Ein neuer Taktgeber für das Herz

So funktioniert ein Herzschrittmacher

Implantation eines Schrittmachers ist keine komplizierte Operation

Sie sind kaum größer als eine Streichholzschachtel und haben doch eine lebenswichtige Aufgabe zu erfüllen: Herzschrittmacher (Pacemaker) helfen zu langsam oder unregelmäßig schlagenden Herzen, den Herzschlag zu stabilisieren.

Herz Schema
Das menschliche Herz entspricht im technischen Sinn einer Pumpe, die pro Minute in Ruhe etwa 70 Mal schlägt und dabei die gesamte Blutmenge des Körpers einmal durch den Kreislauf pumpt.
© panthermedia.net / Sebastian Kaulitzki

So perfekt der Herzmuskel auch arbeitet: Wenn alle Sicherungssysteme für die Herzarbeit versagen, ist manchmal nur ein Herzschrittmacher lebensrettend. Zu einer Herzschrittmacherimplantation gehört jedoch immer auch die entsprechende Information und Therapie des Patienten.

Das menschliche Herz entspricht im technischen Sinn einer Pumpe, die pro Minute in Ruhe etwa 70 Mal schlägt und dabei die gesamte Blutmenge des Körpers (zirka fünf Liter bei einem 70-Kilo-Mann) einmal durch den Kreislauf pumpt. Es besteht überwiegend aus Muskelgewebe, das sich in regelmäßigen Intervallen zusammenzieht (kontrahiert). Dabei wird das Blut in den beiden getrennt arbeitenden Herzhälften jeweils vom Vorhof in die Kammer und dann in den anschließenden Kreislauf gepumpt. Funktioniert das nicht mehr selbstständig in ausreichendem Maß, kann ein Herzschrittmacher helfen

  • zu herzberatung.de

    Wie entstehen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, welche Therapien gibt es und wie können Sie vorbeugen? Informieren Sie sich gezielt und umfassend auf dem Portal herzberatung.de

Jede Herzkontraktion wird durch einen elektrischen Impuls ausgelöst, der von dem natürlichen Impulsgeber (Schrittmacher) des Herzens, dem Sinusknoten, erzeugt wird. Dieser befindet sich in der Wand des rechten Vorhofs und erhöht bei Bedarf (körperliche Aktivität, psychischer Stress) seine Frequenz und damit die Herzschlagzahl bis zu einer maximalen Frequenz von circa 200 Schlägen pro Minute. Der vom Sinusknoten erzeugte Impuls breitet sich über bestimmte Reizleitungsbahnen nach einem festgelegten Schema über das Herz aus – und zwar zunächst über die beiden Vorhöfe, die sich dann zusammenziehen und das Blut in die beiden Kammern pumpen. Anschließend wird der Impuls im so genannten AV-Knoten, einer Zellgruppe, die im Grenzbereich zwischen Vorhöfen und Herzkammern liegt, etwas verzögert und auf die Kammern übertragen. Der Herzmuskel kontrahiert sich daraufhin: Das Blut der rechten Kammer wird in den Lungenkreislauf, das der linken Herzkammer in den großen Körperkreislauf gepumpt.

Welche  Herzrhythmusstörung mit Schrittmachern behandelt werden

Dieses so genannte Reiz-Leitungssystem ist in bestimmten Situationen störanfällig: Es kann zu  einer Herzrhythmusstörung kommen, die je nach Ausprägung lebensbedrohlich wird. Während einige dieser Störungen gut auf Medikamente ansprechen, lassen sich andere Herzrhythmusstörungen gut mit einem so genannten Herzschrittmacher behandeln. Folgende Störungen werden oft gefunden:

  • höhergradige Störung der Reizüberleitung von den Herzvorhöfen zu den Kammern (so genannter AV-Block II. oder III. Grades),
  • Störung der Reizbildung im Herzen (sogenannter kranker Sinusknoten),
  • unregelmäßige, langsame Herzschlagfolge (sogenannte Bradyarrhythmia absoluta).
Die größten Risikofaktoren für Herzinfarkt

Wenn der Herzschrittmacher den Rhythmus vorgibt

Schon früh haben Forscher sich mit den elektrischen Phänomenen im Zusammenhang mit der Herzaktion beschäftigt und diese Erkenntnisse therapeutisch zu nutzen versucht. Aber erst Anfang der 60er Jahre dieses Jahrhunderts waren diese Bemühungen erfolgreich und konnten im Sinne von Schrittmachersystemen routinemäßig genutzt werden. Bei derartigen Herzschrittmacher handelt es sich um einen innerhalb (implantiert) oder außerhalb des Körpers zu tragenden Impulsgenerator.

Je nach Anforderung kann er das Herz durch elektrische Impulse zum regelmäßigen Schlagen in einer bestimmten Schlagzahl pro Minute (Frequenz) anregen oder Rhythmusstörungen unterdrücken. Seine Signale werden über dünne Kabel (Schrittmachersonde) direkt auf den Herzmuskel übertragen.

Grundsätzlich unterscheidet man drei Indikationen für die Anlage eines Herzschrittmachers:

  • Langsame Herzrhythmusstörung
    Hier werden so genannte antibradykarde Herzschrittmacher (Schrittmacher im engeren Sinne) eingesetzt: Der Herzmuskel wird zu vermehrtem Schlagen angeregt.

  • Schnelle, bösartige Herzrhythmusstörung
    wie zum Beispiel Kammerflimmern, werden durch so genannte antitachykarde Schrittmacher („automatische implantierbare Cardioverter-Defibrillatoren“) therapiert; es wird nur eine festgelegte Zahl von Impulsen weitergeleitet. Überschreitet dioe Herzfrequenz eine bestimmt Schlagzahl löst der implantierte Defibrillator einen oder auch mehrer schwache Stromschläge aus, die das Herz kurzzeitig zum Stillstand bringen, damit es im Anschluss wieder von selbst in einem langsameren Tempo zu schlagen beginnt.

  • Bei vorübergehenden Rhythmusstörungen werden tragbare Schrittmacher eingesetzt. Bei diesem System wird nur ein Kabel über eine Vene eingebracht, der Generator selbst wird nicht implantiert (Externer Pacer).

So funktioniert ein Herzschrittmacher

Ein Herzschrittmacher erkennt eine zu langsame Herzschlagzahl und stimuliert über eine oder mehrere Sonden mit elektrischen Signalen das Herz. Dadurch wird eine stabile Herzfrequenz mit meistens 70 Schlägen in der Minute erreicht, so dass wieder ausreichend viel Blut gefördert wird.

Die Geräte sind heute multiprogrammierbare Schrittmacher, so dass die Generator-Einstellung auch beim implantierten Gerät von außen individuell programmiert und angepasst werden kann.

Fast alle Schrittmacher arbeiten heute im Bedarfsmodus (Demand-Schrittmacher). Sie können die elektrischen Impulse von spontanen Herzaktionen erkennen und schalten in diesem Fall in Sekundenbruchteilen in einen Wartemodus. Erst bei Ausbleiben von Herzaktionen gibt der Schrittmacher dann wieder Impulse an das Herz ab.

So genannte antibradykarde Herzschrittmacher werden eingesetzt, um ein vorübergehendes oder anhaltend zu langsames Schlagen des Herzens (Bradykardie) zu korrigieren. Derartige bradykarde Herzrhythmusstörungen können sich durch Ohnmachtsanfälle, Schwindel, Leistungseinbuße und Atemnot äußern und sind durch einen Schrittmacher gut zu beheben.

Arten von Herzschrittmachern

Für die verschiedenen Herzrhythmusstörungen stehen verschiedene Typen von Schrittmachern zur Verfügung. Einige kommen mit einer Elektrode aus, andere benötigen zwei. Diese Elektroden werden im Herzen platziert und sind mit dem Schrittmacher, der unter dem Schlüsselbein eingepflanzt wird, verbunden. Mithilfe der Elektroden überwacht der Schrittmacher die Aktionen des Herzens und kann seinerseits elektrische Impulse an das Herz aussenden.Es gibt zwei generelle Unterschiede zwischen den Systemen:

  • Die einen geben ihre Impulse lediglich in der rechten Kammer oder im rechten Vorhof mittels einer Sonde ab (so genannte Einkammersysteme)

  • Die anderen erkennen und geben bei Bedarf sowohl im Vorhof als auch in der Kammer Impulse ab - so genannte Zweikammersysteme.

Letztere haben sich bei manchen Rhythmusstörungen als günstiger erwiesen, da sie eine höhere Herzleistung als die Einkammersysteme erbringen. Sie benötigen aber zwei Sonden oder zumindest eine komplizierter aufgebaute Spezialsonde und sind sowohl teurer als auch schwieriger zu implantieren. Ferner verfügen manche Schrittmacher über eine so genannte „rate response“ oder frequenzadaptive Funktion, die es ihnen ermöglicht, die Herzfrequenz zu variieren und dem Bedarf anzupassen.

Was geschieht bei einer Herzschrittmacher-Operation?

Das Implantieren eines Schrittmachers ist ein relativ einfacher Eingriff. Für die Operation ist keine Vollnarkose nötig, sie wird auch nicht am offenen Herzen durchgeführt.

Vor der Operation bekommt man als Patient leichte Medikamente zur Beruhigung. Ansonsten ist man während der OP bei Bewusstsein.

Der Herzschrittmacher wird in der Regel unterhalb des rechten – seltener am linken – Schlüsselbein platziert. Nach örtlicher Betäubung wird ein wenige Zentimeter kurzer Schnitt ausgeführt und ein dort verlaufendes , großes Blutgefäß eröffnet, die Schlüsselbeinvene (Vena Subclavia). Über sie wird die Schrittmachersonde bis zum Herzen geschoben und an den vorgesehenen Stellen platziert. Dazu befindet sich am Ende der Sonde ein Gewinde, mit dem die Sonde in den Herzmuskel geschraubt wird und nicht mehr verrutschen kann. Mittels Röntgenbildern während der OP kontrolliert der Arzt, ob die Sonde korrekt sitzt. Anschließend wird die Sonde mit dem Herzschrittmacher-Aggregat verbunden und überprüft, ob die elektrischen Impulse korrekt übermitteln werden.

Herzschrittmacher auf der Handfläche
Die heutigen Herzschrittmacher sind dünn und kaum größer als eine Strechholzschachtel. Implantiert sind sie von außen kaum spürbar oder sichtbar.
by Steven Fruitsmaak - Own work, removed from a deceased patient before cremation. Holding it in my hand., CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2909080

Das eigentliche Steuergerät ist meist nierenförmig und kaum größer als eine Streichholzschachtel. Es enthält die Batterien sowie die Steuerelektronik, das Gehäuse besteht aus Titan.  Der Schrittmacher wird in einer vorbereiteten Gewebetasche zwischen die Brustmuskeln positioniert.

Die ganze Operation dauert nicht länger als eine Stunde, wenn sie wie vorgesehen verläuft. Komplikationen sind selten, können aber wie bei jeder Operation auftreten. Dazu gehören vermehrte Blutungen, die Verletzungen von Nerven und Blutgefäßen, Thrombosen (Blutgerinnsel) und Infektionen des Operationsgebietes. Sehr selten sind Verletzungen des Rippenfells oder der Lunge.

Nach der Operation wird der Patient noch einige Zeit unter Beobachtung. Bei nur örtlicher Betäubung darf man bereits kurze Zeit nach der Operation aufstehen. Am Tag nach dem Eingriff werden die OP-Wunde und der Herzschrittmacher noch einmal überprüft. Dann darf man die Klinik verlassen. Als Patient bekommt einen Schrittmacher-Ausweis. In ihm wird die Art und Funktion des Gerätes für Dritte beschrieben. Den Ausweis sollte man immer bei sich tragen.

Die Operationsnarbe ist nach etwa zehn bis vierzehn Tagen verheilt, Wundschmerz tritt nur in den ersten Tagen auf. Bis dahin sollte die Seite nicht übermäßig belastet und der Arm nicht über Brusthöhe gehoben werden.

Manche Schrittmacherpatienten behalten dauerhaft ein Fremdkörpergefühl. Allerdings kommt das sehr selten vor, ist meist nur geringfügig und kann ebenfalls mit Schmerzmitteln behandelt werden. Die Narbe bleibt sichtbar, das Schrittmacher-Aggregat kann bei eher schlanken Menschen erkennbar sein, bei Menschen mit mehr Fettgewebe sieht man es im Allgemeinen fast gar nicht.

Herzschrittmacher und Alltag: Worauf achten?

Herzschrittmacher ermöglichen den Betroffenen, wieder ein weitgehend normales Leben zu führen. Das spürt man bereits kurze Zeit nach der Implantation: Man wird wieder fit, kommt nicht so schnell außer Atem, das Herz kann mehr belastet werden. Reisen, Autofahren, Sport, Beruf und  sogar der Sex sind wieder ohne Anstrengungen möglich. Auf einige Dinge sollten Patienten mit einem Schrittmacher jedoch achten.

Da der Schrittmacher praktisch direkt unter der Haut sitzt, sollten Patienten auf das Tragen schwerer Taschen, deren Gurt an der Implantationsstelle scheuern könnte, verzichten. Der Sicherheitsgurt im Auto kann den Schrittmacher nicht beschädigen – das Anschnallen ist auch für Schrittmacherträger Pflicht.

Welcher Sport mit Herzschrittmacher?

Träger von Herzschrittmachern können fast uneingeschränkt Sport ausüben. Die Art des Schrittmachers spielt nur eine untergeordnete Rolle. Erlaubt ist alles, was nicht zu anhaltender Atemnot führt.  Allgemein zu empfehlen sind Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen, Walking, Wandern oder Skilanglauf. Betroffene sollten dabei immer ihre persönliche Belastungsgrenze und ihre Herz-Vorerkrankung im Blick haben. Der Herzschrittmacher kann dabei auf individuelle Belastungen programmiert werden.

Abgeraten wird von Sportarten, bei denen das Implantat von außen durch Schläge auf den Brustkorb beschädigt werden kann, zum Beispiel die Kampfsportarten Boxen, Karate oder andere Disziplinen mit Vollkörperkontakt. Von Fußball, Badminton, Tennis Volleyball oder Basketball wird grundsätzlich nicht abgeraten, sofern der Sport moderat und ohne harte Kämpfe intensiv betrieben wird.

Auf das Tauchen – zumindest in größeren Tiefen - muss man als Schrittmacher-Patient leider verzichten. Durch den höher werdenden Druck ab etwa fünf Meter Wassertiefe kommt es auch zu Druckveränderungen im Körperinneren. Dadurch können Gewebeflüssigkeiten in das Innere des Aggregats gepresst werden, was zu Schäden an der Elektronik führt. 

Keine Rolle spielt der  geringer werdende Umgebungsdruck übrigens beim Wandern und Bergsteigen - wenn es nicht gerade in Höhen über 5000 Meter geht. Unbedenklich ist auch das Fliegen mit dem Flugzeug. In Passagiermaschinen wird der Kabinendruck konstant gehalten.

Was kann den Herzschrittmacher stören?

Die  modernen Schrittmacher arbeiten sehr präzise, durch die Bauweise und das Material sind sie vor äußeren Einflüssen gut geschützt.

Vor dem Einfluss elektrischer Geräte sind die modernen Schrittmacher weitgehend abgesichert. Unbedenklich ist der Gebrauch vieler Alltagsgegenstände wie Rasierer, Föhn, Toaster oder Wasserkocher. Mikrowellengeräte sind ungefährlich, sofern man sich bei laufenden Betrieb nicht direkt über das Gerät beugt. Bei Induktionsherden ist die Unbedenklichkeit in der Gebrauchsanweisung angegeben.

Handys sind unbedenklich, sofern man einen Abstand von zehn bis 20 Zentimetern vom Schrittmacher einhält. Mobiltelefone sollten nicht in der Jacken- oder Hemdtasche getragen werden. Die Herzschrittmacherambulanz kann sie auf Unbedenklichkeit überprüfen.

Vorsicht bei starken Magnetfeldern

Es gibt jedoch eine Reihe von Geräten, die durch Magnetfelder oder elektrische Schaltungen Störungen im Herzschrittmacher verursachen. Dazu gehören unter anderem elektrische Gartengeräte und Heimwerker-Werkzeuge, Lötkolben, Heizkissen und Heizdecken, Lautsprecher, Elektromotoren, Verbrennungsmotoren mit Zündkerzen. Bei all diesen Geräten reicht es aus, eine halbe bis ganze Armlänge Abstand zu halten, um die Funktion des Herzschrittmachers nicht zu beeinträchtigen. Informationen, ob ein Gerät unbedenklich ist, enthält die Gebrauchsanweisung.

Meiden sollten Schrittmacherpatienten dagegen die unmittelbare Nähe von starken Drehstrommotoren, Elektroschweißgeräten oder großen elektrischen Anlagen, Kraftwerken, Radar- und Fernmeldeanlagen.

Detektoren etwa, wie sie an Flughäfen an der Sicherheitskontrolle beeinträchtigen normalerweise die Funktionstüchtigkeit von Herzschrittmachern nicht, wenn man zügig hindurchgeht. Das Metall im Gerät kann jedoch einen Alarm auslösen, der Handabtaster bei schnellem Bewegen über der Brust Impulse auslösen. Als Schrittmacher-Träger sollte man sich vor der Personenkontrolle melden und seinen Geräteausweis vorzeigen. Dann wird man manuell kontrolliert. Neuere Kontrollgeräte, die mit Röntgenstrahlen oder Mikrowellen arbeiten (sogenannnte Körperscanner) beeinträchtigen dagegen den Herzschrittmacher nicht.

Bestimmte medizinische Geräte wie Mikrowellentherapiegeräte, Magnetfeldliegen sowie Elektrokauter und Diathermiegeräte können den Schrittmacher ebenfalls stören.

Eine Magnetresonanztomographie (MRT) wird bei Schrittmacherpatienten nur in Ausnahmefällen und unter Aufsicht eines Kardiologen durchgeführt, um kein Risiko einzugehen. Inzwischen gibt es bereits schon MRT-fähige Herzschrittmacher. Diese Geräte wurden so konstruiert, dass die Magnetfelder des MRTs die Funktion des Schrittmachers nicht beeinträchtigen können.  

Herzschrittmacher und Herz müssen regelmäßig überprüft werden

Die heutigen Herzschrittmacher-Batterien haben eine durchschnittliche Lebensdauer zwischen fünf und 15 Jahren. Danach muss der Generator ausgetauscht werden. Die Sonde kann, wenn sie weiterhin gute elektrische Messwerte zeigt, in der Regel belassen werden.

Die Funktion des Schrittmachers wird in der Regel halbjährlich bis jährlich von einem hierfür qualifizierten Arzt überprüft. Die Batterieladung und -funktion kann über ein telemetrisches Verfahren abgefragt werden. Dies bedeutet Sicherheit für einen regulären und rechtzeitigen Austausch der Batterie.

Beim regelmäßigen Herzschrittmacher-Check wird ferner überprüft, ob Störfaktoren aufgetreten sind, die zu Komplikationen führen könnten. Ein ganz wichtiger Aspekt: Das regelmäßige Gespräch mit dem Spezialisten, das dem Schrittmacherträger das Gefühl von Sicherheit vermittelt. Die wesentlichen Eckpunkte der Patientenüberwachung sind:

  • regelmäßige tägliche Pulskontrolle durch den Patienten selbst,
  • regelmäßige Blutdrucküberwachung durch den Patienten oder seinen Hausarzt,
  • Beurteilung der veränderten Kreislaufsituation sowie Leistungs- und Arbeitsfähigkeit,
  • Röntgenuntersuchung der Brustorgane (Thorax), dabei Kontrolle der Sondenlage und Sondenintegrität,
  • Überprüfen der medikamentösen Therapie,
  • Schrittmacherimpulsanalyse und Überprüfen der Schrittmachertasche auf Infektionen und Gewebsschäden,
  • Aufklärung des Patienten sowie psychosoziale Betreuung.

Patienten sollten außerdem sofort einen einen Arzt aufsuchen, wenn Beschwerden wie Schwindelanfälle, Bewusstlosigkeit, Herzstolpern oder -rasen, Brustschmerzen, Atemnot oder Rötung an der Implantationsstelle  auftreten.

Die Kontrolluntersuchungen für Herzschrittmacher werden im Allgemeinen von Fachärzten für Innere Medizin (Internisten) mit Schwerpunkt Kardiologie oder Kinderärzten mit Schwerpunkt Kinder- Kardiologie durchgeführt. Internisten ohne Schwerpunkt, Allgemeinmediziner oder Praktische Ärzte, dürfen die Kontrollen nur durchführen, wenn sie bestimmte Anforderungen erfüllen. Die Betroffenen sollten die Untersuchungstermine unbedingt einhalten.

Zwölf Tipps für ein gesundes Herz

Autor:
Letzte Aktualisierung: 21. September 2016
Durch: es

Meistgeklickt zum Thema
Zwölf Tipps für ein gesundes Herz
Herz & Gefäße

Mit diesen Regeln beugen Sie dem Infarkt und anderen Herzleiden vor mehr...

Langzeit-EKG
Herz unter Dauerbeobachtung

Bei einem Langzeit-EKG wird die elektrische Aktivität des Herzens über 24 Stunden hinweg mithilfe eines tragbaren EKG-Geräts gemessen mehr...

Belastungs-EKG
Herz & Gefäße

Das Belastungs-EKG zeigt, wie sich die elektrische Aktivität des Herzens unter körperlicher Anstrengung verändert mehr...

Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Newsletter-Leser wissen mehr

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter

Hier bestellen...

Zum Seitenanfang