Was hinter dem Mythos steckt

Sehschwäche: Schwaches Licht, schlechte Augen?

"Du verdirbst Dir die Augen" oder die berühmten "viereckigen Augen durchs Fernsehen": Berechtigte Warnung vor Sehschwäche oder Erziehungsnotlüge? Was sich wirklich hinter Fehlsichtigkeit verbirgt.

lesen_schlechte-augen
Längeres Lesen bei Dämmer- oder Kerzenlicht lässt die Buchstaben verschwimmen, sorgt aber nicht für Sehschwäche.

Jeder kennt das Motiv aus Filmen oder Cartoons: Das Kind, das heimlich und mit Taschenlampe bewaffnet unter der Bettdecke liest. Und jeder kennt dazugehörige elterliche Warnungen wie „Vom vielen Fernsehen bekommst Du noch viereckige Augen!“ oder „Lesen bei Kerzenschein macht Dir die Augen kaputt“. Verdirbt schwaches Licht die Sehkraft nachhaltig oder greifen Eltern bloß zu dieser Notlüge, um ihren Kindern genug Schlaf zu verschaffen und den TV-Konsum einzudämmen?

Die Antwort gibt Marcus Blum vom Helios-Klinikum in Erfurt: Dass, wer im Dunkeln liest, schlechte Augen riskiert, "stimmt so nicht", versichert der Augenarzt. Wer bei schwacher Beleuchtung lese, erhalte lediglich ein schlechteres Bild. "Das entstehende Bild ist unterbelichtet und die Kontrastschärfe fehlt", sagt Blum. Durch die Anstrengung ermüden die Augen schneller, bestehende Sehschwächen wie Kurzsichtigkeit werden stärker empfunden. Die Buchstaben verwischen, die Augen können brennen und der Kopf schmerzen.

Dämmerlicht und Schielen keine Gefahr für die Sehkraft

Das alles ist aber vorübergehend, das durch Ermüdung unscharfe Sehen verschwindet mit ein wenig Schlaf von alleine wieder. "Es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem Lesen bei dämmrigem Licht und einer möglichen Verschlechterung des Sehvermögens", gibt Augenklinik-Chefarzt Blum Entwarnung. Gleiches gilt übrigens für den elterlichen Spruch vom "Schielen, das Dir irgendwann bleibt": "Kinder können die Augen noch so verdrehen", sagt Blum – sie werden trotzdem nicht stehen bleiben, sondern "vom Gehirn immer wieder in ihre normale Position gesteuert".

Welche Ursachen und Auslöser Fehlsichtigkeiten wie Kurz- und Weitsichtigkeit stattdessen haben, erfahren Sie hier im Special.

Sehstörungen und was sie bedeuten

Autor:
Letzte Aktualisierung: 16. Oktober 2016
Quellen: Mitteilung der Helios-Klinik: http://www.helios-kliniken.de/presse/redaktionsdienst-klinikwelt/2012/05-januar-2012-mythen-rund-ums-auge.html

Alle Fehlsichtigkeiten

Kurzsichtigkeit (Myopie)
Kurzsichtige sehen in die Ferne schlecht

Kurzsichtige bemerken ihre Sehschwäche oft erst dann, wenn sie Straßenschilder nicht mehr entziffern können. Weil der Augapfel zu lang ist, vereinigen sich die eintreffenden Lichtstrahlen schon vor der... mehr...

Weitsichtigkeit
Augen und Sehkraft

Wenn nahe Objekte nur unscharf wahrgenommen werden, handelt es sich um Weitsichtigkeit (Hyperopie). Bei Kindern äußert sie sich oft durch Schielen mehr...

Altersweitsichtigkeit
Normaler Alterungsprozess

Altersweitsichtigkeit ist eine normale Alterserscheinung, die jeden normalsichtigen Menschen betrifft. Etwa ab dem 45. Lebensjahr verliert die Linse des Auges langsam an Elastizität. mehr...

Kontaktlinsen

Kontaktlinsen
Mehr als ein modisches Accessoire

Eine echte Alternative für alle, die sich nicht so recht mit einem Brillengestell auf der Nase anfreunden können: Kontaktlinsen. Lesen Sie hier, für wen sie geeignet sind und wann sie Probleme machen können. mehr...

UG| Kontaktlinsen: Tipps zur Pflege
Hygiene - das A & O

Reinigung und Pflege der Kontaktlinsen sind wichtig. Sonst treten Probleme mit den Linsen auf, schlimmstenfalls werden die Augen auf Dauer geschädigt. Kontaktlinsen sollten nicht nur oberflächlich von Schmutz... mehr...

Wie gut ist Ihr Medizinwissen?
Was meinen Sie: Wie viele Photorezeptoren (Stäbchen und Zapfen) sitzen in einer gesunden Makula?