Für Verdauung & Nerven

Veratrum album bei Magen-Darm-Beschwerden

Veratrum album lautet die homöopathische Antwort für Menschen, die etwa an einer Magen-Darm-Erkrankung leiden. Die Arznei kann dann – unterstützend zur schulmedizinischen Behandlung – wertvolle Hilfe leisten. Das ist aber noch nicht alles: Veratrum album kann noch mehr!

Frau hat Bauchschmerzen
Veratrum album ist ein bekanntes homöopathisches Arzneimittel gegen Magen-Darm-Probleme.
iStock

Das homöopathische Arzneimittel Veratrum album wird aus den zerkleinerten Wurzelanteilen der gleichnamigen Pflanze hergestellt. Das Liliengewächs mit den kleinen weißen Blüten ist auch als weißer Nieswurz oder weißer Germer bekannt und wächst vor allem in den höher gelegenen Alpenregionen sowie in Osteuropa.

Im Überblick:

Veratrum album: Wirkt auf Nerven, Magen und Darm

Veratrum album wird insbesondere bei Magen-Darm-Erkrankungen mit Symptomen von starker Übelkeit und Brechdurchfällen sowie bei Kreislaufschwäche mit Kollapsneigung eingesetzt. Darüber hinaus gilt Veratrum album aber auch als wichtige Arznei zur unterstützenden Behandlung von bestimmten psychischen Beschwerden. Typische Einsatzgebiete sind zum Beispiel Verhaltensauffälligkeiten mit Zerstörungswut, Psychosen, Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) oder auch Depressionen mit manischen Phasen.

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Veratrum album D6 und D12: Potenzen und Dosierung

Für die Selbstbehandlung von akut auftretenden Symptomen eignen sich die niedrig dosierten Potenzen Veratrum album D6 und D12 besonders gut. Für die Therapie steht Veratrum album in der Apotheke in Form von homöopathischen Tabletten, Tropfen oder auch Globuli zur Verfügung. Erwachsene nehmen hiervon dreimal täglich entweder eine Tablette, fünf Globuli oder fünf Tropfen. Kinder erhalten jeweils drei Globuli, drei Tropfen oder eine halbe Tablette. Für Kleinkinder und Säuglinge sind die süß schmeckenden Globuli gut geeignet. Hiervon nehmen Kleinkinder jeweils zwei Kügelchen. Säuglinge erhalten nur einen Globulus. Alternativ dürfen aber auch entsprechend viele Tropfen beziehungsweise Tablettenanteile, in Wasser oder Saft gelöst, verabreicht werden.

Akutbehandlung: Bei akut auftretenden Symptomen von Kreislaufschwäche, Durchfall und Erbrechen kann die Behandlung mit Veratrum album zu Beginn auch halbstündlich erfolgen, bis sich die Beschwerden gebessert haben. Anschließend wird auf drei, dann auf zwei Gaben und schließlich auf eine Gabe täglich reduziert, bis die Symptome verschwunden sind. Danach sollte die Behandlung eingestellt werden.

Hochpotenzen: Wenn die Beschwerden chronisch auftreten oder psychische Auffälligkeiten behandelt werden sollen, sind höhere Potenzen, wie etwa Veratrum album C30 oder noch höher, sinnvoll. Hier sollte allerdings keine Selbstbehandlung mehr erfolgen, sondern die Therapie in Absprache mit einem erfahrenen Homöopathen durchgeführt werden.

Homöopathie: Wichtige Arzneimittel und ihre Wirkung

Leitsymptome für die Anwendung von Veratrum album

Folgende Leitsymptome, also Hauptbeschwerden, sprechen für die Behandlung mit Veratrum album:

  • kalter Schweiß, vor allem auf der Stirn
  • starkes Erbrechen
  • wässriger Durchfall
  • krampfartige Bauschmerzen
  • Verstopfung
  • Erbrechen von Galle
  • Schock
  • Schwindel
  • Herzschwäche
  • Kreislaufschwäche mit Zittern
  • Kältegefühl am ganzen Körper
  • plötzliche Schwäche sowie nachlassende Kräfte
  • Ohnmachtsanfälle
  • Kollaps mit kalter, blasser Haut und blauen Lippen
  • Durst und starkes Verlagen nach kalten Getränken
  • eisig kalte Nasenspitze und kalte Extremitäten
  • Dreimonatskoliken bei Babys
  • Verlangen nach sauren, erfrischenden Speisen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • schmerzhafte Periodenblutung
  • Magenschleimhautentzündungen
  • manische und depressive Gemütsverstimmungen
  • ADHS
  • Probleme still zu sitzen, Angst und Unruhe
  • Zerstörungswut

  • zur Übersicht

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Verbesserung der Symptome

  • Wärme
  • Zudecken
  • Ruhe
  • Liegen
  • warmes Wetter
  • heiße Getränke

Verschlechterung der Symptome

Veratrum album: Ähnlich wirkende Mittel

Für jedes geprüfte homöopathische Arzneimittel existiert ein Arzneimittelbild, das mit den Symptomen, die beim Patienten beobachtet werden, abgeglichen werden muss. Diese Arzneimittelbilder können sich jedoch in Teilen auch mit anderen Arzneimitteln überschneiden. Um nun das jeweils am besten passende homöopathische Medikament zu ermitteln, ist es wichtig auch die Medikamente zu kennen, die ähnliche Arzneimittelbilder aufweisen. Im Fall von Veratrum album sind das folgende homöopathische Arzneimittel:

Arsenicum album kommt ebenfalls bei starkem Brechdurchfall und Reisediarrhö zum Einsatz. Auch Angst, Unruhe, Erschöpfung und das Gefühl körperlicher Kälte mit starkem Frieren sind Symptome, die denen von Veratrum album ähneln. Anders als beim weißen Nieswurz hat der Patient aber auch brennende Schmerzen. Außerdem fehlen die für Veratrum album typische Blässe sowie der kalte Stirnschweiß.

Auch die homöopathische Arznei aus dem blauen Eisenhut kommt bei Beschwerden infrage, die nach einem Schreck oder Schock auftreten. Ebenfalls typisch sind eine körperliche und geistige Unruhe sowie die nächtliche Verschlimmerung der Symptome. Im Unterschied zu Veratrum album ist aber der typische kalte Stirnschweiß meist nicht vorhanden und der Patient zeigt auch keine Aggressivität. Dafür zeigen sich vor allem erste Anzeichen von akut auftretenden Entzündungen, wie Ohrenschmerzen, Husten, Fieber, Augenentzündungen und Kopfschmerzen auf.

  • Podophyllum

Bei Durchfall und Erbrechen kann auch Podophyllum zum Einsatz kommen. Anders als bei Veratrum album treten die Durchfälle hier aber meist zusammen mit Blähungen auf. Bei den Durchfällen, die für Podophyllum sprechen, kann auch das Zahnen oftmals die Ursache sein. Anders als bei Veratrum album besteht bei Podophyllum außerdem keine Kollapsneigung.

Homöopathische Arzneimittel für die Hausapotheke

Autor:
Letzte Aktualisierung: 28. Februar 2018
Quellen: Markus Wiesenauer: Maxi-Quickfinder Homöopathie, Gräfe und Unzer, 2015; Markus Wiesenauer, u. a.: Das große Homöopathie Handbuch, Gräfe und Unzer, 2016; https://www.dzvhae.de/; Gerhard Köhler: Lehrbuch Homöopathie 2, 7. aktualisierte Ausgabe, Hippokrates Verlag, 2009; Eugene B. Nash: Leitsymptome in der homöopathischen Therapie, Karl F. Haug Verlag, 2015, 3. unveränderte Auflage; William Boericke: Homöopathische Mittel und ihre Wirkungen, Materia medica und Repetitorium, 9. überarbeitete Auflage, Grundlagen und Praxis GmbH & Co, Wissenschaftlicher Autorenverlag, 2008

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