Venenschwäche

Gefäßerkrankung: Chronische Venöse Insuffizienz (CVI)

Unter dem Begriff der chronisch venöse Insuffizienz (CVI), auch als Venenschwäche bezeichnet, werden die Krankheitszeichen zusammengefasst, die Folgen einer dauerhaften venösen Abflussstörung sind.

Venenschwäche (Chronische Venöse Insuffizienz, CVI)
Wenn Ihre Beine oft geschwollen sind, kann das ein Zeichen für Venenschwäche sein.

Das Wort "Insuffizienz" bedeutet übersetzt "Unzulänglichkeit". Mit "chronischer venöser Insuffizienz" (CVI) wird die mangelnde Fähigkeit des Venensystems beschrieben, die anfallende Menge an sauerstoffarmem Blut in der erforderlichen Zeit zum Herzen zurückzuleiten.

Es wird die primäre Form der chronisch venösen Insuffizienz von der sekundären Form unterschieden. Mit dem Begriff primäre venöse Insuffizienz ist zunächst beschrieben, dass das Venensystem nicht in der Lage ist, die anfallende venöse Blutmenge zum Herzen zurückzuleiten. Hierfür kann beispielsweise das angeborene Fehlen der Venenklappen ursächlich sein. Bei der sekundären Form liegen zunächst andere Venenerkrankungen vor, wie beispielsweise Gefäßmissbildungen oder Thrombosen, also Verschlüsse der Venen durch Blutgerinnsel. Auch bestimmte Erkrankungen der Kollagenfasern des Bindegewebes (Kollagenosen) können zu einer sekundären chronisch venösen Insuffizienz führen.

Die chronisch venöse Insuffizienz (CVI), die als Folge einer tiefen Venenthrombose entsteht, wird auch als postthrombotisches Syndrom bezeichnet.

Komplikation der Venenschwäche

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Als Komplikation der chronisch venösen Insuffizienz kann das so genannte atherogene Stauungssyndrom auftreten. "Atherogen" bedeutet "Gefäßveränderungen fördernd" und "Stauungssyndrom" besagt, dass es durch den Gefäßstau zu einem Syndrom, also mehreren Krankheitszeichen auf einmal kommt. Das atherogene Stauungssyndrom ist dadurch gekennzeichnet, dass Umbauvorgänge nicht nur in der Haut, sondern auch im Unterhautfettgewebe und in der Bindegewebshülle der Muskulatur auftreten. Dies führt zu einer fortschreitenden Bewegungseinschränkung im Sprunggelenk, sodass ein Abrollen des Fußes beim Gehen nicht mehr möglich ist.

Ist die Bewegung im Sprunggelenk eingeschränkt, so ist es dem Betroffenen unmöglich, beim Gehen im Fuß abzurollen und mittels Wadenmuskelpumpe den venösen Rücktransport zu erhöhen. Der Ausfall der Muskelpumpenfunktion führt zu einer weiteren Verschlechterung des Krankheitsbildes der chronischen Veneninsuffizienz, sodass Unterschenkelgeschwüre nur schwer zur Abheilung gebracht werden können.

Venenschwäche: Symptome

Patienten mit Chronische Venöser Insuffizienz  (CVI) oder, einfacher ausgedrückt, Venenschwäche haben bereits in der frühen Phase der Erkrankung Beschwerden in den Beinen wie

Diese Zeichen treten oft auf, bevor es zu den typischen, sichtbaren Hautveränderungen der Erkrankung kommt. Anhand dieser sichtbaren Zeichen an der Haut des Unterschenkels wird die Venenschwäche in drei Stadien eingeteilt.

CVI - Stadieneinteilung

Stadium Merkmale
1 Im Bereich der Fußinnen- und -außenseite zeigen sich kleine sichtbare Venen, die man Corona phlebectatica paraplantaris nennt, es kann eine Gliedmaßenschwellung bestehen.
2 Es besteht eine braune Hautverfärbung im Bereich des Unterschenkels und der Knöchelregion. Sie entsteht durch den erhöhten Veneninnendruck in den Krampfadern, der rote Blutkörperchen aus den Venen in das Gewebe presst. Dort wurden die eisenhaltigen Blutfarbstoffe der roten Blutkörperchen abgebaut. Die Haut glänzt.
3 Es liegen abgeheilte oder offene Hautgeschwüre im Bereich der Knöchelregion vor.

Venenschwäche: Ursachen

Hinter einer chronisch venösen Insuffizienz (IVC) beziehungsweise Venenschwäche steckt immer eine Klappeninsuffizienz, wie die Schlussunfähigkeit der Venenklappen auch genannt wird. Sie kann unterschiedliche Ursachen haben, je nachdem, ob es sich um eine primäre oder sekundäre Venenschwäche handelt.

Ursachen einer primären Venenschwäche sind:

  • das angeborene Fehlen von Venenklappen in oberflächlichen und/oder tiefen Venen (Klappenagenesie)
  • familiär bedingte Schlussunfähigkeit tiefer und/oder oberflächlicher Venenklappen
  • angeborene Gefäßfehlanlagen (Angiodysplasien)

Ursachen einer sekundären Venenschwäche:

  • Verschlüsse tiefer oder oberflächlicher Venen durch Blutgerinnsel ( Thrombosen)
  • Venenklappenschädigungen nach abgelaufener Thrombose. Ein Blutgerinnsel in einer Vene löst dort verschiedene Reparaturvorgänge aus, die von Entzündungen und Narbenbildungen im Bereich der Veneninnenwand begleitet sein können. Als Folge dieser Prozesse kann es zu Verklebungen der Venenklappen an der Venenwand kommen, die die Funktion der Klappe beeinträchtigen oder völlig außer Kraft setzen.
  • Venenklappenschäden nach Punktion der Venen, Injektion venenschädigender Medikamente oder durch Verweilkanülen zur Infusion (Tropf). Auch diese Eingriffe können eine Entzündung der Venenwand auslösen, bildet sich an der geschädigten Venenwand ein Blutgerinnsel, so kann es auch hier zu dauerhaften Schäden an den Venenklappen kommen. Besonders unsachgemäße Venenpunktionen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Drogenmissbrauch, können die Venen dauerhaft schädigen.

Risikofaktoren für das Entstehen der Venenschwäche

  • familiäre Vorbelastung mit der Neigung zu Venenerkrankungen wie Venenschwäche
  • vorwiegend stehende Berufsausübung
  • Übergewicht
  • Schwangerschaften

Alle diese Faktoren führen zur Überlastung des venösen Systems: Der Rückstrom des Blutes aus den Beinen zum Herzen wird verlangsamt, eine gewisse Blutmenge staut sich in den Venen und führt zu einem Überdruck auf die Venenwände. Dies löst Umbauprozesse in der Venenwand aus, in deren Folge elastische Fasern zerstört werden. Die Venen erweitern sich und ihre Klappenränder schließen nicht mehr. Auch eine nachlassende Bildung und Erneuerung der elastischen Kollagenfasern im zunehmenden Alter unterstützt die Entstehung einer Venenschwäche.

Tipps gegen geschwollene Beine

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Venenschwäche: Diagnose

Zur Diagnose der Venenschwäche beziehungsweise chronisch venösen Insuffizienz (CVI) betrachtet der Arzt zunächst die Haut der Beine und stellt fest, ob sichtbare Veränderungen wie eine verstärkte Venenzeichnung, Krampfadern , Hautverfärbungen, Schwellungen oder Geschwüre vorliegen. Anschließend werden verschiedene apparative Untersuchungen durchgeführt. Bei diesen apparativen Untersuchungen unterscheidet man nicht invasive von invasiven Verfahren. Unter nicht invasiven Untersuchungsverfahren versteht man solche, die für den Patienten nicht belastend und schmerzlos sind.

1. Nicht-invasive Verfahren zur Diagnose einer Venenschwäche

Gefäßultraschallmethoden (Dopplersonographie, Duplexsonographie)

Mittels Ultraschall lassen sich Venen bildlich darstellen (B-Bild-Methode), oder es kann hiermit die Blutströmung gemessen werden (Dopplersonographie). Geräte, die die B-Bild-Darstellung sowie die Blutströmungsmessung (Dopplersonographie) mittels Ultraschall in sich vereinigen, nennt man Duplexsonographie-Geräte. Im Gefäßultraschall können sowohl erweiterte Venen als auch schlussunfähige Venenklappen aufgespürt und dargestellt werden.

Die Ultraschallaufnahmen einer großen Vene zeigen deutlich eine Venenklappe, die auf dem linken Bild geöffnet und rechts geschlossen ist.

Mithilfe einer Dopplerstiftsonde kann der Arzt völlig schmerzlos und ungefährlich die Blutströmung in Gefäßen - in diesem Fall in Venen - des Patienten messen. Auf diese Weise gelingt die Ortung tiefer oder oberflächlicher Venenabschnitte, in denen die Venenklappen defekt sind. Normalerweise lässt sich in den oberflächlichen und tiefen Beinvenen ein atemabhängiges, einphasiges Blutflusssignal ableiten. Bei Ausatmung fließt das Blut über die geöffneten Venenklappen herzwärts, sodass ein Dopplerflusssignal entsteht. Im Falle intakter Venenklappen kommt es bei Einatmung zu einem Blutströmungsstopp. In dieser Phase ist kein Dopplersignal ableitbar.

Duplexsonographie der Venen mit normalem Dopplersignal, das atemabhängig ist. Während der Einatmung ist kein Fluss zu erkennen, wohingegen bei Ausatmung eine herzwärts gerichtete Strömung zu sehen ist.

Plethysmographische Verfahren

Die Funktion des Venenklappenapparates kann nicht nur mittels Dopplersonographie sondern auch durch venenverschlussplethysmographische Verfahren überprüft werden. Die Venenverschlussplethysmographie ist eine ungefährliche und für den Patienten nicht belastende Methode zur Messung von Änderungen des Blutvolumens in Venen.

Zur Venenverschlussplethysmographie werden am Oberschenkel Staumanschetten und an den Unterschenkeln Dehnungsmessstreifen angelegt. Die Staumanschetten werden dann langsam auf Druckwerte, die zwischen und 60 und 80 mmHg liegen, aufgepumpt, wobei die Staudauer zirka fünf Minuten beträgt. In dieser Phase der Messung ist der venöse Abstrom blockiert, sodass es zu einer Zunahme des Unterschenkelumfangs kommt, der mit dem Quecksilberdehnungsstreifen gemessen werden kann. Mit Beendigung der fünfminütigen Staudauer wird die Manschette schlagartig entleert. Über die zeitabhängige Verringerung des Wadenumfangs lässt sich mittels Quecksilberdehnungsstreifen der venöse Ausstrom bestimmen. Er ist zum Beispiel im Falle einer Thromboseereignisses vermindert, da ein Blutgerinnsel den Abfluss des venösen Blutes behindert.

Überprüfung der Wadenmuskelpumpfunktion

Mit der Venenverschlussplethysmographie kann das Ausmaß des gestörten venösen Abstroms aus den Beinvenen beurteilt werden. Im Gegensatz zu den Doppler- und Duplexultraschall-Methoden erlaubt die Venenverschlussplethysmographie auch eine Überprüfung der Wadenpumpfunktion während Betätigung der Wadenmuskeln.

Zur Überprüfung der Wadenmuskelpumpfunktion während Belastung werden die Staumanschetten von den Oberschenkeln entfernt. Mithilfe der Quecksilberdehnungsstreifen können die Wadenumfangsänderungen während und nach Belastung (zum Beispiel zehn bis 20 Zehenstandsübungen) gemessen werden. Normalerweise sollte der Wadenumfang während der Zehenstandsübung abnehmen und unmittelbar nach den Zehenstandsübungen reduziert sein.

Lichtreflexrheographie

Mit diesem Verfahren gelingt die Beurteilung des venösen Abstroms durch Betätigung der Wadenmuskelpumpe. Hierzu werden die Volumenschwankungen des Venengeflechts, das direkt unter der Haut liegt, mit einer Sonde, die eine Infrarotlichtquelle und einen Sensor für das reflektierte Licht enthält, registriert. Die Sonde wird auf der Hautoberfläche befestigt. Der Lichtstrahl der Infrarotquelle dringt bis zu zwei Millimeter unter die Hautoberfläche. Je weniger venöses Blut sich dort befindet, umso größer ist die Lichtmenge, die von der Haut zurückgeworfen und von dem Sensor aufgezeichnet wird.

Die Messungen werden am sitzenden Patienten in Ruhe, während zehnmaligen Zehenständen und nach Abschluss der Zehenstandsübung durchgeführt. Durch Betätigung der Wadenmuskelpumpe während der Zehenstandsübung entleert sich das Hautvenengeflecht. An der LRR-Messkurve ist dies an einem Anstieg zu erkennen. In der anschließenden Ruhephase bewirkt die Wiederauffüllung des venösen Hautgeflechts einen langsamen Kurvenabfall. Seine Dauer sollte über 25 Sekunden betragen. Ist diese so genannte Wiederauffüllzeit verkürzt auf Werte von zum Beispiel 20 bis 25 Sekunden, so liegt eine Venenklappenstörung Ersten Grades vor. Die Venenklappenstörung Zweiten Grades ist durch eine Verkürzung der Wiederauffüllzeit von zehn bis 20 Sekunden gekennzeichnet. Eine schwere Venenklappenfunktionsstörung (Grad III) besteht, wenn die Wiederauffüllzeit unter zehn Sekunden liegt. Je kürzer die Wiederauffüllzeit also, umso eingeschränkter ist die Funktion der Venenklappen, die den Rückfluss des Blutes gegen die Schwerkraft aufhalten sollen.

2. Invasive Verfahren zur Diagnose einer Venenschwäche

Invasive Verfahren sind solche, die für den Patienten mit einer gewissen Belastung verbunden sind.

Röntgenkontrastmitteldarstellung von Venen (Phlebographie)

Bei der Röntgenkontrastmitteldarstellung von Venen wird mit einer kleinen Kanüle eine oberflächliche Vene am Fußrücken punktiert und Röntgenkontrastmittel über die Kanüle in die Vene gespritzt. Damit das Röntgenkontrastmittel in die tiefen Venen gelangt, erfolgt zuvor die Abführung oberflächlicher Venen, die oberhalb des Knöchels gelegen sind, mithilfe eines Stauschlauches. Mit einem Röntgengerät verfolgt der Arzt den Abfluss des Röntgenkontrastmittels beim Patienten, der auf dem Röntgentisch liegt. Auf diese Weise lassen sich Abflusshindernisse (Thrombosen) in den tiefen Venen darstellen. Indem der Patient die Bauchpresse betätigt, gelingt der Nachweis von Venenklappenschwächen mittels Phlebographie.

Blutige Venendruckmessung (Phlebodynamometrie)

Die blutige Venendruckmessung erlaubt die Beurteilung des venösen Ausstroms aus den Beinen während Wadenmuskelarbeit über die direkte Druckmessung in der Vene. Zusätzlich erlaubt dieses Verfahren auch die Messung des Ruhedrucks im Venensystem.

Zur Durchführung einer blutigen Venendruckmessung muss der Arzt eine oberflächliche Vene im Bereich des Fußrückens mit einer kleinen Kanüle punktieren. Über einen dünnen Schlauch, der mit Kochsalzlösung gefüllt ist, besteht eine Verbindung zwischen Kanüle und einem Druckmessinstrument, das in der Lage ist, den Venendruck auf einem Schreiber grafisch darzustellen.

Normalerweise sollte der so genannte Ruhedruck vor Belastungsübung im Stehen nicht größer als 80 mmHg sein. Nach Belastungsübung ist beim Gesunden der Venendruck gegenüber dem Ruhezustand verringert und steigt dann langsam wieder an, um den Ausgangswert zu erreichen. Die Druckausgleichszeit, das heißt das Erreichen des venösen Ausgangsdrucks nach Belastungsübung, sollte -der Lichtreflexrheographie vergleichbar - normalerweise über 25 Sekunden liegen.

Röntgenkontrastmitteldarstellung der Beinvenen

Nur mithilfe von Kontrastmitteln gelingt die Röntgendarstellung des Beinvenensystems, da Venen im einfachen Röntgenbild nicht sichtbar sind. Heute gängig ist die Darstellung der tiefen Beinvenen über die Punktion einer Fußrückenvene mit einer Kanüle, über die das Kontrastmittel eingespritzt wird. Hierdurch kann die Ursache einer sekundären chronischen Veneninsuffizienz (zum Beispiel tiefen Venenthrombose) dargestellt werden. Durch Aufforderung des Patienten zur Betätigung der Bauchpresse lässt sich die Schlussunfähigkeit von Venenklappen darstellen, indem es beim Pressen zu einem fußwärts gerichteten Rückstrom des Kontrastmittels kommt.

Zur Darstellung der großen oberflächlichen Venenstämme muss der entsprechende Venenstamm isoliert vom Arzt punktiert werden, damit das Kontrastmittel gezielt in diese Gefäßabschnitte gespritzt werden kann. Die Schlussunfähigkeit oberflächlicher Venenklappen ist an einem fußwärts gerichteten Rückstrom des Kontrastmittels während des Pressmanövers des Patienten zu erkennen.

Venenschwäche: Therapie

Als Basismaßnahme in der Behandlung der Venenschwäche oder chronisch venösen Insuffizienz (CVI) gelten Kompressionsmittel wie elastische Verbände und Gummikompressionsstrümpfe. Sie fördern die Aktivierung der Muskelgelenkpumpe im Bereich der unteren Gliedmaßen. Durch das Zusammendrücken (Kompression) der Venen wird die Blutströmungsgeschwindigkeit in den Gefäßen erhöht, sodass einerseits der Blutrücktransport gesteigert und die Thrombosegefahr vermindert ist.

Kompression sollte nicht erfolgen bei:

  • einer Nervenerkrankung der Gliedmaßen mit Empfindungsstörungen. Hier ist die Behandlung mit Kompressionsmitteln ungeeignet, da es durch diese zu Druckstellen mit der Ausbildung von schlecht heilenden Geschwüren kommen kann.
  • arteriellen Durchblutungsstörungen der Beine. Hier kann durch die Kompression die Durchblutung, also der Zustrom von sauerstoffreichem Blut ins Gewebe zu stark eingeschränkt werden. Deshalb muss vor Anwendung dieser Maßnahmen ein Arzt konsultiert werden. Er wird mittels Dopplermethode den Knöchelarteriendruck messen. Beträgt er unter 70 mmHg, so dürfen Kompressionsmittel an der betroffenen Gliedmaße nicht angewendet werden.
  • schlecht zu behandelnder Herzschwäche . Durch die Kompression wird der Rückfluss des Venenblutes zum Herzen hin verstärkt, was das Herz noch mehr belastet.
  • nässenden Hauterkrankungen. Unter dem Kompressionsstrumpf kann es zur Bildung feuchter Wärme kommen, was die Bildung von Hautausschlägen fördert.
  • Empfindungsstörungen im Bereich der unteren Gliedmaßen
  • primär chronischer Polyarthritis einer entzündlichen Gelenkerkrankung. Aufgrund der eingeschränkten Gelenkbeweglichkeit ist es für den Patienten sehr schwer oder schmerzhaft, die Strümpfe anzuziehen.

Eine Kompression der Beine durch elektrische Kompressionsgeräte, mit aufblasbaren Beinmanschetten ist bei der chronisch venösen Insuffizienz nicht anzuraten. Zwar kommt es während der Maßnahme zu einer guten Verschiebung des Flüssigkeitsvolumens in Richtung Herz, nach Beendigung der Kompression sackt dieses Blutvolumen jedoch sehr schnell wieder in die Beine ab.

Medikamentöse Behandlung der Venenschwäche

Zur medikamentösen Behandlung der chronischen Veneninsuffizienz stehen folgende Medikamentengruppen zur Verfügung:

  • Medikamente, die die Durchlässigkeit der Venenwand für Flüssigkeit und Eiweiß vermindern (Ödemprotektiva) wie zum Beispiel Extrakte aus Rosskastaniensamen, Mäusedorn, Wurzelstock oder Flavonoide. Flavinoide sind Pflanzenfarbstoffe, die früher den Vitaminen zugeordnet wurden.
  • entwässernde Medikamente (Diuretika). Diese Medikamente schwemmen Wasser aus, sodass die Beinschwellung abnimmt. Der Einsatz entwässernder Medikamente (Diuretika) bei chronischer Veneninsuffizienz sollte nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen und unbedingt nur von kurzfristiger Dauer sein. Nach langfristiger Einnahme von Diuretika kann das Absetzen der Medikamente wieder zur vermehrten Ödembildung führen. Eine Gewöhnung an Diuretika ist dann die Gefahr.

Verödung oberflächlicher Venen bei Venenschwäche

Bei chronischer Veneninsuffizienz, die ihre Ursache in einer Venenklappenschwäche oberflächlicher Venen hat, kann eine Verödungsbehandlung das Beschwerdebild mindern. Ziel der Verödungsbehandlung (Sklerotherapie) ist das Ausschalten des von der Venenklappenschwäche betroffenen oberflächlichen Venen- oder Krampfaderabschnitts. Zur Verödung geeignet sind kleine Hautvenen oder Seitenastkrampfadern. Die großen oberflächlichen Venenstämme sollte nicht sklerosiert sondern operiert werden.

Eine Verödungsbehandlung sollte nicht durchgeführt werden bei:

  • Allergie auf das Verödungsmittel
  • Immobilität, also Bewegungseinschränkungen, zum Beispiel bei Bettlägerigkeit. Das Verödungsmittel führt zu einer Thrombose, die jedoch lokal auf die erweiterte Vene beschränkt ist. Bei Bettlägerigkeit und Bewegungseinschränkung kann es zu einem Fortschreiten der Thrombose in das tiefe Venensystem kommen.
  • in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft oder nach der 36. Schwangerschaftswoche
  • Störungen des Blutbildes, die mit einer vermehrten Blutgerinnungsneigung einhergehen. Hier kann es durch das Verödungsmittel zu einer Thrombose kommen, die über das angestrebte Maß hinausgeht und zu dauerhaften Venenschäden führt.
  • Bronchialasthma, da es bei Verödung zu einer Allergie kommen kann, die gerade beim allergischen Bronchialasthma gefährlich ist und zur Verschlimmerung der Atemnot führt. Zu folgenden Komplikationen kann es infolge einer Verödungsbehandlung kommen:

Zu folgenden Komplikationen kann es infolge einer Verödungsbehandlung kommen:

  • Hautpigmentstörungen
  • Hautgeschwüre
  • allergische Reaktionen
  • unerwünschtes Auftreten von kleinen Äderchen im Bereich der verödeten Vene
  • Nervenschädigungen
  • versehentlichem Punktieren einer Arterie, die schwerwiegendste Komplikation mit der Folge von Geschwürbildung oder der Gliedmaßenamputation. Dies ist jedoch eine sehr seltene Komplikation.

Operationen gegen Venenschwäche

Ziel von Operationen bei chronischer Veneninsuffizienz ist die Ausschaltung oberflächlicher Venenstämme oder -abschnitte, die erweitert sind, oder deren Venenklappen defekt sind. Dabei ist von Bedeutung, dass auch nicht mehr funktionierende Verbindungsvenen zwischen oberflächlichem und tiefem Venensystem entfernt werden. Folgende Operationsverfahren stehen zur Verfügung:

  • Ausschaltung des in die tiefe Vene mündenden Abschnitts des oberflächlichen Venenstammes in der Leiste durch Abtragung (Crossektomie) oder Abbindung (Crossenligatur)
  • Die Stripping-Operation (Entfernen des kompletten oberflächlichen Venenstammes der V. saphena magna oder V. saphena parva)
  • Isoliertes Ausschalten von Verbindungsvenen (Perforansdissektion). Dies ist in einer offenen Operation möglich, wird aber mittlerweile auch endoskopisch durchgeführt. Hierbei werden durch sehr kleine Schnitte ein Endoskop, also ein dünnes Sichtinstrument und kleine Operationsinstrumente in den Bereich der Verbindungsvenen eingeführt.
  • Fasziotomie oder Fasziektomie, das ist die Spaltung oder Abtragung der bindegewebigen Hülle von Muskelgruppen des Unterschenkels. Diese Operation ist dann angezeigt, wenn es in der Folge der chronischen Venenschwäche zu Weichteilschrumpfungen gekommen ist. Diese Schrumpfungen können den ganzen Umfang des Unterschenkels (zirkulär) betreffen und die Muskelgruppen, die für die Aufrechterhaltung der Wadenmuskelpumpe zuständig sind, in ihrer Funktion beeinträchtigen.

Personen mit Krampfadern , bei denen gleichzeitig eine Herzkranzgefäßerkrankung besteht, sollten sich vor geplantem Varizenstripping unbedingt mit ihrem Hausarzt oder einem Arzt für Herzkrankheiten in Verbindung setzen. In diesen Fällen könnte es einmal notwendig sein, dass oberflächliche Venen später für eine Bypass-Operationbenötigt werden.

Vorgehensweise beim Venenstripping: Über einen kleinen Hautschnitt (ein bis zwei Zentimeter) im Knöchelbereich wird die Krampfader eröffnet und ein Drahtkatheter durch die Vene nach oben geschoben. Sämtliche Verbindungsvenen der Krampfader zu den tiefen Beinvenen, an der Einmündung in die Oberschenkelvene und zum Venennetz des Fußrückens müssen abgebunden werden. Dazu sind weitere kleine Hautschnitte notwendig. An der Einmündungsstelle im Oberschenkelbereich wird die Katheterspitze schließlich durch einen kleinen Schnitt wieder nach außen geführt (1) und mit einem kleinen Schraubkopf versehen (2). Wenn nun anschließend der Draht wieder zum Knöchel hin herausgezogen wird, schiebt der Katheterkopf die gesamte Vene aus ihrem Unterhautbett heraus, sie wird auf dem Katheter aufgefädelt und durch den Einschnitt am Knöchel komplett herausgezogen (3). Abschließend werden alle Schnitte vernäht und ein Kompressionsverband angelegt.

Die Operation bei chronischer Veneninsuffizienz ist zu vermeiden:

  • bei tiefer Becken-/Beinvenenthrombose, hier sollte man Krampfadern, die äußere Umgehungskreisläufe darstellen, nicht entfernen, da dies den venösen Abstrom noch weiter verschlechtert.
  • wenn der geschädigte oberflächliche Venenabschnitt wichtiger Teil des Umgehungskreislaufes einer tiefen Beinvenenthrombose ist. Ist eine Vene durch ein Blutgerinnsel verschlossen, so dienen andere Venen als Umleitung für das venöse Blut der Beine. Diese müssen also unbedingt erhalten bleiben.
  • bei Bettlägerigkeit, da die Bewegungseinschränkung zu einem ungenügenden Abfluss des venösen Blutes aus den verbleibenden Venen führt.
  • bei periphärer arterieller Verschlusskrankheit schwerer Ausprägung. Bei einer solchen kommt es im Operationsgebiet oft zu Wundheilungsstörungen, die schwere Gewebsdefekte verursachen können.

Behandlung venös bedingter Beingeschwüre

Ist es aufgrund der chronisch venösen Insuffizienz bereits zur Ausbildung von Hautgeschwüren gekommen, so erfordern diese eine konsequente und fachkundige Behandlung, um zur Abheilung zu kommen. Wichtig ist dabei vor allem, dass die betroffenen Hautstellen keimfrei gehalten werden.

Die Oberflächen und Ränder der Wunden müssen von abgestorbenen Gewebsresten befreit werden. Oberflächliche Beläge können dazu in Bädern mit Kamillen- oder Betaisodona-Zusätzen eingeweicht werden. Die Krusten werden dann mit einer sterilen Pinzette abgelöst. Sollte dies schmerzhaft sein, kann der Arzt zuvor eine Salbe mit einem örtlichen Betäubungsmittel auftragen. Kommt es beim Reinigen der Wunde zu Blutungen, so ist dies förderlich für den Wundheilungsprozess, da das Blut auf den Zellen der Wundoberfläche bestimmte Wachstumsfaktoren freisetzt, die die Zellerneuerung beschleunigen. Die Ränder nässender Wunden werden durch das Auftragen von Zinksalbe ausgetrocknet. Mit diesen Maßnahmen, sofern sie regelmäßig und gründlich durchgeführt werden, können auch lang bestehende Geschwüre zur Abheilung gebracht werden. Die Bildung neuer Epithelzellen, also Zellen der Hautoberfläche, kann durch spezielle Wundfolien oder Salbengitter beschleunigt werden.

Die Oberfläche der Geschwüre ist meist von Bakterien besiedelt. Durch einen Abstrich von der Wunde und eine anschließende mikrobiologische Untersuchung lassen sich die Erreger feststellen und es kann gezielt ein Antibiotikum gewählt werden, welches die Keime abtötet. Solch ein Antibiotikum muss systemisch, also im ganzen Körper wirkend verabreicht werden, antibiotische Salben führen hier sehr oft zu Allergien oder einer Entwicklung von Unempfindlichkeit der Bakterien (Resistenzen) gegen das Antibiotikum. Sollte dies nicht gelingen, so muss der Hautdefekt eventuell in einer Operation mit einem Hauttransplantat (an anderer Körperstelle entnommenen Hautinseln) bedeckt werden.

Venenschwäche: Vorbeugen

Die Venenschwäche (CVI) oder Venenschwäche kann früh erkannt werden, wenn eine erbliche Vorbelastung vorliegt. So ist zu erfragen, ob in der Verwandtschaft ein Krampfadern: Varizen am besten vorbeugen oder schonend entfernen oder tiefe Thrombose: Symptome und Therapie des gefährlichen Gerinnsels bekannt sind. Besteht eine erbliche Vorbelastung, so kann mit verschiedenen vorbeugenden Maßnahmen die weitere Ausbildung und das Fortschreiten der chronischen Veneninsuffizienz verhindert werden. Dazu gehört als wichtigste Maßnahme das Tragen von Kompressionsstrümpfen der Kompressionsklasse II.

Kompressionsstrümpfe helfen vorbelasteten Schwangeren

Besonders Schwangere, bei denen eine erbliche Neigung zur Entwicklung einer chronisch venösen Insuffizienz vermutet wird, müssen (sollen?) während der Schwangerschaft Kompressionsstrümpfe tragen, da durch die Zunahme des Bauchvolumens der Blutrückstrom aus den Beinen erheblich behindert werden kann. Zusätzlich besteht in der Schwangerschaft durch hormonelle Einflüsse eine gesteigerte Neigung zur Einlagerung von Wasser im Gewebe, welches ebenfalls zu einer Zunahme des Flüssigkeitsvolumens führt, welches über die Venen zum Herzen zurücktransportiert werden muss.

Darüber hinaus sind gegen Venenschwäche Wasseranwendungen in Form von kalten Güssen und Kneippschem Wassertreten empfehlenswert. Warme Güsse oder Saunabesuche sollte ein Patient mit chronischer Veneninsuffizienz unbedingt vermeiden, da dies über eine Erweiterung der Arterien zu einer erhöhten Blutmenge in den Beinen führt, die über die Venen wieder abtransportiert werden muss.

Was Sie sonst noch gegen Venenschwäche tun können

Folgende Maßnahmen zur Vorbeugung der chronisch venösen Insuffizienz sind empfehlenswert:

  • unterstützende Sportarten ausüben wie Schwimmen, Rad fahren, Gehen und Joggen sowie Tanzen
  • alle Maßnahmen, die die Sprunggelenkbeweglichkeit und die Verbesserung der Wadenmuskelpumpenwirkung steigern wie Zehenstandsübungen, Pedalergometertraining, auf der Stelle laufen, Treppensteigen, Fußwippen
  • aufrecht sitzen, um ein Abknicken der tiefen Venen der Leistenregion zu vermeiden
  • gymnastische Übungen, bei denen nicht die Betätigung der Bauchmuskulatur im Vordergrund steht
  • kalte Güsse

Hinsichtlich des Arbeitsplatzes sollten Personen mit fortgeschrittener Venenschwäche beachten, dass Tätigkeiten im Sitzen grundsätzlich einer stehenden Tätigkeit vorgezogen werden sollten. Empfehlenswert ist das Einlegen von Arbeitspausen, in denen Entstauungsübungen wie Gehen oder Füßekreisen durchgeführt werden können.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 14. März 2014
Durch: sl

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