Seelische Faktoren

Erektionsstörungen: Psyche liefert Gründe

Auch wenn Pornografie etwas anderes vermittelt: Der Geschlechtsverkehr ist kein rein mechanischer Akt. Die körperlichen Funktionen eines Mannes mögen völlig intakt sein – die Erektion kann beim Liebesspiel trotzdem ausbleiben: Oft spielt die Psyche eine entscheidende Rolle bei Erektionsstörungen.

Andrea und Hajo haben Stress im Bett
Die Psyche und Erektionsstörungen sind eng miteinander verbunden.
iStock

Zu der Diagnose "psychisch bedingte Erektionsstörungen" gelangen Ärzte vor allem, wenn jüngere Männer über Potenzprobleme klagen. Als alleinige Ursache sind die von der Psyche verursachten Erektionsstörungen relativ selten: Sie machen 15 bis 25 Prozent aller Fälle von Erektionsstörungen aus.

Versagensängste wirken auf das vegetative Nervensystem

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Es gibt auch den Fall, dass ein Mann sexuell erregt ist, mit seiner Partnerin schlafen möchte, körperlich alles intakt ist und sich trotzdem keine Erektion einstellt, berichtet Prof. Uwe Hartmann von der Medizinischen Hochschule Hannover. Erektionsstörungen und Psyche spielen hier zusammen, vor allem in Bezug auf Versagensängste und Ablenkung. Sie wirken derart auf das vegetative Nervensystem, dass sich die Gefäße – auch die des Penis – eng stellen. Für eine Erektion ist aber – neben anderen Faktoren – eine Weitstellung der Arterien im Genitalbereich notwendig.

Experte: Erektionsstörungen nicht einfach hinnehmen

Bleibt die Erektion häufiger aus, stellt sich bei einem Mann schnell Unsicherheit ein. Gerade dies verstärkt aber seine Probleme: Seine Versagensängste nehmen zu und verschlimmern die Erektionsstörung nur, was wiederum die Psyche beeinflusst. Und jedes erneute Versagen im Bett verstärkt die Ängste und mindert die Lebensqualität.

Es ist darum wichtig, auch bei psychisch bedingten Erektionsstörungen schnell nach einer Lösung zu suchen und das Leiden nicht einfach hinzunehmen, sagt Hartmann. Helfen können etwa ein offenes Gespräch mit der Partnerin oder Veränderungen im Lebensstil. "Wenn das nicht hilft, bietet sich eine Sexualtherapie an", so der Psychologe, der zusammen mit Urologen Patienten mit Erektionsstörungen betreut, die teils in der Psyche gründen.

Mit Medikamenten den Teufelskreis durchbrechen

Auch Eine Behandlung mit Medikamenten kann sinnvoll sein. "Dann funktioniert die Erektion erst einmal wieder", sagt Hartmann. So wird der Teufelskreis unterbrochen: Der Patient sieht, dass er doch noch in der Lage ist, mit seiner Partnerin zu schlafen, und gewinnt dadurch Sicherheit. Nach einiger Zeit stellt sich die Erektion dann oft auch wieder ohne Medikamente ein. Schwindende Erektionsstörungen wirken sich dann positiv auf die Psyche aus.

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