Im Sommer und beim Sport

Wolf laufen: Was gegen reibende Oberschenkel hilft

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Wunde Stellen auf der Haut kommen vor allem beim Sport oder im Sommer bei großer Hitze vor. Besonders häufig sind die Oberschenkel betroffen, wenn Haut aneinander oder gegen Kleidung scheuert. Wie man dem Wolf laufen vorbeugen und wundgeriebene Schenkel behandeln kann.

Hautwolf: Was hilft bei reibenden Oberschenkeln

Wolf laufen: Wenn kurze Hosen, Röcke und Kleider getragen werden, kommt es oft zu aufgeriebenen Stellen an der Innenseite der Oberschenkel. Aber auch beim Laufsport sind die Scheuerwunden ein altbekanntes Problem. Was hilft bei einem Hautwolf?

Artikelinhalte im Überblick:

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Wolf laufen: Entzündete Haut durch Reibung

Hitze, Feuchtigkeit durch Schweiß und Reibung sind die Ursache für die gereizten, wunden Hautstellen. Der Hautwolf, medizinisch auch als Intertrigo bezeichnet, entsteht vor allem an Stellen, wo Haut an Haut reibt, betroffene Körperstellen sind vor allem:

  • Oberschenkel
  • Achselhöhe
  • Gesäß (Afterfurche)
  • Genitalbereich
  • Bauchnabel
  • Falten am Bauch (bei starkem Übergewicht)

Die wund geriebenen Hautbereiche verursachen Schmerzen, Brennen und Juckreiz, teilweise nässen sie sogar. Auch wenn es sich bei einem Wolf um eine oberflächliche Verletzung handelt, kann es zu Komplikationen kommen: Die Hautbarriere ist an betroffener Stelle zerstört: Bakterien, Viren und Pilze können leichter eindringen, infektiöse Entzündungen sind möglich. Diabetes mellitus gilt als großer Risikofaktor für weitere Entzündungen im aufgeriebenen Hautbereich.

Intertrigo tritt nicht nur bei Menschen mit Übergewicht auf, auch bei sehr schlanken Menschen kann es zu den reibenden Oberschenkeln im Sommer kommen. Bei nur wenigen Menschen kommt es zu der sogenannten "Thigh Gap" (Oberschenkellücke), bei welcher sich die Oberschenkel nicht berühren: Dies ist vor allem abhängig vom Knochenbau und der Beschaffenheit des Beckens.

Darüber hinaus trifft das Phänomen der aufgescheuerten Haut besonders Sportler*innen, die Reibung entsteht oftmals durch weite Kleidung. Der Hautwolf kommt hier vor allem an Achselhöhlen, Hoden und Brustwarzen vor.

Hautwolf vorbeugen: Was hilft?

Je nach betroffener Region und vor allem je nach Grund für den Hautwolf können unterschiedliche Tipps helfen, um den wunden Hautbereichen vorzubeugen.

Tipps für den Sport

Um beim Sport die Reibung von Haut und Stoff zu minimieren und sich keinen Wolf zu laufen, ist besonders auf enganliegende Kleidung zu achten. Je weniger diese sich bewegen kann, desto weniger Reibung entsteht.

Darüber hinaus ist Sportbekleidung aus Funktionsstoffen besonders empfehlenswert, dieses ist sehr atmungsaktiv, denn: Saugt sich Kleidung mit Schweiß voll, klebt sie an der Haut und führt zu den schmerzhaften Wunden. Deshalb sollte beim Laufsport besonders auf die Atmungsaktivität der Materialien geachtet werden. Bei Männern ist eine enge Unterhose wichtig, um den Genitalbereich vor Reibung und infolge dem Wundscheuern zu schützen. Gutes Schuhwerk schützt die Füße vor Scheuern und Blasenbildung.

Auch Pflaster und Tapes können helfen, um die Brustwarzen durch Abkleben zu schützen. Tipp: Pflaster und Tapes sollten festsitzen und keine Falten bilden, um nicht erst recht Reibung zu erzeugen.

Im Laufsport hat sich für den Hautwolf der Begriff „Chafing“ etabliert, er kommt aus dem Englischen und steht für „scheuern“. Für Marathon-Begeisterte gibt es spezielle Anti-Chafing-Gele, -Sticks und -Sprays. Sie helfen auch im Alltag gegen die reibenden Schenkel, sind allerdings deutlich teurer als so manches Hausmittel gegen reibende Oberschenkel.

Kurze Hose und Kleid: Was hilft gegen scheuernde Oberschenkel im Sommer

Im Sommer muss nicht mal das Joggen im Park sein, um sich zwischen den Beinen einen Wolf zu laufen, manchmal reicht schon der Weg in den Supermarkt in kurzer Hose. Durch Schweiß kleben die Schenkel zusammen und reiben aneinander, es entsteht der Hautwolf.


Viele Tipps und Hausmittel sollen die Reibung reduzieren und dabei helfen, einem Hautwolf vorzubeugen. Was hilft?

  • Gleitgel und Vaseline: Vaseline und Gleitmittel auf Silikonbasis bieten Schutz davor, sich einen Wolf zu laufen. Der Nachteil ist die geringe Haltbarkeit, deshalb sollte für längere Ausflüge die Tube lieber eingesteckt werden. Darüber hinaus sollten fett- und silikonhaltige Produkte nicht auf schon bestehende Wundstellen aufgetragen werden, da sie nicht atmungsaktiv sind und dem Heilungsprozess somit im Wege stehen.

  • Deodorants: Sie helfen beim Schwitzen unter den Achseln und verhindern Schweißgeruch, auch helfen sie die Reibung zu reduzieren. Ein cremiger Deo-Stick oder Deoroller können dem Hautwolf zwischen den Beinen vorbeugen. Deosprays sollten keinesfalls verwendet werden, sie können den empfindlichen Intimbereich reizen.

  • Radlerhosen: Beim Tragen von Röcken und Kleidern kann eine Radlerhose helfen, dem Hautwolf vorzubeugen. Es gibt sie in verschiedenen Formen und aus verschiedenen Stoffen, sodass sie unter der Kleidung nicht sichtbar sind. Wichtig ist, dass sich die kurze Hose nicht hochrollt, sonst kann das Problem verstärkt werden. Sie sollte wie eine zweite Haut am Körper anliegen.

Es gibt auch einige Tipps, die dem Wolf laufen vorbeugen sollen, von denen jedoch abzuraten ist:

  • Babypuder: Babypuder nimmt Feuchtigkeit auf und reduziert so die Reibung, deshalb wird es oftmals gegen die scheuernden Schenkel empfohlen. Leider ist das Puder nicht gut geeignet: Bei großen Schweißmengen verklumpt es und verschlimmert die Problematik enorm.

  • Bandelettes: Sie sind wie die Radlerhose eine textile Lösung, um sich keinen Wolf zu laufen. Bandelettes sind Oberschenkelbänder, die die Schenkel vor der Reibung schützen sollen. Es gibt sie in vielen Ausführungen. Sie haften an der Haut durch Silikonbänder, oft verrutschen sie allerdings, wodurch die Reibung verstärkt wird.

  • Blasenpflaster: Große Blasenpflaster aus Silikon können kurzzeitig helfen, die Reibung zu vermindern. Bei Hitze lösen sie sich allerdings schnell, abstehende Ränder können zu einer zusätzlichen Reibungsquelle werden. Darüber hinaus gibt es spezielle Blasengele als Sticks, die sich gut für unterwegs eignen und in Apotheke und Drogeriemarkt zu erwerben sind.

  • Kokosöl: Das Öl ist ein natürlicher Helfer gegen die Reibung. Es duftet gut und pflegt die Haut, allerdings wird es bei Hitze sehr flüssig und verläuft, wodurch es seine Wirkung verliert. Auch Fettflecken auf der Kleidung können entstehen.

Intertrigo behandeln: Was hilft bei wund gescheuerter Haut?

Hat man sich einen Wolf gelaufen, können die Wunden sehr schmerzhaft sein. Der Heilungsprozess kann durch wiederholte Reibung und Reizung der Hautpartie lange dauern. Deshalb ist die richtige Pflege bei dem Hautwolf besonders wichtig. Sie soll die Haut beruhigen, weitere Reizung verhindern und das Abheilen beschleunigen.

Cremes und Salben mit feuchtigkeitsspendenden und regenerierenden Inhaltsstoffen wie Panthenol (auch Dexpanthenol, Provitamin B5) und Vitamin E eigen sich gut, um die betroffenen Hautpartien zu behandeln. Pasten mit Zinkoxid haben außerdem eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung, sie beugen also Komplikationen vor.

Hat sich zudem ein Hautpilz an der Scheuerwunde gebildet, muss dieser mit einem lokalen Antimykotikum behandelt werden, in seltenen Fällen wird eine orale Einnahme als Tablette erforderlich.

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