Ein lebensnotwendiges Hormon

Insulin: Blutzuckerspiegel unter Kontrolle

Regulator für den Zuckerstoffwechsel

Überschreitet die Glukosekonzentration im Blut einen bestimmten Wert, wird in der Bauchspeicheldrüse die Produktion des Hormons Insulin angeworfen. Nur wird der Zucker in die Zellen aufgenommen und als Energiequelle genutzt oder gespeichert.

Insulin
Insulin, hier die Struktur des Hormons, wird in der Bauchspeicheldrüse produziert. Insulin transportiert Zucker aus dem Blut in die Zellen und reguliert den Fett- und Eiweißhaushalt.
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Insulin ist ein lebensnotwendiges Hormon, denn es reguliert den Zuckerstoffwechsel und damit die Energieversorgung der Zellen im Körper. Insbesondere rote Blutkörperchen (Erythrozyten), Nierenmark und Gehirn sind auf Glukose als Energiequelle angewiesen. Gleichzeitig gilt für die Blutzuckerwerte, dass sowohl ein Zuviel, als auch ein Zuwenig gefährlich sind. Daher muss der Spiegel über Hormone reguliert werden. Insulin kann als einziges Hormon den Blutzucker senken. Seine Gegenspieler, vor allem das Glukagon, aber auch Adrenalin, Kortisol, Somatostatin und , sorgen dafür, dass der Blutzuckerspiegel ansteigt.

Bauchspeicheldrüse bildet Insulin

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Insulin wird von der Bauspeicheldrüse, konkret von den Betazellen, die sich in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse befinden, gebildet. Daher der Name Insulin. Es ist ein aus 51 Aminosäuren bestehendes Proteo-Hormon, das aus zwei Ketten besteht, einer A-Kette aus 21 Aminosäuren und einer B-Kette mit 30 Aminosäuren. In den Betazellen wird es als an Zink gebundenes Hexamer in Form von stark kondensierten Speichergranula vorgehalten.

Funktion von Insulin

Sobald die Glukosekonzentration im Zwischenzellraum (extrazelluläre Flüssigkeit) auf über drei Millimol pro Liter angestiegen ist, schleusen die Betazellen der Langerhans-Inseln das Hormon Insulin in Form eines Monomers aus. Dies ist insbesondere nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit erforderlich. Denn dann steigen die Blutzuckerspiegel schnell an. Insulin gibt an Zellen, die mit einem Insulinrezeptor ausgestattet sind, das Signal, Zucker aus dem Blutplasma und der Gewebeflüssigkeit in das Zellinnere aufzunehmen.

Dies geschieht vor allem durch Zellen in der Leber und den Muskeln. Sie können sehr schnell große Mengen Glukose aufnehmen und speichern oder in Energie umwandeln. Die Möglichkeit zur Speicherung von Glukose in Form von Glykogen nutzen zum Beispiel Marathonläufer, indem sie in den Tagen vor dem Wettkampf hauptsächlich Pasta essen, um die Glykogenspeicher aufzufüllen.

Störungen der Insulinproduktion

Ein Mangel des Hormons Insulin kann entweder relativ sein (zum Beispiel Schwangerschaftsdiabetes, Typ-2-Diabetes) oder aber auf ein Versiegen der Produktion zurückzuführen sein (zum Beispiel Typ-1-Diabetes). In anderen Fällen (wie in der späten Phase eines Typ-2-Diabetes oder beim metabolischen Syndrom) ist zwar genügend Insulin vorhanden, die Insulinwirkung aber eingeschränkt, was als Insulinresistenz bezeichnet wird. Die Zielzellen reagieren nicht mehr auf das im Blut befindliche Insulin.

Beim Hyperinsulinismus beziehungsweise einem Insulinom ist es genau umgekehrt. Es wird mehr vom Hormon Insulin gebildet, als der Körper benötigt. Der Hyperinsulinismus kann eine Reaktion der Bauchspeicheldrüse auf die Insulinresistenz des Fettgewebes bei fettlebigen Personen oder Diabetikern sein: Da die erwünschte Wirkung der Insulinausschüttung ausbleibt, wird immer mehr Insulin ausgeschüttet – bis die Bauchspeicheldrüse erschöpft ist und kein Insulin mehr bilden kann.

Unterzuckerung droht

Diese Störung der Insulinproduktion tritt vor allem bei Erwachsenen auf. Der Hyperinsulinismus kann aber auch strukturell bedingt sein – durch einen Tumor der Inselzellen der Bauchspeicheldrüse, ein sogenanntes Insulinom, oder eine Wucherung (Inselzellhyperplasie). Diese Form findet sich eher bei Neugeborenen und Kindern. Sie kann zu schweren Unterzuckerungen und Komplikationen führen.

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