noch verstärkt. Lange Ruheperioden führen zu Muskelabbau und erschweren selbst die einfachen Routineaufgaben des Alltags. Leichte Übungen wie Spazierengehen hingegen halten die Muskeln in Bewegung, sodass die täglichen Verrichtungen leichter von der Hand gehen. Durch die Aktivität können zudem auch depressive Verstimmungen verhindert werden, welche die Wahrnehmung von Müdigkeitserscheinungen noch verstärken.

In der Studie wurden 66 Prostatakrebs-Patienten in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe ging dreimal pro Woche für 30 Minuten in gemäßigtem Tempo spazieren. Die Patienten der Kontrollgruppe wurden zwar nicht angehalten, ihre täglichen Aktivitäten zu vernachlässigen, bei Müdigkeitserscheinungen riet man ihnen jedoch, sich auszuruhen. Nach vier Wochen Bestrahlungstherapie waren die Müdigkeitserscheinungen in dieser Gruppe wesentlich stärker als vor der Behandlung. Selbst einen Monat nach Therapieende wiesen sie noch Zeichen der Erschöpfung auf. Im Gegensatz dazu ließ sich bei den Probanden der anderen Gruppe keine Erhöhung der Müdigkeitserscheinungen beobachten.

Windsor geht davon aus, dass die Studienergebnisse auch für Patienten mit anderen Krebserkrankungen relevant sein könnten und plant daher weitere Untersuchungen. Die Ergebnisse wurden in der Augustausgabe des Magazins "Cancer" veröffentlicht.

Autor: Springer Medizin / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 08. August 2008
Quellen: Nach Informationen von PubMed und MedlinePlus

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