Heilkräuter, Bewegung und gezielte Ernährung

Demenz behandeln auf die sanfte Tour

Alzheimer ist die häufigste Form der Demenzerkrankungen. Heilen lässt sich dieser Verlust der Persönlichkeit nicht, doch sein Fortschreiten verzögern – auch mit Heilkräutern, der richtigen Ernährung, Tanztherapie, Tai Chi und vielen weiteren, sanften Hilfen.

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Gegen Alzheimer sind viele Kräuter gewachsen, darunter der indische Wassernabel, auch Gotu Kola genannt. Zwar lässt sich die Demenz damit nicht heilen, aber doch zumindest deren Fortschreiten bremsen.
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Rund eine Million Menschen in Deutschland sind von einer Demenzerkrankung betroffen, Tendenz steigend. Denn Demenz, und dazu gehört auch Alzheimer, ist eine typische Alterserkrankung. Mit der steigenden Lebenserwartung lässt sich ausrechnen, dass in den nächsten Jahren immer mehr Menschen betroffen sind. Oder wie Experten es ausdrücken: Wenn jeder von uns hundert Jahre alt werden würde, wären nur zehn Prozent von uns nicht dement.

15 Tipps gegen Demenz und Alzheimer

Alzheimer beginnt mit Vergesslichkeit. Sogar Merkhilfen wie beispielsweise Notizen nutzen nichts mehr. Die Stimmung ändert sich, Lustlosigkeit macht sich breit und Unruhe quält – die typischen Frühanzeichen für die Erkrankung. Erst wenn alltägliche Erledigungen, wie etwa Geldabheben, Einkaufen oder Autofahren Schwierigkeiten bereiten, wird es offensichtlich, dass eine Demenz eingetreten ist.

Alternative Therapien für Demenzkranke

Wie im Fall der Mutter der Diplom-Biologin Andrea Flemmer: "Vom Konto meiner Mutter wurden regelmäßig 1.000 Euro abgebucht, und sie bemerkte es nicht. Auf Nachfrage wusste sie auch nicht. von wem." Auch polizeiliche Nachforschungen und Recherche bei der Bank brachten kein Ergebnis. Scheinbar hatte sich jemand ec-Karte und PIN der alten Dame angeeignet und bediente sich nun regelmäßig. "Wer das war, wissen wir bis heute nicht, doch die Tatsache, dass bei meiner Mutter so viel Geld vom Konto verschwand und sie es nicht mal bemerkte, war das erste Anzeichen für ihre Alzheimererkrankung", sagt Andrea Flemmer.

Heute ist die Demenz so weit fortgeschritten, dass die Mutter nicht mehr alleine leben kann und von Pflegern betreut wird. Für Andrea Flemmer war die Erkrankung der Mutter Anlass, sich mit alternativen Therapieformen der Krankheit zu beschäftigen. In ihrem Buch "Demenz natürlich behandeln" (Schlütersche Verlagsgesellschaft) hat die Ernährungswissenschaftlerin die besten unter die Lupe genommen. Sie reichen von Psychotherapie, Logopädie, Tai-Chi und Qi Gong bis zu Klangtherapie mit Steinen und vielen weiteren ergänzenden Behandlungsoptionen.

Ginkgo, Kurkuma und Gotu Kola: Demenz mit Heilpflanzen behandeln

Eine wichtige Rolle spielen vor allem spezielle Heilkräuter. "Besonders Ginkgo hat sich in vielen Studien bewährt", berichtet die Biologin. Der Blätterextrakt des Indischen Tempelbaums verbessert die Fließfähigkeit des Blutes und damit die Sauerstoffversorgung und den Energiestoffwechsel des Gehirn. Die Heilpflanze Rosenwurz soll die Ausschüttung der Botenstoffe im Denkorgan anregen, für die richtige Balance der Neurotransmitter sorgen – die bei Alzheimer gestört ist.

Darüber hinaus erweist sich Gelbwurz (Kurkuma, am besten in Bioqualität) in ersten Studien als vorbeugend gegen Alzheimer und als wirksam gegen die Krankheit. "In Indien, dem Heimatland des Kurkumas, tritt Alzheimer äußerst selten auf", sagt Andrea Flemmer. Kurkuma enthält zudem Substanzen, die gegen Krebszellen aktiv sind.

Die Biologin empfiehlt außerdem Gotu Kola (indischer Wassernabel) und Jiaogulan-Blätter (Apotheke). Die Heilkräuter stammen aus der ayurvedischen und chinesischen Medizin. Sie sollen die Blutzirkulation und Denkfähigkeit verbessern. Daneben erzielten Forscher des Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen gute Ergebnisse mit griechischem Bergtee und Johanniskraut. Letzteres wirkt gegen depressive Verstimmungen, die häufig eine Alzheimerdemenz begleiten.

Die richtige Ernährung gegen das Vergessen

Daneben kann die tägliche Ernährung die Krankheit positiv beeinflussen. Blaubeeren beispielsweise erhalten ihre blaue Farbe durch Anthocyane. Sie verzögern den Abbau des Botenstoffs Dopamin und verbessern damit die Gedächtnisleistung.

Darüber hinaus haben sich Vitamin D und Folsäure bewährt. Vitamin-D-Mangel könnte im Zusammenhang mit einem Rückgang der Gehirnleistung stehen. Die zu den B-Vitaminen gehörende Folsäure schützt Hirnzellen vor dem Absterben. Nahrungsmittel, die reich an Vitamin D sind, sowie solche, die viel Folsäure liefern, finden Sie hier:

Essen gegen Demenz

Bewegung hält Gehirn fit

Daneben empfiehlt die Biologin Bewegung und dabei vor allem die Tanztherapie: "Tanzen ist für Demenzkranke ideal, weil sie ihren Sinn für Rhythmik noch lange Zeit bewahren." Außerdem macht die Bewegung zu schöner Musik einfach Spaß – ein wichtiger Faktor für Lebensqualität. Vor allem das Trainieren der Schrittfolgen und verschiedenen Figuren fördern Konzentration und Kurzzeitgedächtnis. So beugt Tanzen Alzheimer vor

Zusatz-Tipp: Beim Auswändiglernen, einer weiteren, bekannten Methode zum Gedächtnistraining, rät Andrea Flemmer zu einem Buch mit guten Witzen statt zum langweiligeren Gedichtemerken.

Keine falschen Hoffnungen wecken

Allerdings lässt sich mit den genannten Maßnahmen – wie übrigens auch mit den gängigen Alzheimermedikamenten – die Krankheit nicht heilen, nur das Fortschreiten verzögern. "Eine Studie der Yale University hat jedoch erfolgreich eine Substanz getestet, die verhindert, dass Hirnzellen absterben", sagt Andrea Flemmer.

Bis der Wirkstoff jedoch ausgetestet ist und auf den Markt kommt, könnten noch viele Jahre vergehen. "Vor allem in Deutschland und in anderen EU-Ländern dauert das oft extrem lange, ich erinnere nur an Stevia", ergänzt die Expertin. Der natürliche Süßstoff aus der Steviapflanze war in vielen Ländern schon jahrzehntelang zu kaufen, bevor er 2011 auch in Deutschland die Zulassung als Süßungsmittel erhielt.

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Letzte Aktualisierung: 26. Juni 2017
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