Augen und Sehen

Altersweitsichtigkeit (Presbyopie)

Make-Up bei Brille und Kontaktlinsen-104544229.jpg
Altersbedingte Weitsichtigkeit: Eine Lesebrille gleicht die Sehschwäche aus.
Getty Images/iStockphoto

Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) ist eine normale Alterserscheinung, die jeden normalsichtigen Menschen ab etwa dem 45. Lebensjahr betrifft und durch den langsamen und altersmäßigen Verlust der Linsenelastizität verursacht ist.

  • Was verbirgt sich hinter AMD? Was ist ein Sicca-Syndrom und worin liegt der Unterschied zwischen dem Grauen und dem Grünen Star? Im Schwerpunkt informieren wir Sie ausführlich über Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten von Augenerkrankungen und Fehlsichtigkeiten.

Die Altersweitsichtigkeit ist weder eine Krankheiten noch eine Fehlsichtigkeit. Sie entsteht aufgrund eines normalen Alterungsprozesses der Augenlinse sowie der Zonulafasern. Die Linsenelastizität nimmt ab und die Linse verhärtet. Das Altern der Linse beginnt bereits ab Geburt und schreitet kontinuierlich fort. Erst wenn die Akkommodationsfähigkeit, das heißt, die Anpassung des Auges an unterschiedliche Entfernungen, soweit abgesunken ist, dass man das Auge gerade noch auf einen Leseabstand von 33 Zentimetern einstellen, Kleingedrucktes aber nicht näher ans Auge heranführen kann, merkt man die Einschränkung. Beim Normalsichtigen ist dies mit etwa 45 Jahren der Fall.

Altersweitsichtigkeit verschiebt sich bei Fehlsichtigkeit

Liegt eine Fehlsichtigkeit wie Weit- oder Kurzsichtigkeit vor, tritt die Altersweitsichtigkeit früher oder etwas später als normal ein. Für die Akkommodation muss sich die Linse wölben, um die Brechkraft anzupassen. Ist die Linsenelastizität verringert, dann ist dies nur eingeschränkt möglich. Um im Nahbereich von bis zu 33 Zentimetern scharf sehen zu können, ist jedoch eine relativ starke Linsenwölbung nötig. Der Bereich, in dem wir in der Nähe scharf sehen können, rückt deshalb mit zunehmendem Lebensalter immer weiter weg. Alle fünf Jahre nimmt die erforderliche Dioptrienzahl um etwa eine Dioptrie zu. Das Resultat (ohne Lesebrille): Bis zum 65.Lebensjahr klappt die Naheinstellung statt auf 33 Zentimeter nur noch auf zwei Meter. Danach findet nur noch in wenigen Fällen eine weitere Verschlechterung statt.

Autor: Gerlinde Felix / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 15. September 2011
Quellen: Augenheilkunde, Prof. Franz Grehn, Springer Medizin Verlag, März 2008 Springer Lexikon Medizin, P. Reuter, Springer Medizin Verlag, 2004 Pressemitteilung des VDI-Technologiezentrums vom 31.07.2009: „Gestartetes Forschungsprojekt " SYNERGIE" entwickelt neuartiges Femtosekunden-Faserlasersystem zur Behandlung von Presbyopie“, http://idw-online.de/pages/de/news327958, 06.07.2010

Meistgelesen auf Lifeline

Wechseljahre - die ersten Anzeichen
Beschwerden und Symptome

Wechseljahre - die ersten Anzeichen

Anfang 40 zeigen sich bei den meisten Frauen erste Symptome der Wechseljahre. Bei unregelmäßigen Blutungen und Schlafstörungen glauben viele nur an Stress. mehr...

Unterzuckerung erkennen
Richtig reagieren, wenn es drauf ankommt

Unterzuckerung erkennen

Die meisten Diabetiker fürchten einen Unterzucker, fachsprachlich Hypoglykämie bezeichnet. Denn er geht mit Schwäche, Schweißausbruch, Verwirrtheit und manchmal auch Krampfanfällen einher, kann aber auch... mehr...

Nagelpilz: Oft reicht lokale Behandlung
Nagelpilz-Behandlung

Nagelpilz: Oft reicht lokale Behandlung

Es lohnt sich, frühzeitig gegen den Nagelpilz aktiv zu werden. Denn bei leichtem Befall ist eine lokale Behandlung, z. B. mit Tinkturen, Salben oder einem Antipilz-Lack in der Regel ausreichend, um den... mehr...

Gesundheit und Medizin

Acht Anzeichen eines Sonnenstichs

Acht Anzeichen eines Sonnenstichs

Acht Anzeichen eines Sonnenstichs, Erste-Hilfe-Tipps und wie Sie vorbeugen mehr...

Sonnenbrand

Sonnenbrand

Sonnenbrand bezeichnet eine Entzündung der Haut durch zu intensive Sonnenbestrahlung mehr...

Fragen Sie unser Gesundheitsteam

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere über 50 Gesundheitsexperten beantworten Ihre Medizin-Fragen.

mehr lesen...
Fragen zu Krankheiten

Zum Seitenanfang