
Drogen und Depressionen
Wenn der Rausch zur Psychofalle wird
Alkohol, Cannabis, Ecstasy insbesondere junge Menschen greifen immer häufiger zu Drogen, weil es in" ist oder einfach dazugehört. Viele machen sich keine Gedanken über die Folgen für die Gesundheit. Doch der lockere Konsum kann schnell zu einer Drogensucht mit schweren Depressionen führen.
Sind Drogen die Ursache einer Depression oder bilden Depressive als Folge ihrer Krankheit eine Sucht aus? Die Forschung hat hierzu keine eindeutige Antwort. Tatsache ist jedoch, dass bei übermäßigem Suchtmittelkonsum Depressionen als Begleiterscheinung der Sucht auftreten.
Alkohol Eine legale Droge und ihre verheerenden Folgen
Die Alkoholsucht ist eine der am weitesten verbreiteten Krankheiten weltweit. Obwohl der Alkohol als legales Suchtmittel klassifiziert ist, stellt er laut Weltgesundheitsorganisation eine immense Gefahr für die körperliche und psychische Gesundheit dar. Jährlich fallen 1,8 Millionen Menschen weltweit dem Alkoholismus zum Opfer. Dabei besteht eine enge Beziehung zwischen Alkoholkonsum und dem Auftreten von Depressionen.
Das Ganze erinnert an einen Teufelskreis: Regelmäßiger und beizeiten überhöhter Alkoholkonsum kann Depressionen auslösen. Diese führen oft zu ausufernden Trinkgewohnheiten und damit zum Alkoholmissbrauch. Studien haben jedoch ergeben, dass depressive Symptome mit zurückgehendem Alkoholkonsum nachlassen und schließlich verschwinden.
Cannabis macht anfälliger für Depressionen
Bereits bei moderatem Konsum von Cannabis kann es bei dafür anfälligen Personen zu einer Psychose, also einer Seelen-, Geistes- oder Nervenstörung, kommen. Allerdings sind die Folgen von Cannabis bzw. seines psychoaktiven Wirkstoffes THC sehr unterschiedlich. So kann ein emotional instabiler Zustand durch Cannabis verstärkt werden. Darüber hinaus gilt als erwiesen, dass der Langzeit-Konsum ebenfalls anfälliger für seelische Verstimmungen und Depressionen macht. In einem Forschungsprojekt der Southern Connecticut State University wurden 15 Jahre lang Erwachsene begleitet, die regelmäßig die Droge konsumierten. Bei diesen jungen Erwachsenen wurde eine viermal höhere Anfälligkeit für Depressionen festgestellt als bei Altersgenossen, die nicht zu Cannabis griffen.
Modedroge Ecstasy Die Gene bestimmen über die emotionalen Auswirkungen
Auch die Modedroge Ecstasy kann bei häufiger Einnahme depressive Verstimmungen und schwere Psychosen auslösen. Das haben Forscher der britischen Universität Cambridge festgestellt und dabei die Veränderung des Gehirns bei wiederholtem Konsum der Substanz nachgewiesen. Ecstasy beeinflusst vor allem die Ausschüttung des Botenstoffes Serotonin im Gehirn. Dieser reguliert die menschlichen Gemütszustände und Stimmungslagen. Die Aufmerksamkeit der Forscher richtete sich dabei auf ein spezielles Gen, das die Serotonin-Rezeptoren kontrolliert. Dieses Gen hat zwei Ausrichtungen eine ss- und eine II-Variante. Diejenigen Ecstasy-Probanden mit einer ausgeprägten ss-Variante litten häufiger unter leichten Depressionen und einem schlechten emotionalen Allgemeinzustand. Und in dieser Gruppe waren es wiederum die besonders emotional Vorbelasteten, die betroffen waren.





