Laborwerte

Transferrin: Was bedeutet der Wert?

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Transferrin ist ein in der Leber gebildeter Eiweißstoff, das Protein bindet Eisen und transportiert es in die Zellen. Transferrin im Blut wird bei Verdacht auf verschiedene Erkrankungen und Mangelerscheinungen bestimmt. Welche Werte sind normal und was bedeuten erhöhte oder zu niedrige Transferrin-Werte?

Transferrin: Was bedeutet der Blutwert?
© Getty Images/Westend61

Kurzübersicht: Transferrin

Was ist Transfertin? Transferrin ist ein Bluteiweiß, das am Eisenstoffwechsel beteiligt ist. Es dient dem Transport von Eisen und schleust es über spezialisierte Rezeptoren in die Körperzellen.

Welcher Transferrin-Wert ist normal? Der Normalwert für Transferrin liegt zwischen 240 und 360 mg/dl.

Was bedeutet ein zu hoher Transferrin-Wert? Zu hohe Werte können auf einen Eisenmangel hindeuten.

Was bedeutet ein zu niedriger Transferrin-Wert? Mögliche Ursachen sind etwa Lebererkrankungen oder die Eisenspeicherkrankheit.

Artikelinhalte im Überblick

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Was ist Transferrin?

Bei Transferrin handelt es sich um ein Transportprotein, der Eiweißstoff bindet Eisen und schleust dieses in Zielzellen ein. Dafür dockt das Protein an spezielle Transferrinrezeptoren an der Zelloberfläche an, wird aktiv in die Zelle eingebracht. Dort löst sich das Eisen von seinem Proteinkomplex. Transferrin verlässt die Zelle und kann weiteres Eisen aufnehmen.

Transferrin wird in der Leber gebildet, die Herstellung des lebenswichtigen Eiweißstoffes kann bei verschiedenen Erkrankungen des Organes beeinträchtigt sein.

Wann wird der Wert bestimmt?

Transferrin wird im Blutserum bei Verdacht auf verschiedene Erkrankungen der Leber, Blutarmut (Anämie) und Nierenerkrankungen festgestellt.

Der Transferrin-Wert allein gibt nicht so viel Auskunft, er kann nur im Zusammenhang mit bestehenden Symptome und weiteren Laboruntersuchungen etwas über mögliche Erkrankungen aussagen. Deshalb wird Transferrin in der Regel nicht isoliert, wichtige weitere Laborparameter sind:

  • Transferrinsättigung (TfS): Verhältnis von Eisen zu Transferrin, die Sättigung gibt an, wie viel Eisen gebunden ist
  • Eisen: Eisen im Blutserum
  • Ferritin: Protein zur Speicherung von Eisen im Körper

Transferrin: Welcher Wert ist normal?

Welcher Tranferrin-Wert normal ist, hängt maßgeblich vom Alter ab. Für sehr junge Kinder und Säuglinge gelten andere Normwerte als für Jugendliche und Erwachsene.

Alter Milligramm pro Deziliter (mg/dl)
bis zwei Wochen 158-268
bis sechs Monate 202-302
bis zum vollendeten ersten Lebensjahr 261-353
bis 14 Jahre 240 bis 360
Erwachsene (ab 15 Jahren) 200 bis 400

Transferrin: Mögliche Ursachen für erhöhte Werte

Ist der Eisenwert im Körper (Eisenmangelanämie) zu niedrig, bildet die Leber vermehrt Transferrin. Bei einem Eisenmangel ist der Wert entsprechend erhöht. Mögliche Ursachen für einen Mangel an Eisen können in der Ernährung liegen. Auch kann sie auf eine verminderte Eisenaufnahme aus dem Darm zurückzuführen sein, wie es etwa bei Morbus Crohn der Fall ist. Zudem kann ein starker Blutverlust die Eisenmangelanämie auslösen.

Ein zu hoher Transferrin-Wert kann zudem weitere Ursachen haben, darunter:

Transferrin: Mögliche Ursachen für zu niedrige Werte

Bei einer Eisenüberladung im Körper sinkt der Transferrin-Wert: Deshalb sind niedrige Werte typisch bei der sogenannten Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose), bei der sich vermehrt Eisen im Körper anreichert.

Ein niedriger Transferrin-Wert im Blut kann zudem auf zahlreiche weitere Ursachen zurückzuführen sein. Mögliche Gründe für den niedrigen Laborwert sind:

  • Leberzirrhose
  • Leberkrebs
  • Entzündungen
  • Nierenerkrankungen (etwa das Nephrotisches Syndrom)
  • massiver Verlust von Proteinen über den Darm (exsudative Enteropathie)
  • Hämoglobinopathie (Erkrankungen, die den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) oder Blutkörperchen beeinträchtigen)
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