Salbei, Minze, Thymian: Mit Kräutern würzen

Kräuter bringen überraschende Aromen in viele Speisen und lassen sich gut auf der Fensterbank anbauen. Sie liegen außerdem im Trend: Wer mit frischen Kräutern kocht, kann gesundheitsbewusst auf Salz und Fett verzichten.

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Kräuter ersetzen nicht nur Salz und Pfeffer, sondern sie helfen dabei, auf Fett zu verzichten.
© iStock.com/CentralITAlliance

Kräuter bringen Frische ins Essen. Mit ihren Aromen von anisartig bis zitronig geben sie vielen Gerichten den letzten Pfiff. Wer Abwechslung in seiner Küche wünscht, sollte sich wie die Spitzenköchin Cornelia Poletto aus Hamburg für eine "kräuterlastige Aromaküche" entscheiden. Auch einer gesunden Ernährung zuliebe: Kräuter können Salz, Pfeffer und Fett ersetzen.

Sie sorgen für das I-Tüpfelchen. Sei es beim italienischen Klassiker Caprese mit Tomaten und Mozzarella das Basilikum mit seinem "wunderbaren Eigengeschmack". Oder beim Lammbraten zum Schluss hinzugefügter frischer Rosmarin oder Thymian. Die Köchin schwärmt ebenso von einem Kräutersalat mit "Fromage blanc", einer Art Quark aus Frankreich: "Das ist frisch und sehr bekömmlich."

"Bei Kräutern kann man in den letzten Jahren einen regelrechten Boom beobachten", sagt Daniel Rühlemann von der gleichnamigen Kräutergärtnerei in Horstedt bei Bremen. In deutschen Küchen sind inzwischen nicht nur Petersilie und Schnittlauch, sondern auch Varianten von Basilikum, Thymian, Minze und vieles mehr gefragt.

Größeres Kräuter-Angebot ein Indiz für bewussteres Kochen

"Die Leute wissen inzwischen, ich brauche keine Geschmacksverstärker. Sie wissen, dass sie mit Kräutern genügend Geschmack hineinbringen", sagt Poletto. Mit ihrem Duft und Aroma verleihen Kräuter den Speisen eine individuelle Note. "Sie ersetzen nicht nur Salz und Pfeffer, sondern man kann auch auf Fett verzichten", erklärt Carola Reich vom Dr.-Oetker-Verlag in Bielefeld.

Bei der neuen Vielfalt stellt sich jedoch oft die Frage: Was passt wozu? "Nicht schrecken lassen, sondern ausprobieren", rät Reich. Im Prinzip sei alles möglich, sagt die Kochbuchautorin Karin Wittmann aus Schwangau bei Füssen: "Aber es gibt Kombinationen, die gut harmonieren und solche, die weniger gut zusammenpassen. Mein Tipp: Das Kraut erst mal solo verwenden, um seinen Geschmack kennenzulernen und dann mit seinen Favoriten kombinieren."

Ausgesprochene Solisten sind für die Kräuterexpertin Christel Rosenfeld aus Valetta auf Malta Basilikum, Dill, Minze und Salbei. Vor allem Minze bringt Frische und Leichtigkeit ins Essen. Wer auf Empfehlung von Cornelia Poletto zum Schluss dem Spargelrisotto etwas klein gehackte Minze hinzufügt, der zaubert in die eher schwere Speise aus Reis, Brühe, Spargel, Parmesan und Butter eine überraschende Frische.

Regional gilt auch beim Zusammenspiel von Kräutern

Gute Teamspieler sind oft Gewächse aus derselben Region, zum Beispiel mediterrane Kräuter, erläutert Wittmann. Manches komme schon als Mischung in den Handel wie der Klassiker "Kräuter der Provence" aus Bohnenkraut, Majoran, Lavendel, Oregano, Rosmarin und Thymian. In die Frankfurter "Grie Soß" zu Spargel oder gekochtem Rindfleisch gehören Borretsch, Gartenkresse, Kerbel, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch.

In der Regel dienen Kräuter als feine Würze. Grundsätzlich gilt: Kräuter sollten die Aromen der jeweiligen Hauptzutat nicht überdecken, sondern ergänzen. Die meisten sind empfindliche Zeitgenossen. "Sie haben viele flüchtige ätherische Öle. Deshalb streut man sie zum Schluss am besten immer frisch darüber", empfiehlt Poletto. Zum Mitkochen eignen sich nur kräftige Arten wie Bohnenkraut, Lorbeer, Majoran, Salbei, Rosmarin oder Thymian. "Man sollte sie aber zum Schluss herausnehmen, weil sie unansehnlich werden und bitter schmecken."

Vor dem Gebrauch gilt: Kräuter nur kurz mit Wasser abspülen, trocknen und erst unmittelbar vor dem Verwenden klein schneiden. "Und wirklich schneiden, nicht hacken. Sonst werden sie zerquetscht, und die ätherischen Öle gehen ins Schneidebrett statt ins Essen", betont Reich.

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