Wirkstoffe in Joghurt und Früchten

Dieses Essen hilft gegen Parkinson

Glykolsäure und D-Milchsäure: So heißen zwei Stoffe, die natürlicherweise Parkinson bekämpfen. Dresdner Forscher kamen den Substanzen auf die Spur. Das Beste daran: Beide Säuren lassen sich dem Körper ganz einfach über bestimmte Lebensmittel zuführen.

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Das optimale Frühstück gegen Parkinson: Naturjoghurt und Zwetschgen.
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Die Stoffe stecken in türkischem, bulgarischem und griechischem Joghurt sowie in unreifen Früchten – und sie helfen gegen Parkinson: Glykolsäure (Glykolat) und linksdrehende Milchsäure, auch bekannt als D-Laktat. Das berichten Forscher vom Dresdner Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik.

Bei Parkinson gehen die Mitochondrien – winzig kleine Zellkraftwerke – in den Neuronen einer bestimmten Hirnregion zugrunde. Die Nervenzellen in dem Substantia nigra genannten Bereich sterben dadurch ab, die typischen Parkinson-Symptome wie Steifigkeit und Zittern sind die Folge.

Dieser Prozess ließ sich in den Versuchen der Dresdner mit Glykolat und Laktat in Zellkulturen aufhalten und  sogar umkehren, schreiben die Wissenschaftler um Yusuke Toyoda und Teymuras Kurzchalia in "Biology Open". Beide Stoffe sind unter anderem Produkte des Gens DJ-1, das bei Parkinson defekt ist.

Patent und weitere Versuche geplant

„Wir verstehen zwar noch nicht, wie genau D-Laktat und Glykolat diesen heilenden und vorbeugenden Effekt entfalten", schreiben die Studienautoren. Der nächste Schritt sei deshalb, die dahinterliegenden Mechanismen auf Ebene der Moleküle zu entschlüsseln.

Das Forscherteam ist dennoch sicher, dass die beiden Säuren auch vorbeugend gegen Parkinson und andere Krankheiten wirken, bei denen Zellen zugrunde gehen. Wie viel von den Substanzen dafür nötig ist, wird aktuell noch erforscht. In der Zwischenzeit wollen die Dresdner Wissenschaftler ihre Entdeckung zum Patent anmelden.

Joghurt und Obst gegen Parkinson

Die gesunde Milchsäure D-Laktat steckt in hoher Konzentration in griechischem und anderem Naturjoghurt. Die Fruchtsäure Glykolat dagegen kommt in unreifem Obst sowie Weintrauben und Zwetschgen vor, lässt sich also problemlos über die Nahrung zuführen.

Seniorautor und Professor Kurzchalia hat für die Anwendung seiner Ergebnisse schon eine konkrete Idee: "Wir könnten einen Joghurt entwickeln, dem D-Laktat zugesetzt wird. Der könnte als Parkinson-Schutz dienen und wäre zugleich noch lecker!"

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Letzte Aktualisierung: 11. April 2015
Quellen: Biology Open; Mitteilung des MPI in Dresden

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