Anatomie

Weibliche Geschlechtsorgane: Vulva, Vagina & Co.

Qualitätssiegel Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten geprüft

Die weiblichen Geschlechtsorgane werden in äußere und innere Genitalien unterteilt. Was aber genau sind Vulva und Vagina?

vulva vagina weibliche geschlechtsorgane
Auf Grafiken werden oft nur die inneren weiblichen Geschlechtsorgane gezeigt, nicht aber der Bereich der Vulva.
© hakule via Getty Images

Das weibliche Becken unterscheidet sich in seinem Aussehen von dem des Mannes deutlich: Es ist stärker geneigt und zeichnet sich durch eine größere Weite der Beckenhöhle aus. Darin finden die inneren weiblichen Geschlechtsorgane Platz: die Gebärmutter, die Eileiter, die Eierstöcke und die Scheide. Sie sind durch Bindegewebe mit dem knöchernen Becken verbunden. Immer noch herrschen viele Unsicherheiten über die weiblichen Geschlechtsorgane, beispielsweise werden Vulva und Vagina oft gleich gesetzt, obwohl es sich um völlig unterschiedliche Bereiche des Intimbereichs bei Frauen handelt.

Im Überblick:

Vulva: Diese Formen gibt es

Äußerer Intimbereich: Die Vulva

Das äußere weibliche Geschlechtsorgan ist die Vulva. Sie besteht aus den großen Schamlippen (Labien majoris), dem Scham- oder Venushügel (Mons pubis), den kleinen Schamlippen (Labien minoris), der Klitoris (Kitzler) und dem Scheidenvorhof. Während die großen Schamlippen von Fettgewebe unterpolsterte Hautfalten sind und Schweiß- und Talgdrüsen enthalten, bestehen die kleinen Schamlippen aus Bindegewebe mit reichlich Blutgefäßen und Nerven und reagieren deshalb empfindlich auf Berührung.

Auch in der Klitoris befinden sich viele Blutgefäße und Nerven. Sie gilt als das weibliche Pendant zur Eichel des Mannes und wird auch als Klitorisperle bezeichnet. Die Klitoris enthält doppelt so viele Nerven wie die Eichel beim Mann uns ist damit die sensibelste Körperstelle überhaupt beim Menschen. Die kleinen Schamlippen bilden im Bereich der Klitoris eine Falte, um diese zu schützen, das sogenannte Klitoris-Häubchen. Heute weiß man, dass es sich bei der Klitoris um ein großes Organ handelt, das aus Schwellkörpergewebe besteht. Nur ein kleiner Teil der Klitoris ist äußerlich sichtbar. Ebenfalls zur Vulva gehört die Harnröhrenöffnung, die unterhalb der Klitoris sitzt.

Die Behaarung an den Genitalien der Frau ist natürlicherweise auf dem Venushügel vorhanden, der mit einem Fettpolster unterlegt ist und dadurch meist über dem Schambein leicht vorsteht. Auch die großen Schamlippen, heute Venuslippen genannt, sind behaart und schützen den inneren Bereich der Geschlechtsorgane der Frau.

Ausfluss: Was ist normal und wann besser zum Arzt?

Innere Geschlechtsorgane: Vagina & Co.

Zu den inneren Geschlechtsorganen zählen die Vagina, auch Scheide genannt, die Gebärmutter, die Eierstöcke und die Eileiter.

Vagina (Scheide)

Die Vagina ist das Verbindungsorgan zwischen äußeren und inneren Genitalien. Sie ist ein acht bis zehn Zentimeter langer muskulöser Schlauch, der von innen mit einer Schleimhaut überzogen wird. Die Scheidenwände sind reich an elastischem Bindegewebe, venösen Blutgefäßen und Muskelfasern. Sie ist dadurch sehr beweglich und ermöglicht den Geburtsakt. Die Scheide mündet in die Gebärmutter.

Gebärmutter (Uterus)

Die Gebärmutter, in der Medizinersprache der Uterus, ist ein muskulöses Hohlorgan, das in der Mitte des kleinen Beckens liegt. In ihr reift nach der Befruchtung der Embryo heran. Bei der erwachsenen Frau ist die Gebärmutter rund sieben Zentimeter lang und birnenförmig. Sie besteht aus dem Gebärmutterkörper (Corpus uteri) und dem Gebärmutterhals (Cervix uteri).

Der Gebärmutterhals, die Cervix uteri, nimmt das untere Drittel der Gebärmutter ein. Er ragt mit der sogenannten Portio in das Scheidengewölbe hinein. In der Mitte der Portio befindet sich der Muttermund, der den Eingang in den Gebärmutterhalskanal darstellt. Bei Frauen, die noch nicht geboren haben, ist der Muttermund ein rundes Grübchen. Nach der Geburt wird er zu einem quergestellten Spalt. Der Gebärmutterhals ist mit einem drüsenreichen Epithel ausgekleidet, das unter dem Einfluss von Östrogenen reichlich Zervixschleim absondert.

Im Gegensatz zum Gebärmutterhals besteht die Wand des Gebärmutterkörpers fast ausschließlich aus glatter Muskulatur. Sie erlaubt die starke Vergrößerung der Gebärmutter im Laufe einer Schwangerschaft und ist zudem der entscheidende Motor bei der Ausstoßung des Embryos während des Geburtsakts.

Eileiter (Tuben, Tubae uterinae)

Zu beiden Seiten hin wird die Gebärmutter von oben durch die Eileiter mit den Eierstöcken verbunden. Sie sind etwa zwölf Zentimeter lang und im Inneren mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die Flimmerhärchen enthält und unter dem Einfluss von Östrogenen ein Sekret absondert. Das Sekret und die Bewegung der Flimmerhärchen sorgen dafür, dass die Eizelle aus dem Eierstock in die Gebärmutter abwärts wandert und sich umgekehrt die Spermien in Richtung Eierstock zur Eizelle hin aufwärts bewegen.

Eierstöcke (Ovarien)

Die Eierstöcke, die sich rechts und links des Gebärmutterkörpers befinden, sind mandelförmig und etwa zweieinhalb bis fünf Zentimeter lang. Ihre Oberfläche wird von einem Keimepithel bedeckt. In der darunterliegenden sogenannten Rindenschicht befinden sich die heranreifenden Eizellen, zu Beginn der Pubertät etwa 400.000 bis 500.000.


Wellness-Tipps für die Vagina
Meistgeklickt zum Thema
Die sechs wichtigsten Warnsignale des Körpers
Beinschmerzen, Atembeschwerden, Lähmungen

Wadenschmerzen, tauber Arm, Atembeschwerden – eine ernste Erkrankung? Wann Sie zum Arzt sollten mehr...

Inzidenz, Mortalität, Letalität: Was bedeuten die Begriffe?
Wichtige Maßeinheiten der Epidemiologie

In medizinischen Texten und Studien sind Inzidenz und ihre Sonderformen, die Mortalität und Letalität, wichtige Kenngrößen. Was sagen die Begriffe aus und worin besteht der Unterschied? mehr...

Die zehn häufigsten Geschlechtskrankheiten
Medizinwissen

Chlamydien, Tripper, Feigwarzen: Beim Sex können wir uns fast 30 verschiedene Krankheiten holen mehr...

Haben Sie eine Frage?

Sie möchten Informationen zu bestimmten Krankheitssymptomen oder wollen medizinischen Rat? Hier können Sie Ihre Fragen an unsere Experten oder andere Lifeline-Nutzer stellen!

Artikel zum Thema
  • Der weibliche ZyklusDer weibliche Zyklus

    Jede Frau sollte ihren Zyklus kennen. Anhand des weiblichen Zyklus‘ lassen sich die fruchtbaren Tage und der Beginn der nächsten Monatsblutung bestimmen. Zahlreiche hormonbedingte... mehr...

Experten-Foren

Mit Medizinern und anderen Experten online diskutieren.

Forum wählen
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Newsletter-Leser wissen mehr über Gesundheit

Aktuelle Themen rund um Ihre Gesundheit kostenlos per Mail.

Abonnieren

Zum Seitenanfang

afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2021/02: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über Gong Verlag GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.lifeline.de

Unser Angebot erfüllt die afgis-Transparenzkriterien.
Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheitsinformationen im Internet.