Laborwerte

Kreatinin

Die Kreatininwerte zeigen, ob die Nieren gesund sind. Außerdem soll Kreatinin als Nahrungsergänzungsmittel den Muskelaufbau fördern. Es ist deshalb beliebt bei Kraftsportlern.

Bluttest
Meist werden Kreatininwerte mit einem Bluttest festgestellt.
iStock

Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Kreatins, dem Energiespeicher der Muskelzellen. Täglich werden bis zu zwei Prozent des Kreatins als Kreatinin über die Nieren und den Urin ausgeschieden.

Kreatin wird einerseits in Leber, Nieren und Bauchspeicheldrüse gebildet. Neben dieser körpereigenen Produktion erhält der Organismus jedoch auch von außen Kreatin durch bestimmte Nahrungsmittel

Warum wird der Kreatininwert bestimmt?

Der Kreatininwert wird bestimmt, um die Funktion der Nieren eines Patienten zu überprüfen. Jedoch zeigt dieser Wert erst bei einer Verschlechterung der Nierenfunktion um über 50 Prozent eine Veränderung an. Auch bei Diabetes und Bluthochdruck (Hypertonie) wird der Kreatininwert ermittelt.

Was bedeutet Kreatinin-Clearance?

Eine geringfügigere Niereninsuffizienz wird mit Hilfe der Kreatinin-Clearance überprüft. Das ist eine Kennzahl dafür, wie viel Kreatinin die menschliche Niere in einer bestimmten Zeit ausscheiden kann. Um die Kreatinin-Clearance zu bestimmen, ermitteln Fachleute im Labor, wieviel Blutplasma die Nieren von Kreatinin "klären" (englisch: clear).

Der Wert ist sehr sensibel, wenn es darum geht, Einschränkungen in der Nierenfunktion früh festzustellen. Allerdings ist die Kreatinin-Clearance-Messung aufwändig: Sie besteht aus einer Blutentnahme und der Sammlung des über einen Tag hinweg ausgeschiedenen Harns, des sogenannten 24-Stunden-Urins.

Wie werden die Kreatininwerte bestimmt?

Normalerweise werden die Kreatininwerte im Blut bestimmt, im Blutplasma oder im Blutserum. Lediglich die Kreatinin-Clearence macht zusätzlich das Auffangen von 24-Stunden-Urin nötig.

Kreatinin wird nämlich über die Nieren auch mit dem Urin ausgeschieden. Die Kreatininwerte lasen sich also auch im Harn überprüfen. Pro Tag scheiden die Nieren mit dem Urin etwa 1,2 bis 1,8 Gramm Kreatinin aus.

In welchem Bereich liegen die Kreatinin-Normalwerte?

Zwischen 50 und 120 μmol/l liegt der Kreatininwert (im Blut gemessen) im Normalbereich. Allerdings hängt das auch mit dem Alter und der Muskelmasse zusammen.

Welche Ursachen für erhöhte Kreatininwerte gibt es?

Wenn der Kreatininwert im Blut zu hoch ist, kann eine Nierenfunktionsschwäche die Ursache sein. Denn der Wert im Blut steigt, sobald über den Urin das Kreatinin nicht mehr genügend ausgeschieden wird.

Auch Blut- oder Flüssigkeitsverluste können den Kreatininwert ansteigen lassen. Entzündungen und Verletzungen der Muskulatur und der Haut können Ursachen für einen zu hohen Wert sein.

Daneben erhöht die Einnahme von Kreatin als Nahrungsergänzungsmittel zum Beispiel zur Leistungssteigerung beim Kraftsport naturgemäß die Kreatininwerte in Blut und Urin.

Was sind Gründe für einen zu niedrigen Kreatininwert?

Zu wenig Kreatinin im Blut hat keine medizinische Bedeutung. Häufig haben gerade Schwangere, Kinder und Menschen mit Untergewicht zu niedrige Kreatininwerte.

Was bringt Kreatin für den Muskelaufbau?

Daneben spielt Kreatin, der Ausgangsstoff für Kreatinin, eine Rolle für Sportler. Denn die organische Säure hilft dabei, Wasser in die Muskeln einzulagern und unterstützt teilweise den Muskelaufbau. Zusätzlich kann Kreatin die Leistung steigern. Viele Hobbysportler, die mehr Kraft und Ausdauer in kurzer Zeit erreichen möchten, setzen daher auf Kreatin als Nahrungsergänzungmittel.

Zwar gilt Kreatin nicht als Dopingmittel und ist deshalb im Leistungssport nicht verboten. Wer es mit Kreatin jedoch übertreibt, muss mit Muskelkrämpfen rechnen. Natürliche Kreatinquellen sind übrigens Hering, Lachs, Thunfisch, Schweine- und Rindfleisch.

Blutbild: Wichtige Werte und was sie bedeuten

Autor:
Letzte Aktualisierung: 19. März 2015

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