Alzheimer durch Schicksalsschläge

Stress in der Lebensmitte begünstigt Demenz

Von wegen „beste Jahre“? Bei Frauen mittleren Alters schlagen sich einschneidende Erlebnisse wie Scheidung oder der Tod des Partners in einem höheren Risiko für Alzheimer nieder. Das ergab eine schwedische Untersuchung. Demnach hat fast jede Frau an mindestens einem solchen Trauma zu knabbern.

Lebensmitte Aerger.JPG
Ob Scheidung oder Probleme mit dem Kind: Ärger und Stress in der Lebensmitte führen bei Frauen zu einem höheren Risiko für Alzheimer.
iStock

Frauen, die in ihren Vierzigern und Fünfzigern belastende Lebenssituationen durchmachen, sind einem höheren Demenzrisiko ausgesetzt. Das ergab eine Langzeitstudie von Forschern der Universitäten Göteborg (Schweden) und Utah (USA). Die Wissenschaftler um Lena Johansson begleiteten 800 Schwedinnen über 38 Jahre hinweg.

Zu Beginn der Studie im Jahr 1968 waren die Probandinnen zwischen 38 und 54 Jahre alt. Die Forscher fragten damals schriftlich ab, ob die Frauen gerade eine schwierige Phase durchlebten – etwa Trennung, schwere Krankheit oder Sucht eines Familienmitglieds, Tod des Partners, wenig Sozialkontakte, eine außereheliche Geburt sowie Arbeitslosigkeit.

Fünf von sechs Frauen haben Schicksalsschläge hinter sich

Von den 800 Frauen berichteten ein Viertel von einem sogenannten Stressor in ihrem Leben. Ein weiteres knappes Viertel hatte zwei leidvolle Erfahrungen durchgemacht, ein Fünftel drei und 16 Prozent sogar vier Schicksalsschläge aufzuarbeiten. Demnach war nur etwa jede Sechste bis zur Lebensmitte von Stressoren verschont geblieben.

Alzheimer-Risiko klettert mit jedem seelischen Tiefpunkt

In dem 38-jährigen Studienzeitraum bestellten die Forscher ihre Teilnehmerinnen etwa alle fünf Jahre zu Tests ein, um Stressbelastung – zum Beispiel in Form von Schlafstörungen – und geistige Fitness zu messen. Bis 2005 entwickelten 153 der Probandinnen eine Demenz. Die meisten davon (über hundert) erkrankten an Alzheimer, weitere 35 an vaskulärer Demenz.

Wie sich zeigte, traf der Verlust geistiger Fähigkeiten Frauen umso häufiger, je mehr belastende Ereignisse sie durchmachen mussten. Insbesondere das Alzheimer-Risiko stieg mit jedem Stressor an. In weiteren Untersuchungen wollen die Forscher herausfinden, ob der Zusammenhang auch für Männer gilt. Und ob psychologische Beratungsangebote nach einschneidenden Situationen das Demenzrisiko senken können.

Was Stress in Frauenkörpern anrichtet

Autor:
Letzte Aktualisierung: 20. November 2014

Wie gut ist Ihr Medizinwissen?
Wie lautet der Fachbegriff für die Wechseljahre der Frau?
Forum: Wechseljahre

Denn es tut gut, sich mit Anderen austauschen zu können.

Zum Forum
Newsletter-Leser wissen mehr

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter

Hier bestellen...

Zum Seitenanfang