Lust auf spontane Liebe?

Erektionsstörungen erkennen und behandeln

Viele Studien belegen: Erektionsstörungen sind ein häufiges und bedeutendes Gesundheitsproblem bei Männern. Aber: Fast jedes Paar wünscht sich mehr Spontaneität im Liebesleben. Bei Erektionsproblemen wird dies unmöglich.

Ein vergeblicher Erektionsversuch bedeutet nicht gleich Impotenz. Erst wenn Mann über einen Zeitraum von einem halben Jahr keine Gliedsteife mehr erreichen kann und Geschlechtsverkehr nicht mehr möglich ist, spricht der Mediziner von einer Erektionsstörung. Als Ursachen kommen sowohl körperliche, als auch psychische Faktoren in Frage.

Was versteht man unter einer Erektionsstörung?

Auf sexuelle Reize reagiert der Penis eines Mannes mit einer Erektion – er wird steif und ermöglicht so den Geschlechtsverkehr. Um eine Erektion auszulösen, müssen Nerven, Muskeln und Blutzufuhr optimal aufeinander abgestimmt funktionieren. Nur wenn sich die nerven- und muskelregulierten Hohlräume im Penis (Schwellkörper) ausreichend mit Blut füllen können, wird eine Gliedsteife erreicht.

Ist dieser natürliche Vorgang über einen längeren Zeitraum gestört, spricht man von einer Erektionsstörung oder auch erektilen Dysfunktion (ED). Davon zu trennen ist eine Orgasmusunfähigkeit, wenn also eine Erektion bei sexueller Stimulation auftritt, aber die Reizschwelle zum Samenerguss nicht überschritten werden kann.

Was tun bei Erektionsstörungen? Tipps und Hilfen

Ebenso gilt als Erektionsstörung, wenn der Penis sich zwar versteift, die Härte der Erektion jedoch nicht für das Eindringen in die Vagina (Penetration) ausreicht oder wenn die Erektion während des Geschlechtsverkehrs an Härte verliert und das Erreichen des Orgasmus dadurch unmöglich wird.

Was sind die Ursachen für Erektionsstörungen?

In Deutschland ist etwa jeder fünfte Mann zwischen 30 und 80 Jahren von einer Erektionsstörung betroffen. Anhand der zugrundeliegenden Ursachen unterscheiden Mediziner im Wesentlichen drei Formen:

  • die körperlich (organisch) bedingte Erektionsstörung,
  • die psychisch bedingte Erektionsstörung sowie
  • eine Mischform aus körperlichen und psychischen Faktoren.
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Erektionsstörungen sind weit verbreitet, man schätzt, dass bei etwa 70 Prozent der Betroffenen organische Ursachen zugrunde liegen. Durchblutungsstörungen, die sich auch auf die Schwellkörper des Penis auswirken, treten oft im Alter auf – sie sind zum Beispiel eine Spätfolge bei Diabetes. Auch bestimmte Medikamente haben einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die Potenz. Der übermäßige Genuss von Alkohol und Nikotin tut der Manneskraft ebenfalls nicht gut.

Erektionsstörungen in jungen Jahren

Jeder vierte Mann unter 40 Jahren hat Potenzprobleme. Die Hälfte von ihnen hat sogar eine besonders stark ausgeprägte erektile Dysfunktion. Bei jüngeren Männern hat Impotenz nicht selten psychische Ursachen: Stress, Leistungsdruck – auch im sexuellen Bereich – Versagensängste und Anspannung wirken sich auf die Erektionsfähigkeit aus.

Diagnose: Bei Erektionsstörungen zum Arzt

Potenzprobleme sind häufig erste Anzeichen für ernstzunehmende Erkrankungen, zum Beispiel Diabetes. Deshalb sollten Potenzprobleme nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Auch wenn dem Mann das Gespräch darüber vielleicht unangenehm ist, sollte ein Arztbesuch nicht allzu lange hinausgeschoben werden. Ansprechpartner für Männer mit Erektionsstörungen sind Hausarzt, Urologe oder Androloge, der auf Männerkrankheiten spezialisiert ist.

Die Diagnose verfolgt das Ziel, mögliche organische von seelischen Ursachen zu unterscheiden. Dazu gehören das Gespräch über das aktuelle sexuelle Erleben sowie eine eingehende körperliche Untersuchung, die Stoffwechsel- und Durchblutungsstörungen nachgeht. Hinzu kommen möglicherweise Ultraschalluntersuchungen wie die Doppler-Sonographie der Penisarterien, die für die Blutzufuhr zuständig sind, oder der Penisvenen, deren Funktionieren notwendig ist für den Erhalt einer Erektion. Oftmals müssen auch die an einer Erektion beteiligten Nerven getestet werden.

Wie Potenzprobleme behandelt werden

Der Markt heilversprechender Mittel und Methoden gegen erektile Dysfunktion ist sehr groß. Ohne ärztlichen Rat sollte kein Mann gegen seine Erektionsstörung vorgehen.

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Zur Behandlung von Erektionsstörungen werden je nach Ursache verschiedene Wege beschritten. Das Mittel der Wahl ist heute die medikamentöse Therapie. Sildenafil war der erste Wirkstoff, der in der zum Synonym für Potenzmittel gewordenen "blauen Pille" Viagra und Nachahmerprodukten eingesetzt wird. In den letzten Jahren wurden verwandte Wirkstoffe und Medikamente gegen Erektionsstörungen entwickelt, die noch spezifischer auf die Schwellkörper im Penis wirken.

Ausführliche Informationen, wie Potenzprobleme behandelt werden, lesen Sie hier.

Medikamente mit den Wirkstoffen Sildenafil, Vardenafil und Tadalafil sind am effektivsten, wenn

  • keine komplette erektile Dysfunktion vorliegt,
  • die erektile Dysfunktion seelisch und nicht organisch bedingt ist,
  • die gestörte Durchblutung der Penisschwellkörper eher auf einer arteriellen als venösen Störung beruht,
  • die Nerven und Blutgefäße nur gering geschädigt sind.

Langjährigen Diabetikern und Männern, bei denen nach einer Prostataoperation wichtige Nervenverbindungen beschädigt wurden, kann mit den genannten Wirkstoffen in aller Regel nicht geholfen werden.

Als medizinisch wirksam bei körperlichen Erektionsstörungen galten vor der Einführung von potenzsteigernden Medikamenten Gefäß erweiternde Substanzen, die direkt in die Schwellkörper des Penis gespritzt werden. Diese Auto-Injektionen helfen schnell, haben in Einzelfällen allerdings zu Dauererektionen geführt. Ungefährlicher ist dagegen, mit einer Vakuumpumpe eine Erektion zu erzeugen. Spritzen wie Pumpen zählen allerdings nicht gerade zu den romantischen Liebes-Accessoires und entpuppen sich rasch als hinderlich für ein ungestörtes Vorspiel.

Gibt es Hausmittel bei Erektionsstörungen?

Leichte Erektionsstörungen, denen eindeutig keine organische Ursache zugrunde liegt, kann Mann durchaus auch mit Hausmitteln zu Leibe rücken. Vor allem natürliche Mittel, die die Durchblutung der Organe im Beckenbereich anregen, sind einen Versuch wert.

Auf der Liste der möglichen Hausmittel gegen erektile Dysfunktion stehen zum Beispiel Knoblauch, Ginsengwurzel, Ingwer und Extrakte vom Gingkobaum. Auch die Homöopathie kennt Wirkstoffe, die bei sexuellen Problemen beim Mann eingesetzt werden. Die Finger sollte man jedoch von vielfach im Internet angepriesenen Wundermitteln lassen. Diese enthalten Inhaltsstoffe zweifelhafter Herkunft, bringen die Manneskraft nicht zurück und erleichtern nur den Geldbeutel der Besteller.

Sanfter Viagra-Ersatz: Gibt es pflanzliche Alternativen?

Unter bestimmten Voraussetzungen können spezielle Formen der Beckenbodengymnastik zum Erfolg führen.

Ist die Erektionsstörung seelisch bedingt, kann ein Sexualberater oder -therapeut helfen, das Problem zur Sprache zu bringen, damit der Penis sich wieder aufrichten kann. Ein wichtiges Beratungsziel besteht darin, die Sexualität entspannter anzugehen. Nicht wenige Männer setzen sich hinsichtlich der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs und ihrer Ausdauer zu sehr unter Druck.

Kann ein Mann sich noch selbst befriedigen, oder hat er außerhalb seiner Partnersexualität Erektionen, liegen meist seelische Ursachen vor. Kommt es in Lebensphasen mit vermehrtem Stress, starker körperlicher Belastung oder unter Alkoholeinfluss zu gelegentlichen Erektionsschwächen, handelt es sich dabei meist nicht um eine behandlungsbedürftige erektile Dysfunktion. In diesen Fällen führt eine spürbare Entlastung des Alltags oft schon zum Erfolg. In den meisten Fällen ist es möglich, eine normale Sexualität wiederherzustellen.

Kann Mann Impotenz vorbeugen?

Alles, was der allgemeinen Durchblutung des Körpers dient, kommt auch der Erektion zugute. Umgekehrt bedeutet dies: Alles, was der Durchblutung des Körpers schadet, fördert Erektionsstörungen: übermäßiger Nikotin- und Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Übergewicht sowie Bluthochdruck, Arteriosklerose und vor allem Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus.

Eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung an der frischen Luft, kein übermäßiger sexueller Leistungsdruck und Vertrauen und Offenheit in der Partnerschaft sind daher die wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen.

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