Herz-Kreislauferkrankungen

Erektionsstörungen als Warnsignal

Erektionsstörungen sind ein frühes Warnsignal für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Das haben Wissenschaftler anhand einer internationalen Untersuchung bei mehr als 1.500 Männern herausgefunden.

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Erektionsstörungen sollten als Warnsignal für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesehen werden.
(c) Stockbyte

Wenn Männer eine Impotenz entwickeln, sollte das auch als Warnsignal in puncto Herz- und Gefäßgesundheit verstanden werden. „Erektionsstörungen sollten unbedingt im Hinblick auf mögliche Herz- und Gefäßerkrankungen medizinisch abgeklärt werden“, rät Dr. Magnus Baumhäkel aus Homburg/Saar.

Unter Erektionsstörungen, auch als erektile Dysfunktion oder kurz ED bezeichnet, leiden laut Baumhäkel etwa 20 bis 30 Prozent aller Männer. Bei Männern mit ausgeprägten Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen liegt der Anteil mit 50 bis 70 Prozent deutlich höher.

Erektionsstörungen zeigen mögliche Gefahr fürs Herz

In einer aktuellen internationalen Studie wurde zudem ein enger Zusammenhang der Erektionsstörungen mit dem späteren Auftreten von Herzinfarkten, einer Herzschwäche, einem Schlaganfall und auch mit dadurch bedingten Todesfällen gesehen. Die ED muss laut Baumhäkel deshalb als Warnsignal für Herz-Kreislauf-Komplikationen angesehen werden, wobei die Schwere der ED direkt auch einen Hinweis auf das Ausmaß des Herz-Kreislaufrisikos gibt.

Die Grundlage der Zusammenhänge bildet offenbar eine sogenannte endotheliale Dysfunktion. So bezeichneten die Mediziner eine Störung der Funktion der Zellen, die die Blutgefäße auskleiden (Endothel). Dass diese innere Schicht der Blutgefäße in ihrer Funktion bei der ED gestört ist, haben schon frühere Untersuchungen gezeigt. Gut dokumentiert ist auch, dass solche Erektionsstörungen der Entwicklung von Herz-Kreislauferkrankungen Vorschub leisten. Baumhäkel: „Die ED ist ein frühes Symptom einer endothelialen Dysfunktion, die ihrerseits als Frühsymptom einer Gefäßverkalkung anzusehen ist.“

Autor:
Letzte Aktualisierung: 02. November 2010
Quellen: Cardiovasc 5/2009, Seite 10, Springer Medizin Verlag

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