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Insulin

Bei Verdacht auf Diabetes oder eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse wird der Insulinwert bestimmt. Allein ist er jedoch wenig aussagekräftig

diabetes insulin
Abweichende Insulinwerte sind ein Hinweis auf Diabetes oder Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse.
iStock

Insulin ist ein lebensnotwendiges Hormon, denn es reguliert den Zuckerstoffwechsel und damit die Energieversorgung der Zellen im Körper. Insbesondere rote Blutkörperchen (Erythrozyten), Nierenmark und Gehirn sind auf Glukose als Energiequelle angewiesen. Gleichzeitig gilt für die Blutzuckerwerte, dass sowohl ein Zuviel, als auch ein Zuwenig gefährlich sind. Daher muss der Spiegel über Hormone reguliert werden. Insulin kann als einziges Hormon den Blutzucker senken.

Funktion von Insulin

Insulin wird von der Bauspeicheldrüse, konkret von den Betazellen, die sich in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse befinden, gebildet. Daher der Name Insulin.

Sobald die Glukosekonzentration im Zwischenzellraum (extrazelluläre Flüssigkeit) auf über drei Millimol pro Liter angestiegen ist, schleusen die Betazellen der Langerhans-Inseln das Hormon Insulin aus. Dies ist insbesondere nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit erforderlich. Denn dann steigen die Blutzuckerspiegel schnell an. Insulin senkt den Blutzuckerspiegel indem es den Zellen das Signal gibt, Glukose  aus dem Blutplasma aufzunehmen.

Störungen der Insulinkonzentration

Ein Mangel des Hormons Insulin kann entweder relativ sein (zum Beispiel Schwangerschaftsdiabetes, Typ-2-Diabetes) oder aber auf ein Versiegen der Produktion zurückzuführen sein (zum Beispiel Typ-1-Diabetes). In anderen Fällen (wie in der späten Phase eines Typ-2-Diabetes oder beim metabolischen Syndrom) ist zwar genügend Insulin vorhanden, die Insulinwirkung aber eingeschränkt, was als Insulinresistenz bezeichnet wird. Die Zielzellen reagieren nicht mehr auf das im Blut befindliche Insulin.

Beim Hyperinsulinismus beziehungsweise einem Insulinom ist es genau umgekehrt. Es wird mehr vom Hormon Insulin gebildet, als der Körper benötigt. Der Hyperinsulinismus kann eine Reaktion der Bauchspeicheldrüse auf die Insulinresistenz des Fettgewebes bei fettlebigen Personen oder Diabetikern sein: Da die erwünschte Wirkung der Insulinausschüttung ausbleibt, wird immer mehr Insulin ausgeschüttet – bis die Bauchspeicheldrüse erschöpft ist und kein Insulin mehr bilden kann.

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Bei welchen möglichen Erkrankungen wird der Insulinwert bestimmt?

Insulin wird selten gesondert im Blutbild bestimmt. Zur Diagnose und Therapiekontrolle bei Diabetikern sind andere Blutwerte, wie Glukose (Blutzucker), der orale Glukosetoleranztest (oGTT) und der HbA1c-Wert aussagekräftiger. Insulin kann zusätzlich kontrolliert werden.

Das Insulin wird zudem zusammen mit weiteren Werten bei Problemen mit der Bauchspeicheldrüse herangezogen. Er kann darüber hinaus Hinweise auf einen insulinproduzierenden Tumor (Insulinom) geben.

Wie wird der Insulinwert bestimmt?

Der Insulinwert wird aus dem Blutserum bestimmt. Der Patient muss bei der Blutabnahme nüchtern sein.

Wann ist das Insulin im normalen Bereich?

Der Normalwert von Insulin liegt zwischen 60 und 175 pmol/l (entspricht 4,8 bis 14 mU/l).

Was können Ursachen für einen zu hohen Insulinwert sein?

Bei Patienten mit Diabetes Typ II ist das Insulin erhöht. Weitere Ursachen sind:

Was können Ursachen für einen zu niedrigen Insulinwert sein?

Liegt das Insulin unter dem Normalwert, kann ein Diabetes Typ I vorliegen.

Blutbild: Wichtige Werte und was sie bedeuten

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 18. Januar 2016
Durch: es

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