Inhaltsstoff Sulforaphan

Brokkoli: Das steckt im grünen "Krebskiller"

Brokkoli strotzt nur so vor Nährstoffen: Das Gemüse enthält neben Kalzium etwa viel Eisen. Dem Sulforaphan darin wird sogar krebshemmende Wirkung nachgesagt.

brokkoli
Schonend und kurz gegart ist Brokkoli am gesündesten. Er und andere grüne Gemüsesorten liefern dem Körper sekundäre Pflanzenstoffe wie Sulforaphan, die ihn unter anderem bei der Krebsabwehr unterstützen.
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Genau wie Rosenkohl ist Brokkoli geschmacklich nicht jedermanns Sache. Wer ihn mag, sollte das aber ausnutzen. Denn die grünen Blüten strotzen vor Vitaminen und Mineralstoffen: Brokkoli enthält neben knochenstärkendem Kalzium und Selen zum Zellschutz viel Eisen für das Blut. Jede Menge Vitamin C sorgt darüber hinaus für eine gut funktionierende Immunabwehr gegen Erkältungen und andere Infektionen.

Brokkoli gegen Krebs, Arthrose und Magengeschwüre

Doch das ist längst nicht alles, was Brokkoli dem Körper schenkt: Die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe wirken Entzündungen und Krebs entgegen. Für die Schutzwirkung gegenüber Tumoren machen Forscher vor allem den Stoff Sulforaphan verantwortlich. Die Substanz bremst das Krebswachstum und kann Tumorzellen sogar abtöten, in dem es den programmierten Zelltod auslöst, die sogenannte Apoptose.

Antioxidantien satt: Diese Lebensmittel schützen vor Krebs

Auch gegen den Magenkeim Helicobacter pylori, der Magengeschwüre und -tumoren auslösen kann, erwies sich der grüne Alleskönner in wissenschaftlichen Untersuchungen als wirksam. Auch diese Wirkung schreibt man dem enthaltenen Sulforaphan zu. Am besten wirkt der Krebskiller, wenn man das Gemüse nur kurz kocht und sorgfältig kaut.

Auch der Faltenbildung wirkt Sulforaphan entgegen, indem es freie Radikale unschädlich macht. Diese aggressiven Verbindungen entstehen, wenn Stress oder UV-Strahlen die Haut strapazieren. Das Vitamin C im Brokkoli hat ebenfalls antioxidative Eigenschaften. Es ist zudem für die Bildung von Kollagen zuständig. Dieses Eiweiß strafft die Haut und fördert das Haarwachstum.

Kalorienarmer Brokkoli zum Abnehmen und für gute Augen

Einer Studie aus dem Jahr 2013 zufolge soll ein Inhaltsstoff aus Brokkoli außerdem Arthrose vorbeugen und lindern können. Abgesehen davon unterstützen die Karotinoide in dem Gemüse die Sehkraft, denn sie bilden die Basis für das augenschützende Vitamin A (Retinol). Nicht wundern, dass man dem Brokkoli diese gelben Pflanzenfarbstoffe gar nicht ansieht: Sie werden von grünen Farbpigmenten, dem Chlorophyll, überlagert.

Bei all den wertvollen Inhaltsstoffen liefert Brokkoli pro Hundert-Gramm-Portion nur schlanke 34 Kilokalorien (kcal), das Gemüse eignet sich also perfekt für den Speiseplan im Rahmen einer Diät. Brokkoli ist nahezu fettfrei, die enthaltenen Ballaststoffe sättigen nachhaltig und unterstützen so den Gewichtsverlust zusätzlich.

Rezepte mit Brokkoli sind vielseitig und gesund

Verwenden lässt sich das Kohlgemüse zum Beispiel für Cremesuppen, Bratlinge oder als Beilage. Auch roh, etwa im Salat, sind die grünen Blüten durchaus genießbar und sehr gesund. Übrigens kann man nicht nur die feinen Brokkoli-Röschen essen, sondern auch den Strunk und die Blätter des vielseitigen Gemüses. Letztere eignen sich beispielsweise als gesunde Zutat in einem grünen Smoothie.

Wer Brokkoli selbst anbauen oder regionale und saisonale Ware einkaufen möchte, muss ich Sommer zugreifen: Saison hat das Kohlgemüse etwa von Ende Juli bis in den Herbst hinein. Es gibt auf manchen Wochenmärkten auch Brokkoli-Varietäten mit sehr hellen, gelben oder sogar purpurfarbenen Blüten.

Brokkoli-Verwandte haben ebenfalls viel zu bieten

Aber auch die grünen "Cousins" des Brokkolis können sich sehen lasen, was ihre gesundheitlichen Vorzüge angeht. Grünkohl etwa unterstützt durch seinen hohen Beta-Carotin-Gehalt ebenfalls die Sehkraft und die Funktion von Schleimhäuten. Rosenkohl liefert seinerseits eine ganze Menge des krebshemmenden Sulforaphans.

Wirsing wiederum ist reich an Folsäure, die wichtig für die Blutbildung ist. Blumenkohl sieht dagegen vergleichsweise "blass" aus: Einzig in der Vitamin-B1-Konzentration kann er mit den anderen Kohlarten wie Brokkoli mithalten und so zum Beispiel Müdigkeit und Muskelschwäche vorbeugen.

Rezept: Leichte Brokkoli-Pfanne mit Ricotta-Dip

Zutaten für vier Personen:

  • 1 Bund Möhren
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 1 Kohlrabi
  • 1 Brokkoli
  • 2 EL Butter
  • 100 ml Gemüsebrühe
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Für den Dip:

  • 250 g Ricotta
  • 2 EL Milch
  • 3 EL frische, gehackte Kräuter
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitung: Frühlingszwiebeln schräg in Ringe, Möhren und Kohlrabi in Stifte schneiden. Brokkoli in Röschen zerteilen und waschen. Butter erhitzen. Gemüse andünsten, Brühe angießen und abgedeckt zehn bis 15 Minuten garen. Deckel abnehmen und Flüssigkeit verdunsten lassen. Frühlingszwiebeln ca. fünf Minuten vor Ende der Garzeit dazugeben und die Gemüsepfanne mit Salz und Pfeffer abschmecken. Für den Dip Ricotta mit Milch glatt rühren, Kräuter hinzufügen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Pro Portion: 326 kcal

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Letzte Aktualisierung:31. August 2016
Durch: sw
Quellen: Denis Gingras/Richard Béliveau: Krebszellen mögen keine Himbeeren; Kösel 2007.

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