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Kreatinin

Der Kreatininwert (auch Krea-Wert) zeigt, ob die Nieren gesund sind. Ursache eines erhöhten Kreatininwerts kann etwa die Einnahme von Kreatin zur Nahrungsergänzung sein. Es ist beliebt bei Kraftsportlern - aber nicht ungefährlich.

Bluttest
Meist wird die Kreatininkonzentration mit einem Bluttest festgestellt.
iStock

Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Kreatins, dem Energiespeicher der Muskelzellen. Täglich werden bis zu zwei Prozent des Kreatins als Kreatinin über die Nieren und den Urin ausgeschieden.

Warum wird der Kreatininwert bestimmt?

Der Kreatininwert (Abkürzung: KREA oder Krea-Wert) gehört neben dem für Harnstoff und der Glomerulären Filtrationsrate (GFR) zu den Nierenwerten. Er wird bestimmt, um die Funktion der Nieren eines Patienten zu überprüfen, zum Beispiel bei Verdacht auf Nierenschäden oder chronische Nierenerkrankungen.

Bei einer Reihe von Erkrankungen wird der Parameter regelmäßig zur Therapiekontrolle ermittelt. Dazu gehören Diabetes und Bluthochdruck (Hypertonie). Bei der Einnahme von Medikamenten, die die Niere schädigen können, sollte der Wert ebenfalls regelmäßig kontrolliert werden.

Kontrastmittel und Nierenwert

Ein aktueller Wert muss daneben bei bestimmten bildgebenden Verfahren, bei denen Kontrastmittel eingesetzt werden, vorliegen. Dies kann zum Beispiel bei einem MRT, einem CT oder einer Röntgenuntersuchung notwenig sein. Der Grund: Die Kontrastmittel werden meist intravenös gespritzt, seltener getrunken. Sie dienen dazu, Körpergewebe besser sichtbar zu machen und voneinander abgrenzen zu können. Da die Mittel über die Niere abgebaut und den Harn ausgeschieden werden, muss vor einer solchen Untersuchung  mit der Bestimmung des Krea-Wertes sichergestellt werden, dass das Organ gut arbeitet.

Was bedeutet Kreatinin-Clearance?

Der Krea-Wert zeigt erst bei einer Verschlechterung der Nierenfunktion um über 50 Prozent eine Veränderung an. Er ist also nur ein recht grober Richtwert ist und lässt erst bei großen Abweichungen vom Referenzwert Aussagen zur Nierenfunktion zu. Deshalb wird bei Verdacht auf eine beginnende Niereninsuffizienz oft die die Kreatinin-Clearance bestimmt. Das ist eine Kennzahl dafür, wie viel Kreatinin die menschliche Niere in einer bestimmten Zeit ausscheiden kann. Um die Kreatinin-Clearance zu bestimmen, ermitteln Fachleute im Labor, wieviel Blutplasma die Nieren von Kreatinin "klären" (englisch: clear).

Der Wert ist sehr sensibel, wenn es darum geht, Einschränkungen in der Nierenfunktion früh festzustellen. Allerdings ist die Kreatinin-Clearance-Messung aufwändig: Sie besteht aus einer Blutentnahme und der Sammlung des über einen Tag hinweg ausgeschiedenen Harns, des sogenannten 24-Stunden-Urins. Weil dieses Verfahren sehr aufwändig und fehlerbehaftet ist, wird stattdessen heute meist die Nierenfiltration mit der GFR gemessen.

Wie wird der Krea-Wert bestimmt?

Normalerweise wird der Wert im Blut bestimmt, im Blutplasma oder im Serum. Lediglich die Kreatinin-Clearence macht zusätzlich das Auffangen von 24-Stunden-Urin nötig.

Kreatinin wird nämlich über die Nieren auch mit dem Urin ausgeschieden. Pro Tag scheiden die Nieren etwa 1,2 bis 1,8 Gramm Kreatinin aus.

In welchem Bereich liegen die normalen Werte?

Der Normalwert für Krea (im Blut gemessen) hat eine starke Streuung, er ist abhängig von Alter, Geschlecht und Muskelmasse. Folgende Werte dienen der Orientierung, gemessen wird er in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder in Mikromol pro Liter (µmol / l)

Maßeinheit mg/dl µmol / l
Männer

zwischen 0,5 und 1,1

(höhere Werte im Alter)

44 bis 97
Frauen zwischen 0,5 und 0,9 44 bis 80

 

Welche Ursachen für erhöhte Kreatininwerte gibt es?

Wenn die Kreatininkonzentration im Blut zu hoch ist, kann eine Nierenfunktionsschwäche die Ursache sein. Denn der Wert im Blut steigt, sobald die Ausscheidung über den Urin nicht mehr genügend funktioniert.

Auch Blut- oder Flüssigkeitsverluste können den Wert ansteigen lassen. Entzündungen und Verletzungen der Muskulatur und der Haut können Ursachen für einen zu hohen Wert sein.

Daneben erhöht die Einnahme von Kreatin als Nahrungsergänzungsmittel zum Beispiel zur Leistungssteigerung beim Kraftsport naturgemäß die Kreatininwerte in Blut und Urin.

Was sind Gründe für einen zu niedrigen Kreatininwert?

Zu wenig Kreatinin im Blut hat keine medizinische Bedeutung. Häufig haben gerade Schwangere, Kinder und Menschen mit Untergewicht zu niedrige Krea-Werte.

Was bringt Kreatin für den Muskelaufbau?

Daneben spielt Kreatin, der Ausgangsstoff für Kreatinin, eine Rolle für Sportler. Denn die organische Säure hilft dabei, Wasser in die Muskeln einzulagern und unterstützt teilweise den Muskelaufbau. Zusätzlich kann es die Leistung steigern. Viele Hobbysportler, die mehr Kraft und Ausdauer in kurzer Zeit erreichen möchten, setzen daher auf das Nahrungsergänzungmittel.

Zwar gilt es nicht als Dopingmittel und ist deshalb im Leistungssport nicht verboten. Wer es bei der Einnahme jedoch übertreibt, muss mit Muskelkrämpfen rechnen. Natürliche Kreatinquellen sind Hering, Lachs, Thunfisch, Schweine- und Rindfleisch.

Blutbild: Wichtige Werte und was sie bedeuten

Autor:
Letzte Aktualisierung: 04. Februar 2016
Durch: es
Quellen: Internisten im Netz, Online-Informationen zum Blutbild;

Beitrag zum Thema aus der Community
  • Expertenrat Kinder- und Jugendmedizin
    CK und Kreatinin Werte
    20.02.2013 | 16:32 Uhr

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