Lust auf spontane Liebe?

Erektionsstörungen erkennen und behandeln

Was hilft gegen erektile Dysfunktion?

Viele Studien belegen: Erektionsstörungen sind ein häufiges und bedeutendes Gesundheitsproblem bei Männern. Aber: Fast jedes Paar wünscht sich mehr Spontaneität im Liebesleben. Bei Erektionsproblemen wird dies unmöglich.

Ein vergeblicher Erektionsversuch bedeutet nicht gleich Impotenz. Erst wenn Mann über einen Zeitraum von einem halben Jahr keine Gliedsteife mehr erreichen kann und Geschlechtsverkehr nicht mehr möglich ist, spricht der Mediziner von einer Erektionsstörung. Als Ursachen kommen sowohl körperliche als auch seelische Faktoren in Frage.

Mediziner gehen heutzutage davon aus, dass Erektionsstörungen zu einem Drittel auf organische, zu einem Drittel auf psychische und zu einem Drittel auf eine Kombination aus beiden Faktoren zurückzuführen sind. Seelische Probleme können Libido nachhaltig stören und Erektionsstörungen verursachen. Ihre Ursachen liegen in der überdurchschnittlichen beruflichen Beanspruchung mancher Männer, können aber auch in der Partnerschaft oder in der Persönlichkeit selbst zu finden sein. Permanenter Stress ist der größte Feind der Leidenschaft und kann zu Erektionsstörungen nach sich ziehen. Gibt die Psyche dem andauernden Termin- und Entscheidungsdruck nach, ist ein vermindertes Interesse am Geschlechtsverkehr (Libido-Verlust) die Folge. Die Partnerschaft kommt unter diesen Umständen oft zu kurz. Die eigenen und die gegenseitigen Erwartungen werden nicht mehr erfüllt. Daraus resultieren Frust und Beziehungskrisen.

Die Erektion: Warum wird der Penis steif?

Um eine Erektion auszulösen, müssen Nerven, Muskeln und Blutzufuhr optimal aufeinander abgestimmt funktionieren. Nur wenn sich die nerven- und muskelregulierten Hohlräume im Penis (Schwellkörper) ausreichend mit Blut füllen können, wird eine Gliedsteife erreicht. Durch zahlreiche körperliche Faktoren kann dieses Erektionssystem empfindlich gestört werden. Die Folge davon sind Erektionsstörungen. Neben Psychopharmaka und Blutdruckmedikamenten beeinträchtigen Krankheiten und Beschwerden, die sich auf das Gefäß- und Nervensystem auswirken, die Erektion. Durch Gefäßkrankheiten, Bluthochdruck und Nikotinmissbrauch kann die Blutzufuhr in den Penis gestört werden. Die Gefäße sind hierbei verengt und bremsen den Blutdurchfluss so stark, dass Erektionsstörungen entstehen und eine Gliedsteife nicht zustande kommen kann. Bandscheibenvorfall, Rückenmarksverletzungen und ein fortgeschrittener Diabetes mellitus beeinträchtigen dagegen die Funktion der Nerven. Diese geben bei sexueller Erregung Signale an Muskeln und Gefäße weiter. Funktionieren sie nur eingeschränkt, bleibt die Erektion aus.

Wenn der Haussegen erst einmal schief hängt, bleiben Sexualität und Harmonie oft auf der Strecke. Gefühle von Unzulänglichkeit und Minderwertigkeit sorgen für eine andauernde Anspannung. Wer unter Angst und Depressionen, Midlife-Krisen und sexuellen Hemmungen leidet und sich unter Erwartungs- und Leistungsdruck stellt, empfindet weniger Lust. Das kann zur Erektionsstörungen führen. Bleibt eine Erektion aus, wächst beim Mann sehr schnell die Angst, dasselbe könnte beim nächsten Mal wieder passieren. Diese Angst bedeutet Stress. Mann versucht es trotzdem - Mann scheitert. Der Stress steigt und die Versagenswahrscheinlichkeit auch. Ein Teufelskreis hat begonnen. Um sich nicht erneut eine Blöße zu geben, ziehen viele Männer sich zurück. Dieser Rückzug verursacht Probleme in der Partnerschaft, die sich wiederum negativ auf die Libido auswirken. Der Teufelskreis geht weiter...

Doch es gibt Hilfe bei Erektionsproblemen. Um zu klären, wann diese Hilfe notwendig ist, stellt sich zunächst die Frage:

Was ist eigentlich eine Erektionsstörung?

Auf sexuelle Reize reagiert der Penis eines Mannes mit einer Erektion – er wird steif und ermöglicht so den Geschlechtsverkehr. Ist dieser natürliche Vorgang über einen längeren Zeitraum gestört, spricht man von einer Erektionsstörung oder auch erektilen Dysfunktion (ED). Davon zu trennen ist eine Orgasmusunfähigkeit, wenn also eine Erektion bei sexueller Stimulation auftritt, aber die Reizschwelle zum Samenerguss nicht überschritten werden kann.

Die Erektion ist nicht hart genug

Ebenso gilt als Erektionsstörung, wenn der Penis sich zwar versteift, die Härte der Erektion jedoch nicht für das Eindringen in die Vagina (Penetration) ausreicht oder wenn die Erektion während des Geschlechtsverkehrs an Härte verliert und das Erreichen des Orgasmus dadurch unmöglich wird.

In Deutschland ist etwa jeder 5. Mann zwischen 30 und 80 Jahren von einer Erektionsstörung betroffen. Anhand der zugrundeliegenden Ursachen unterscheiden Mediziner im Wesentlichen drei Formen:

  • die körperlich (organisch) bedingte Erektionsstörung,
  • die psychisch bedingte Erektionsstörung sowie
  • eine Mischform aus körperlichen und psychischen Faktoren.

Erektionsstörungen sind weit verbreitet, man schätzt, dass bei etwa 70 Prozent der Betroffenen organische Ursachen zugrunde liegen. Durchblutungsstörungen, die sich auch auf die Schwellkörper des Penis auswirken, treten oft im Alter auf – sie sind zum Beispiel eine Spätfolge bei Diabetes. Auch bestimmte Medikamente haben einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die Potenz. Der übermäßige Genuss von Alkohol und Nikotin tut der Manneskraft ebenfalls nicht gut.

Erektionsstörungen in jungen Jahren

Bei jüngeren Männern hat Impotenz nicht selten psychische Ursachen: Stress, Leistungsdruck – auch im sexuellen Bereich – Versagensängste und Anspannungen wirken sich auf die Erektionsfähigkeit aus.

Zur Behandlung von Erektionsstörungen werden je nach Ursache verschiedene Wege beschritten. Sildenafil war der erste Wirkstoff, der in der zum Synonym für Potenzmittel gewordenen "blauen Pille" Viagra und Nachahmerprodukten eingesetzt wird. In den letzten Jahren wurden verwandte Wirkstoffe und neue Medikamente gegen Erektionsstörungen entwickelt, die noch spezifischer auf die Schwellkörper im Penis wirken.

Potenz und Impotenz: Mann kann, oder auch nicht

Erektionsstörungen und ihren körperlichen wie psychischen Ursachen kann auf verschiedene Arten begegnet werden. Wenn Sie spüren, dass sich Ihre Sexualität verändert hat, sind Sie nicht mehr derselbe - und Sie sind unzufrieden. 

Nutzen Sie diese Gelegenheit für ein kurzes Brainstorming, um Ihren Erektionsstörungen auf den Grund zu gehen:

• Wann waren Sie das letzte Mal glücklich in Ihrer Beziehung?

• Hat sich seitdem etwas verändert?

• Wenn ja, was?

• Welches ist der erste Gedanke, wenn Sie den Namen Ihrer Partnerin hören?

• Versuchen Sie auf den Punkt zu bringen, was Ihnen fehlt!

Männer können sich selbst helfen, indem sie den Gründen für sexuelle Schwierigkeiten und Erektionsstörungen gezielt nachgehen. Wer dagegen Erektionsstörungen verdrängt, macht sie nur noch schlimmer.

Selbsttherapie bei Impotenz: Erkennen Sie sich wieder?

• Ich fühle mich in meiner Haut nicht wohl.

• Ich fühle mich ausgepowert.

• Ich bin unbefriedigt.

• Ich genieße den Höhepunkt nicht mehr.

• Ich fühle mich überfordert.

• Ich mache mir Sorgen.

• Ich bin nicht erregt.

• Ich habe keine Lust mehr auf Sex mit meiner Partnerin.

• Ich habe Angst zu versagen.

• Ich bin als Liebhaber nicht gut genug.

• Ich fühle mich minderwertig.

• Ich will meiner Partnerin nicht nah sein.

Als medizinisch wirksam bei körperlichen Erektionsstörungen gelten Gefäß erweiternde Substanzen, die direkt in die Schwellkörper des Penis gespritzt werden. Diese Auto-Injektionen helfen schnell, haben in Einzelfällen allerdings zu Dauererektionen geführt. Ungefährlicher ist dagegen, mit einer Vakuumpumpe eine Erektion zu erzeugen. Durch Pumpen wird dabei mechanisch ein Unterdruck erzeugt, der das Blut in die Hohlräume fließen lässt. Spritzen wie Pumpen, so die Erfahrung vieler Paare, zählen nicht gerade zu den romantischen Liebes-Accessoires und entpuppen sich rasch als hinderlich für ein ungestörtes Vorspiel.

Als Alternative bei Erektionsstörungen gilt ein operativer Implantat-Einsatz. Dabei werden die vorhandenen Schwellkörper gegen flexible Kunststoffkörper ausgetauscht - eine Maßnahme, die allerdings erst dann in Erwägung gezogen werden sollte, wenn alles andere nicht hilft. Natürlicher geht es mit Aphrodisiaka wie Spanischer Fliege, Austern und Aromen, Blütenpollen, Bitterstoffen und Ginseng zu. Eine Wirkung konnte wissenschaftlich allerdings nicht nachgewiesen werden. Lediglich das aus Baumrinde gewonnene Yohimbin wird in der verschreibungspflichtigen Verabreichung bei leichten Störungen erfolgreich eingesetzt.

Gibt es Hausmittel bei Erektionsstörungen?

Leichte Erektionsstörungen, denen eindeutig keine organische Ursache zugrunde liegt, kann Mann durchaus auch mit Hausmitteln zu Leibe rücken. Vor allem natürliche Mittel, die die  Durchblutung der Organe im Beckenbereich anregen, sind einen Versuch wert.

Auf der Liste der möglichen Hausmittel gegen erektile Dysfunktion stehen zum Beispiel Knoblauch, Ginsengwurzel oder Extrakte vom Gingkobaum. Auch Ingwertee hat nach der altindischen Ayurveda-Lehre eine entsprechende Wirkung. Die Finger sollte man jedoch von vielfach im Internet angepriesenen Wundermitteln lassen. Diese enthalten Inhaltsstoffe zweifelhafter Herkunft, bringen die Manneskraft nicht zurück und erleichtern  nur den Geldbeutel der Besteller.

Bei Impotenz das Schweigen brechen

Probleme in einer Beziehung betreffen nicht einen Partner allein, sondern beide und können nur von beiden gemeinsam gelöst werden. Das wichtigste Instrument dazu ist das Gespräch. Auch Sexualität ist eine Form von Gespräch, Frage- und Antwortspiel, ein Geben und Nehmen. Beziehungsprobleme beginnen dort, wo einer der Partner keine Lust mehr hat zu fragen oder der andere das Interesse verloren hat zu antworten. Hier können Sie im Gespräch ansetzen:

• Gehen Sie den Gründen für Ihr Schweigen nach.

• Sprechen Sie über das, was Sie vermissen.

• Überlegen Sie gemeinsam, wodurch es verloren gegangen ist.

• Finden Sie heraus, was Sie tun können, um es zurückzugewinnen.

Kommunikation in einer Beziehung - sei es in Form von Gespräch oder Sexualität - kann aktiv gestaltet werden. Verwirklichen Sie Ideen und Fantasien! Gehen Sie auf Entdeckungsreise mit Ihrer Partnerin! Lernen Sie neue Vokabeln und finden Sie Antworten auf das, was Sie wollen und wie Sie es (wieder) bekommen können. Das kann ein guter Ansatz gegen Erektionsstörungen sein.

Einzel- und Paartherapie hilft Impotenz zu besiegen

Auch der Gang zum Therapeuten kann helfen, um Erektionsstörungen, Beziehungsproblemen oder anderen persönlichen Problemen auf den Grund zu gehen. Es gibt Psychotherapien mit verhaltenstherapeutischem Ansatz, die sich als sehr wirkungsvoll erwiesen haben. Zwei unterschiedliche Therapie-Arten kommen in Frage: die Einzelpsychotherapie und die Paarpsychotherapie. In der Einzeltherapie stehen Sie im Vordergrund. Sie erarbeiten zusammen mit dem Therapeuten, was Sie an Ihrer Sexualität stört und wie Sie es ändern können. Negative Empfindungen wie Ängste, Unsicherheit, Unzulänglichkeit und Minderwertigkeit können thematisiert werden. Die zentrale Frage aber lautet: Was können Sie konkret tun, um sich von ihnen zu befreien?

Bei der Paarpsychotherapie werden dagegen Probleme, die erst in der gemeinsamen Sexualität entstehen, praktisch angegangen. Sie betreffen die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrer Partnerin, Ihre gemeinsamen, körperlichen und sinnlichen Erfahrungen. Bevor Sie beide den Profi fragen, einigen Sie sich über das gemeinsame Ziel der Therapie. Wo stehen Sie beide? Wo wollen Sie hin? Haben Sie schon eine Idee, was Sie ändern könnten? Sowohl die Einzel- als auch die Paarpsychotherapie werden von Betroffenen als eine deutliche Entlastung und Erleichterung empfunden. Adressen finden Sie in den Gelben Seiten unter der Rubrik "Psychotherapie". Kontaktadressen vermitteln auch die Pro-Familia-Beratungsstellen.

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