Medikamente für die Manneskraft

Potenzmittel im Vergleich

Therapie mit Erektionsmitteln: Welche es gibt und wie sie wirken

Erektionsstörungen sind häufiger als gedacht, fanden Ärzte der Berliner Charité heraus. In einer Befragung von knapp 1.900 Männern gaben altersabhängig zwischen 28 und 82 Prozent der Befragten Probleme mit ihrer Potenz an. Ein großer Markt für die Therapie von Erektionsproblemen mit Potenzpillen – kein Wunder, dass gleich drei große Firmen mit entsprechenden Erektionsmitteln auf dem Markt sind.

Potenzpillen- Wem hilft welche?
Welche Tablette ist die richtige für meine Therapie? Nicht jede Potenzpille wirkt gleich.
Getty Images/Hemera

Immer im Oktober feiert die Potenzpille Viagra (Wirkstoff Sildenafil) ihren deutschen Geburtstag. Ein unglaublicher Erfolg, der der Konkurrenz natürlich keine Ruhe lässt. Seit 2003 sind mit Cialis (Wirkstoff Tadalafil) von Lilly und Levitra (Wirkstoff Vardenafil) von Bayer gleich zwei Konkurrenten mit neuen Erektionsmitteln angetreten, seit April 2014 vertreibt Berlin Chemie unter dem Namen Spedra (Wirkstoff Acanafil)ein weiteres Produkt zur Behandlung von Ereketionssötungen.

Erektionsmittel: Die Wirkprinzip ist das gleiche

Alle vier Erektionsmittel wirken nach dem gleichen Prinzip: Die Tabletten hemmen das Enzym Phosphodiesterase 5. Dadurch erschlafft die glatte Muskulatur, wodurch vermehrt Blut in den Penis einfließen kann. Doch die Therapie mit den neuern Phosphodiesterase(PDE)-5-Hemmern soll besser wirken und Patienten helfen, denen Sildenafil kein Standvermögen bescherte. Zahlreiche Studien heben die Vor- und Nachteile der drei Substanzen in der Therapie von Erektionsproblemen hervor. Im Unterschied zu Sildenafil (Viagra) seien etwa bei Tadalafil (Cialis) in der Testphase keine Sehstörungen aufgetreten, berichtet die Stiftung Warentest. Vardenafil (Levitra) hingegen soll laut Hersteller seltener Kopfschmerzen verursachen als Sildenafil. Diese Nebenwirkungen werden bei Avanafil nicht beschrieben.

Arzt muss Potenzpillen zur Therapie verschreiben

Ganz gleich, welches der vier Erektionsmittel eingenommen wird, der Gang zum Arzt ist immer der erste Schritt. Denn Potenzpillen sollten nur nach vorheriger Untersuchung und Beratung durch einen Arzt verschrieben und eingenommen werden. Wer sich Erektionsmittel ohne Rezept etwa über das Internet besorgt, lebt und liebt gefährlich oder erhält ein Placebo-Produkt ohne pharmakologische Wirkung.

Erektionsmittel zur Therapie: ihre Wirkungen und Nebenwirkungen

Avanafil (Spedra):

Wirkung: Avanafil (Spedra) zeigt mit 15 Minuten den schnellsten Wirkungseintritt unter den Phosphodiesterase(PDE)-5-Hemmern. Die Wirkungsdauer beträgt rund sechs Stunden, eine Erektion tritt aber nur unter sexueller Stimulation auf und nicht nur durch die einfache Einnahme von Avanafil.

Nebenwirkungen: Da Avanafil eine höhere Selektivität für Phosphodiesterase 5 aufweist als die anderen PDE-5-Hemmer, gilt Avanafil als der am besten verträgliche Wirkstoff in seiner Gruppe. Selten kommt es unter Avanafil zu medikamentinduzierten Kopfschmerzen. Die im genitalbereich gewünschte erhöhte Durchblutung kann sich in Einzelfällen auch an andern Körperstellen wiederfinden, etwa im Bereich des Gesichts, was zu einer Hautrötung oder an der Nasenschleimhaut zur Schwellung und dem Verstopfen der Nase führen kann. Sehr selten sind Rückenschmerzen. Die Einnahme von Avanafil ist für Herzpatienten ausgeschlossen, deren Medikamente Nitrat enthalten, wie etwa dem Nitrospry gegen Angina Pectoris. Nitrat hemmt den Abbau von Avanafil und würde die Wirkdauer und intensität negativ beinflussen.

Sildanefil (Viagra):

Wirkung: Die Wirkung der Tabletten setzt nach 20 bis 30 Minuten ein, erreicht nach zirka 70 Minuten ihr Wirkmaximum. Wirkdauer: bis zu vier Stunden. Isst der Mann bei der Einnahme etwas, kann sich der Eintritt der Wirkung verzögern. Die Wirksamkeit ist sehr gut untersucht. Sildenafil hat in der Therapie eine Erfolgsquote von 82 Prozent. Eine zweite Dosis darf frühestens nach 24 Stunden genommen werden.

Nebenwirkungen: Darf nicht mit Nitraten (Herzmittel) oder anderen Arzneimitteln eingenommen werden, die die Stickstoffmonoxid-Konzentration erhöhen. Greift auch die Netzhaut des Auges an, ist nicht geeignet für Patienten mit erblicher Netzhautdegeneration. Häufige Nebenwirkungen der Tabletten: Kopfschmerzen, Schwindel, Hautrötung mit Hitzewallungen, Gesichtsrötung, Sodbrennen und verstopfte Nase.

Vardenafil (Levitra):

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Wirkung: Schnelle wirkendes Erektionsmittel, bereits nach zehn Minuten, und hält bis zu zwölf Stunden. Die Erfolgsquote von Levitra liegt bei 87 Prozent. Kann täglich genommen werden.

Nebenwirkungen: Ähnlich wie bei Sildenafil (Viagra). Tabletten dürfen auf keinen Fall mit Nitraten (Herzmittel) oder anderen Arzneimitteln, welche die Stickstoffmonoxid-Konzentration erhöhen, eingenommen werden. Kopfschmerzen und Schwindel dieses Erektionsmittels seltener als bei Sildenafil. Auftreten können Hautrötung mit Hitzegefühl, Gesichtsrötung, Sodbrennen, eine verstopfte Nase.

Tadalafil (Cialis):

Wirkung: Wirkeintritt nach etwa 45 Minuten. Sehr lange Wirkdauer über 24 Stunden ermöglicht auch spontanen Sex. Die Erfolgsquote von Tadalafil liegt bei 81 Prozent.

Nebenwirkungen: Wie bei Sildenafil (Viagra). Darf der Patient niemals mit Nitraten (Herzmittel) oder anderen Arzneimitteln nehmen, welche die Stickstoffmonoxid-Konzentration erhöhen. Die lange Wirkdauer erhöht die Gefahr von Arzneimittel-Wechselwirkungen und die Dauer möglicher auftretender Nebenwirkungen. Häufige Nebenwirkungen dieser Potenzpillen: Kopfschmerzen, Schwindel, Hautrötung, Hitzegefühl, Gesichtsrötung, Sodbrennen, verstopfte Nase.

Was tun bei Potenzproblemen?

Potenzprobleme zählen zu den häufigsten Störungen bei Männern. Was hilft dagegen? Woher stammen Erektionsstörungen und was kann Mann dagegen tun? Antworten gibt Professor Siegfried Meryn in der ORF-Sendung "Bewusst gesund".

ORF

Autor:
Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2014
Quellen: Nach Informationen der Stiftung Warentest, der Berliner Charité sowie der Pharmaunternehmen Bayer Health Care, Lilly und Pfizer

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