Was denn, jetzt schon?

Wechseljahre bei Frauen unter 40

Wenn mit Mitte 30 die monatlichen Blutungen versiegen, ist das für die meisten Frauen ein Schock: "Das können doch nicht die Wechseljahre sein!" Mediziner kennen verschiedene Gründe für eine vorzeitige Menopause, dennoch ist das Phänomen nicht gänzlich erforscht.

Frau schaut nachdenklich in die Ferne
Wer schon in jüngeren Jahren typische Symptome der Wechseljahre bemerkt, sollte einen Arzt aufsuchen.
©iStock.com/gradyreese

Klar ist allerdings: Die Sorge, nun nicht mehr attraktiv zu sein, ist unbegründet. Auch ohne Eisprung bleibt eine Frau eine Frau.

Wie viele Frauen vorzeitig Wechseljahre erleben, ist unklar. Das liegt auch daran, dass weltweit zwei unterschiedliche Definitionen existieren. Die einen Mediziner sprechen unter 35 Jahren von einer "prämaturen Menopause", für die anderen gilt unter 40 als Grenze. "In Deutschland kommen zirka 5 Prozent der Frauen vorzeitig in die Wechseljahre", schätzt Professor Olaf Ortmann, Direktor der Universitätsfrauenklinik Regensburg.

Vorzeitige Menopause: Grund oft nicht zu ermitteln

Bei jeder Frau stellen die Eierstöcke ab einem bestimmten Alter ihre Funktion ein, nämlich dann, wenn der Vorrat an Eizellen im weiblichen Körper aufgebraucht ist. Damit sinkt auch die Produktion von Geschlechtshormonen. Dies geschieht normalerweise um das 50. Lebensjahr herum. Ortmann: "Das natürliche Alter für die Menopause liegt in Europa im Schnitt derzeit bei 51 Jahren." Kommen Frauen schon vor 35 bzw. 40 in die Wechseljahre stimmt etwas nicht.

 Mediziner teilen die Ursachen in zwei Kategorien. Entweder ist die Tätigkeit der Eierstöcke gestört oder die Eizellen werden beschleunigt abgebaut. Ein häufiger Grund für vorzeitige Wechseljahre ist die Entfernung beider Eierstöcke. Möglich ist auch, dass die Eierstöcke durch Bestrahlung oder eine Chemotherapie, z.B. im Zuge einer Krebstherapie, geschädigt worden sind.

Bekannt sind ferner genetische Ursachen, die auf Veränderungen verschiedener Chromosomen zurückzuführen sind. Zudem können Autoimmunkrankheiten bewirken, dass der Körper Abwehrstoffe produziert, die die Funktion der Eierstöcke blockieren. Beispiele dafür sind rheumatoide Arthritis und Niereninsuffizienz. In vielen Fällen jedoch bleibt die Ursache für ein vorzeitiges Klimakterium im Dunkeln.

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Symptome abklären lassen

Dass sie in die Wechseljahre kommen, bemerken junge Frauen vor allem durch Unregelmäßigkeiten des Zyklus. Wie im normalen Klimakterium kann es zu unregelmäßigen Blutungen kommen: Manchmal sind sie einige Monate normal und setzen dann mehrmals aus. Viele Frauen erleben zudem typische Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen, nächtliche Schweißausbrüche und Scheidentrockenheit. Wer solche Symptome bemerkt, sollte auf jeden Fall eine Gynäkologin oder einen Gynäkologen aufsuchen. Sie oder er kann mittels Hormontests feststellen, ob wirklich schon Wechseljahre vorliegen.

Sie leiden unter Wechseljahresbeschwerden und möchten sich über die Möglichkeiten zur Behandlung informieren? Dann klicken Sie hier.

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