Häufige Knieverletzung

Meniskus: Das hilft bei Schaden und Riss

Bei einer Meniskusläsion reißt der Meniskus oder verschleißt. Das Knie kann dadurch instabil werden, mitunter entstehen Schmerzen. Im Rahmen einer Kniespiegelung können Chirurgen den Schaden reparieren.

meniskus kaputt
In jedem Kniegelenk gibt es zwei Menisken, einen Innenmeniskus und einen Außenmeniskus.
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Die Begriffe Meniskusschaden oder Meniskusläsion bezeichnen die häufigste Form der Knieverletzung. Das Kniegelenk, das größte Gelenk des menschlichen Körpers, benötigt für eine optimale Funktion und optimalen Halt einige Zusatzelemente, die dies gewährleisten. Hierzu zählen fast ein Dutzend Bänder. Die Kreuzbänder und das Innen- und Außenband sind wohl die bekanntesten.

Die Kniescheibe (Patella) mit der dazugehörigen Patellasehne und die stabil angelegte Gelenkkapsel tragen zur Stabilität des Kniegelenks bei. Eine sehr wichtige Funktion übernehmen auch die Menisken. Zwei solcher Menisken gibt es in jedem Kniegelenk. Hat ein Meniskus einen Riss oder macht sich Verschleiß bemerkbar, so spricht man von einem Meniskusschaden.

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Wenn man sich die Knochenenden ansieht, die das Kniegelenk bilden, fällt auf, dass die Gelenkflächen von Unter- und Oberschenkel mit ihren unebenen Formen nicht sehr gut harmonieren. Auf dem Schienbeinkopf sind auf den Gelenkknorpel zur Unterstützung der Stabilität Außen- und Innenmeniskus aufgesetzt, um diese beiden doch unförmigen Gelenkpartner besser aneinander anzupassen.

Warum ist der Meniskus so anfällig für Degeneration?

Die Menisken sind keilförmige, halbrunde Bindegewebsscheiben, die die Last des Körpergewichts aufnehmen und gleichmäßig auf die Gelenkflächen des Unterschenkels verteilen, wobei der Außenmeniskus um etwa ein Drittel mehr Gewicht übernimmt als der Innenmeniskus. Die Keilform ergibt sich daraus, dass die Menisken von der Gelenkmitte nach außen dicker werden.

Der Innenmeniskus ist der Größere von beiden, außerdem ist er mit der Gelenkkapsel verwachsen, so dass es häufig vorkommt, dass bei traumatischen Ereignissen die Kapsel oftmals mit beschädigt wird. Unter anderem deshalb kommen Verletzungen des Innenmeniskus zwanzig Mal häufiger vor als Außenmeniskusschäden.

So schützen Sie Ihre Knie

Meniskusschaden: Diese Symptome verraten eine Läsion

Beim Meniskusschaden (Meniskusläsion) sind die plötzlichen Schmerzen und eine Blockierung des Kniegelenks die ersten deutlichen Symptome. Ist die Meniskusbasis, die durchblutet wird, von einem Riss betroffen, kann man bereits nach kurzer Zeit ein Einbluten in die Kniegelenkkapsel nachweisen. Ein Gelenkerguss entsteht, eine Belastung ist nur unter Schmerzen möglich. Durch die Schwellung innerhalb der Gelenkkapsel wird der Gelenkspalt druckschmerzhaft.

Meniskusriss und -schaden: Welche Ursachen stecken dahinter?

Aufgrund der großen Belastung, die das Kniegelenk insbesondere beim Sport oder beim Heben und Tragen schwerer Lasten erfährt, kann es zu Verletzungen eines Meniskus kommen. Oft geschieht dies unter Belastung des Unterschenkels und gleichzeitiger Drehbewegung des gebeugten Kniegelenks. Dies kann dann sofort zu einer schmerzhaften Schädigung (Meniskusriss) führen.

Meniskusriss: Formen und Ursachen

Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Rissformen am Meniskus, die auch unterschiedliche Auswirkungen auf die zukünftige Stabilität des Kniegelenks haben. Hier gibt es Längsrisse, Querrisse, sogenannte Korbhenkelrisse oder Lappenrisse. Entscheidend für die Behandlung eines Meniskusschadens (Meniskusläsion) ist unter anderem, ob das Meniskusgewebe noch ausreichend befestigt ist oder ob sich ein Teil des Meniskus frei im Gelenk bewegen und somit eine Kniegelenksblockierung auslösen kann, indem der Meniskus aus seiner ursprünglichen Position rutscht.

Auch dauerhafte Fehl- und Überbelastung, beispielsweise bei großem Übergewicht, kann über Jahre zu einem erhöhten Verschleiß und somit zu einer degenerativen Veränderung der Menisken führen. Auch hier entstehen kleine Risse oder Defekte am Meniskusgewebe, die sich mit Schwellung und Schmerzen bemerkbar machen. Die degenerativen Meniskusschäden beziehen sich meistens auf den hinteren Anteil (Hinterhorn) des Innenmeniskus. Auch aufgrund von Fehlstellungen, zum Beispiel sogenannte X- und O-Beine, kann ein Meniskus überlastet sein und dem Verschleiß schneller zum Opfer fallen.

Meniskusschaden: So läuft die Diagnose ab

Idealerweise sucht man mit einem akuten Meniskusschaden (Meniskusläsion) umgehend einen Orthopäden auf. Nach einer Tastuntersuchung und Bewegungsprüfung kann man den Ort der Schädigung vielleicht erkennen, zumindest aber eingrenzen. Mittels Röntgenbild lässt sich keine frische Meniskusverletzung nachweisen, allerdings kann man hier ältere, degenerative Verletzungen der Menisken nachweisen.

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein sehr gutes bildgebendes Verfahren, jedoch ist eine solche Diagnostik sehr kostenintensiv. Um die Menisken zu untersuchen, reicht meist eine dreidimensional dargestellte Ultraschall-Untersuchung (Sonographie), allerdings sollte diese von einem damit erfahrenen Mediziner durchgeführt werden. Ein routinierter Arzt kann mit diesem sogenannten 3D-Ultraschall Meniskusläsionen erkennen und somit auf ein teures Verfahren verzichten. Je nach Begleitbefund sind auch unterschiedliche Kombinationsverletzungen möglich. So kann zusätzlich die Gelenkkapsel oder eines der Bänder reißen.

Meniskusriss: Therapie besteht meist in einer OP

Die Therapie richtet sich nach Art des Meniskusschadens und Alter des Betroffenen. Bei jüngeren Menschen wird der Meniskusschaden (Meniskusläsion) operativ versorgt. Falls der Riss innerhalb der durchbluteten Basis des Meniskus liegt, wird dieser genäht. Liegt die Schädigung im nicht durchbluteten Bereich, werden störende Teile des Meniskus abgetragen. Damit vermeidet man später spontane Knieblockaden beim Betroffenen. Allerdings kann eine Teilentnahme auch später zu Arthrose führen. Ist der Meniskusschaden so ausgeprägt, dass der Meniskus komplett entfernt werden muss, fehlt an dieser Stelle diese Druckunterstützung und man kann davon ausgehen, dass wahrscheinlich einmal Arthrose in diesem Kniegelenk entstehen wird.

Meniskus: Verlauf der Degeneration und OP-Risiken

Natürlich birgt auch ein kleiner Eingriff Risiken. Die Narkose, der Operationsverlauf, Infektionen und andere Risikofaktoren kann man auch beim Meniskusschaden (Meniskusläsion), wie bei allen Operationen, nicht ausschließen. Nach anschließender Wundheilung werden nach etwa zehn Tagen die Fäden gezogen.

Physiotherapie nach der Meniskus-OP

Physiotherapie bewirkt eine Mobilisation des Kniegelenks nach der Ruhigstellung, stufenweise wird eine Vollbelastung erarbeitet, die nach einigen Monaten erfolgen kann. Die Heilungsdauer ist abhängig von der Ursache des Meniskusschadens und der Konstitution des Betroffenen.

Vorbeugung: So schützen Sie Ihre Menisken vor Schäden

Man kann einem Meniskusschaden (Meniskusläsion) nur bedingt vorbeugen. Traumatisch bedingten Meniskusläsionen, die beim Sport oder bei großer Belastung plötzlich entstehen, kann man eventuell mit Koordinationstraining und gut austrainierter Muskulatur teilweise verhindern. Bei einer vorhandenen Fehlstellung der Knie kann man mit Schuheinlagen oder gezielten Übungen die Fehlbelastung etwas abmildern.

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Letzte Aktualisierung:14. September 2015
Letzte Änderung durch: sw

Quellen: Pfeil, J., Niethard, F.:Orthopädie. Thieme Verlag Weineck, J.: Sportanatomie, PERIMED-spitta Verl.-Ges.

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