Kontaktallergie
(Kontaktekzem, allergisches)
Bei einer Kontaktallergie oder einem allergischen Kontaktekzem reagiert die Haut überempfindlich auf den Kontakt mit einem Allergen.
Kontaktallergie: Grundlagen
Bei einer Kontaktallergie oder einem allergischen Kontaktekzem reagiert die Haut überempfindlich auf den Kontakt mit einem Allergen. Darunter versteht man Stoffe, die normalerweise vom Immunsystem nicht als schädlich erkannt werden, bei Überempfindlichkeit jedoch eine überschießende Reaktion auslösen können. Diese wiederum verursacht die typischen Beschwerden wie Hautrötungen, Juckreiz, Schwellungen und Bläschen. Häufige Allergene sind Metalle - insbesondere Nickel. Aber auch andere Stoffe wie Kosmetika oder Chemikalien können ein allergisches Kontaktekzem auslösen. Ist die Diagnose gestellt, sollte das Allergen möglichst gemieden werden. Zudem gibt es medikamentöse Therapieoptionen und weitere Schutzmaßnahmen.
Ekzeme sind nicht ansteckende Entzündungen der Haut. Das allergische Kontaktekzem (Kontaktallergie) ist der häufigste Ekzemtyp.Eine seltene Sonderform stellt das photoallergische Kontaktekzem dar, bei dem eine Überempfindlichkeit gegenüber sogenannten Photosensibilisatoren vorliegt. Diese Substanzen haben zunächst kein allergenes Potential, wandeln sich aber unter Einfluss von Sonnenlicht in ein Allergen um.
Im Gegensatz zum allergischen Kontaktekzem entsteht das sogenannte toxische, irritative oder nichtallergische Kontaktekzem durch direkte chemische oder physikalische Schädigung der Haut, wobei keine vorherige Sensibilisierung * des Immunsystems vorliegt.
Häufigkeit von Kontaktallergien
In mitteleuropäischen Gesellschaften entwickeln seit Jahrzehnten konstant schätzungsweise etwa sieben von 100 Einwohnern pro Jahr ein allergisches Kontaktekzem. Damit tritt die Erkrankung ebenso häufig auf wie wichtige Volkskrankheiten, etwa Diabetes mellitus. Von einer Überempfindlichkeit, die nicht unbedingt Beschwerden auslöst, sind vermutlich insgesamt 15 bis 20 von 100 Menschen in Mitteleuropa betroffen. Studienergebnissen zufolge scheinen einige Menschen zugleich auf mehrere Allergene, etwa Nickel und Kobalt, mit einer erhöhten Empfindlichkeit zu reagieren.
Ein besonderes Risiko für ein Kontaktekzem haben Menschen, die beruflich regelmäßig mit entsprechenden Allergenen, aber auch Feuchtigkeit oder reizend wirkenden Substanzen in Kontakt kommen. So macht das chronische Handekzem etwa 90 Prozent aller beruflichen Hautkrankheiten aus - insgesamt sind rund zehn von hundert Deutschen hiervon betroffen.
Glossar
Allergen: Ein Allergen ist ein Stoff, der normalerweise vom Immunsystem nicht als schädlich erkannt wird, bei entsprechender Überempfindlichkeit jedoch eine überschießende Reaktion auslösen kann. Geht diese mit Beschwerden einher, liegt eine Allergie vor.
Allergie vom Spättyp: Allergien werden in Abhängigkeit von der zugrunde liegenden Immunreaktion in vier Typen eingeteilt: I, II, III und IV. Eine Allergie vom Typ IV wird auch Allergie vom Spättyp genannt, weil sie verzögert eintritt. Bei ihr spielen spezielle Immunzellen (T-Zellen) eine zentrale Rolle. Die Kontaktallergie ist eine Typ-IV-Allergie.
Epikutantest: Der Epikutantest ist beim Verdacht auf ein Kontaktekzem sinnvoll. Mithilfe eines Pflasters werden verschiedene Allergene auf die Haut aufgebracht. Nach 48 Stunden sowie ggf. erneut später erfolgt eine Auswertung des Hautzustandes. Auf diese Weise lässt sich nachweisen, ob eine Überempfindlichkeit vorliegt, und wenn ja, auf welche Stoffe.
Nichtsteroidale Antiphlogistika: Bei nichtsteroidalen Antiphlogistika bzw. nichtsteroidalen Antirheumatika handelt es sich um Substanzen, die antientzündlich und schmerzlindernd wirken. Sie werden nichtsteroidal genannt, weil sie keine chemische Ähnlichkeit mit Kortison-Präparaten haben. Nichtsteroidale Antiphlogistika können - wie andere handelsübliche Schmerzmittel - innerlich angewendet werden. Einige stehen jedoch auch für die lokale Behandlung, beispielsweise als Salben, zur Verfügung.
Paraphenylendiamin: Paraphenylendiamin ist eine organische Verbindung, die aufgrund ihrer färbenden Eigenschaften unter anderem in Kosmetika Verwendung findet - beispielsweise in Haarfärbemitteln. Zudem kommt es teilweise auch bei Henna-Tattoos zum Einsatz.
Sensibilisierung: Eine Sensibilisierung kann sich nach wiederholtem Kontakt des Immunsystems mit einem Allergen ausbilden. Sie hat zur Folge, dass das Immunsystem mit erhöhter Empfindlichkeit auf das Allergen reagiert. Die Sensibilisierung geht einer Allergie immer voraus. Liegt eine Sensibilisierung, jedoch keine Allergie vor, löst der Kontakt mit dem Allergen keine Beschwerden aus. Die Überempfindlichkeit lässt sich mit verschiedenen Tests nachweisen.
Thiomersal: Thiomersal ist das Natriumsalz einer organischen Quecksilberverbindung. Es wird als Konservierungsstoff in kosmetischen und pharmazeutischen Produkten verwendet, um diese vor Verunreinigungen durch Keime zu schützen.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Lifeline Special Allergie.
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