Demenzformen

Parkinson-Demenz: Mit Sport & richtiger Ernährung vorbeugen

Parkisnon-Patienten leiden unter den Einschränkungen ihrer Bewegungsfähigkeit. Bei bis zu 40 Prozent der Betroffenen wirkt sich die Krankheit zusätzlich auf die geistige Leistungsfähigkeit aus und in höheren Alter kann eine Demenz auftreten. Doch es gibt Möglichkeiten die Parkinson-Demenz zu verzögern.

Parkinsondemenz
Bei Parkinson ist hauptsächlich die Bewegung eingeschränkt. Im weiteren Verlauf kommt es in vielen Fällen zu einer Demenz, die sich in ihrer Ausprägung von anderen Demenzformen unterscheidet.
iStock

Eine Parkinsonerkrankung und eine Demenz bedingen sich grundsätzlich nicht gegenseitig. Sie schließen sich leider aber auch nicht aus. So ist etwa die Hälfte der über 75-jährigen Parkinson-Betroffenen von der krankhaften Vergesslichkeit betroffen, die dann wiederum ganz spezielle Züge annimmt.

Demenztest: Nur vergesslich oder dement?

Parkinson-Demenz unterscheidet sich von Alzheimer

Die Parkinson-Demenz unterscheidet sich dabei in Ausprägung und Verlauf von der Alzheimer. So ist das Gedächtnis von Parkinson-Dementen zunächst nicht betroffen. Es sind die Aufmerksamkeit, das Planen von Aufgaben und Lösen von Problemen sowie das räumliche Sehen, die zunächst Probleme bereiten. So fällt es den Betroffenen schwer die alltäglichen Tätigkeiten auszuüben, zum Beispiel sich anzukleiden, zu waschen oder zu kochen. Außerdem leiden Patienten häufig an Depressionen, Angstzuständen, Apathie, Antriebsminderung und Interesselosigkeit sowie an optischen Halluzinationen.

Erst in späteren Krankheitsphasen, in denen es dann auch zu einer Beteiligung des Erinnerungsvermögens kommen kann, fällt es den Kranken schwer, bestehende Gedächtnisinhalte abzurufen. Das Speichern von Erinnerungen funktioniert im Gegensatz zur Alzheimer-Demenz noch lange Zeit gut.

So kann Parkinson-Demenz gebremst werden

Wie alle Formen der Demenz ist auch die Parkinson-Demenz noch nicht heilbar, es gibt aber Therapiemöglichkeiten, die die Beschwerden lindern und das Fortschreiten verzögern können:

  • Bewegung und Krankengymnastik
    Verschiedene Studien zeigen, dass Sport das Fortschreiten einer Demenz deutlich bremsen kann. Die körperliche Anstrengung muss dabei so gewählt werden, dass die Herzfrequenz steigt. Ein Spaziergang ist daher nicht ausreichend, Nordic Walking schon. Ideal sind vier mal 45 bis 60 Minuten körperliche Aktivität wöchentlich. Zusätzlich kann mittels Krankengymnastik gezielt gegen die parkinsontypischen Bewegungsprobleme gearbeitet werden.

  • Anpassung der Ernährung
    Glykolsäure und D-Milchsäuren sind hier die Schlüssel zum Erfolg. Sie bekämpfen Parkinson ganz natürlich. Hier stecken sie drin: Dieses Essen hilft gegen Parkinson

  • Bestehende Medikation anpassen
    Zunächst sollten aufgrund von Vorerkrankungen regelmäßig eingenommene Medikamente an das neue Krankheitsbild Parkinson angepasst werden. Bestimmte Arzneien können eine Demenz verstärken. Dazu gehören Blutdrucksenker, Entwässerungsmittel, Schlaftabletten, Herzräparate, Psychopharmaka und Antidepressiva. Sie sollten wenn möglich ersetzt werden.

  • AChE-Hemmer
    Bei beginnender Demenz können Medikamente wie Acetylcholinesterase-Hemmer helfen: Der Wirkstoff Rivastigmin ist für die Behandlung der leichten bis mittelschweren Demenz: Symptome, Formen und Verlauf bei Morbus Parkinson bereits zugelassen.

In Studien verbesserten sich damit die geistige Leistungsfähigkeit und die Durchführung von Alltagstätigkeiten. Die deutschen Fachgesellschaften, beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Neurologie, empfehlen daher bei Parkinson-Demenz eine Behandlung mit Rivastigmin. Dabei sollte bei einer Therapie mit Acetylcholinesterase-Hemmern auf eine gelegentlich mögliche Zunahme von parkinsontypischen Symptomen wie allgemein verlangsamte Bewegungen und Bewegungsarmut geachtet werden.

Netzwerk aus Familie und Freunden genauso wichtig wie Medikamente

Neben der medikamentösen Behandlung spielen psychosoziale Maßnahmen, die auch Angehörige miteinbeziehen, eine wichtige Rolle. Schon frühzeitig sollten Betroffene und deren Familien sich nach Beratungsangeboten für Angehörige, nach mobilen Hilfsdiensten, finanzieller Unterstützung und Urlaubsbetreuung erkundigen. So eigenartig der Gedanke zunächst erscheinen mag: Eine gute Vorbereitung auf die Phase der Pflegebedürftigkeit gibt den Betroffenen ein Gefühl der Sicherheit für die Zukunft.

Mit der zuverlässigen Einnahme von Medikamenten, Krankengymnastik, gesunder Ernährung und viel Bewegung können Betroffene einiges tun, um den Verlauf der Demenz zu bremsen.

Autor:
Letzte Aktualisierung:27. Juni 2017
Letzte Änderung durch:

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN); Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.): Diagnose- und Behandlungsleitlinie DemenzReihe: Interdisziplinäre S3-Praxisleitlinien, Band 0, 1st Edition, Springer Medizin Verlag 2010

Meistgeklickt zum Thema
Die optimale Ernährung bei Demenz
Essen & Trinken

Demenzpatienten verlieren häufig das Hunger- und Durstgefühl. Die Gefahr der Mangelernährung und Dehydration ist deshalb besonders groß mehr...

Vaskuläre Demenz: Durchblutungsstörungen im Hirn als Auslöser
Verlust der kognitiven Fähigkeiten

Eine vaskuläre Demenz entwickelt sich aufgrund von Durchblutungsstörungen der Blutgefäße im Gehirn mehr...

Demenztest: Nur vergesslich oder dement?
Demenz

Erkennen Sie mit dem Mini-Mental-Status-Test (MMST) selbst, ob bei Ihnen oder einem Angehörigen die Gefahr einer neurologischen Erkrankung besteht. mehr...

Artikel zum Thema
  • Sekundäre Demenzen: Creutzfeldt-Jakob-Krankheit & Co.Sekundäre Demenzen:...

    Demenz hat vielfältige Ursachen und kann sehr unterschiedlichen Verlauf nehmen. Neben den häufigeren Demenzformen gibt es weitere Vertreter wie die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit mehr...

Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Newsletter-Leser wissen mehr

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter

Hier bestellen...
Umfrage

Zum Seitenanfang