Frauen unter 40

Wechseljahre: Therapie bei jungen Frauen

Mit 35 Jahren keine Monatsblutung mehr und Hitzewallungen? Eine Frau, die solche Symptome bemerkt, sollte auf jeden Fall ihre Gynäkologin oder ihren Gynäkologen aufsuchen. Hormontests können Gewissheit bringen, ob die Eierstöcke noch ordnungsgemäß arbeiten. Bei vorzeitigen Wechseljahren raten Experten zu einer Hormontherapie, um Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Nachdenkliche Frau am Fenster
Frauen unter 40, die in die Wechseljahre kommen, sollten eine Hormontherapie machen.
iStock

"Die natürlichen Wechseljahre sind keine Krankheit", urteilt Professor Olaf Ortmann, Vorsitzender des Konsensuskomitees zur Hormontherapie in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. "Doch bei vorzeitigen Wechseljahren sehe ich das anders." Jungen Frauen rät der Gynäkologe zu einer Hormontherapie. "So behandelt man nicht nur die Beschwerden, sondern beugt einer Unterversorgung aller Organe vor, die von der Funktion der Geschlechtshormone abhängig sind." Vor allem die Folgen des sinkenden Östrogenspiegels für das Herz-Kreislauf-System und die Knochen sollen damit vermieden werden. Junge Frauen erhalten oft eine höher dosierte Hormontherapie als Frauen in natürlichen Wechseljahren. Um ihren Körper wieder an diese Hormone zu gewöhnen, beginnt die Behandlung mit einer niedrigen Dosis und wird langsam gesteigert. Zusätzlich zur Hormontherapie ist es für junge Frauen besonders wichtig, auf eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung zu achten, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und für Osteoporose zu verringern.

Hormontests bringen Gewissheit

Vor einer Therapie muss natürlich eine eindeutige Diagnose stehen. Ein begründeter Verdacht auf vorzeitige Wechseljahre besteht, wenn bei einer Frau unter 40 die Blutung seit mindestens vier Monaten ausgeblieben ist. Dann sollte ein Gynäkologe oder eine Gynäkologin den Hormongehalt im Blut bestimmen. Experten empfehlen zwei FSH-Tests im Abstand von einem Monat. FSH ist die Abkürzung für follikelstimulierendes Hormon. Mit einem Test lässt sich feststellen, ob der FSH-Pegel erhöht ist. Dann arbeiten die Eierstöcke nicht ordnungsgemäß. Eine Reihe von Untersuchungen, etwa die Messung der Knochendichte, können den Verdacht auf vorzeitige Wechseljahre erhärten und wichtige Hinweise für eine geeignete Hormontherapie geben.

Problem: Kinderwunsch

Trotz vorzeitiger Wechseljahre kann es zu einer Schwangerschaft kommen. Frauen ohne Kinderwunsch sollten daher auf jeden Fall verhüten. Wichtig: Eine Hormontherapie schützt nicht vor Schwangerschaft! Für Frauen mit vorzeitiger Menopause, die sich im Gegenteil ein Kind wünschen, existiert derzeit keine Behandlung. Theoretisch gibt es die Möglichkeit einer Eizellspende, die in Deutschland aber verboten ist. Macht einer Frau das frühe Ende ihrer Fruchtbarkeit sehr zu schaffen, sollte sie überlegen, ob ihr eine Wechseljahrsgruppe oder Gespräche mit einem Therapeuten oder einer Therapeutin darüber hinweghelfen können.

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