Bildgebende Verfahren

Computertomographie (CT)

Bei der Computertomographie, kurz CT, erzeugen Röntgenstrahlen einen mehrdimensionalen Querschnitt des zu untersuchenden Organs. Die Untersuchung dauert nur wenige Sekunden. Der Patient merkt davon nichts.

Frau wird in CT gefahren
Beim CT heißt es: Bitte so wenig wie möglich bewegen!
(c) Jupiterimages

Die CT, (Computertomographie, alternativ Computertomografie)  ist eines der wichtigsten bildgebenden Verfahren in der Medizin. Mit einer speziellen computergestützten Röntgenaufnahme werden dabei die Schichten des menschlichen Körpers in Form von digitalen Bildern sichtbar gemacht. Das Verfahren ermöglicht eine Vielzahl an auswertbaren Aufnahmen, die kontrastreich die tatsächliche Gestalt von Organen oder Verletzungen wiedergeben. Das macht das CT  zu einem wesentlichen Bestandteil der radiologischen Diagnostik, mit dem sich innere Erkrankungen und Verletzungen sowie deren exaktes Ausmaß bestimmen lassen. Des Weiteren wird es zur Planung therapeutischer Schritte sowie zur Verlaufskontrolle von Behandlungen eingesetzt.

Das passiert bei einer Computertomographie

Bei einem klassischen Röntgenverfahren tragen alle Körperstrukturen entlang des Röntgenstrahls zur Schwächung der Intensität bei. Knochen weist eine hohe Dichte auf und schwächt damit die Intensität der Röntgenstrahlen. Das Ergebnis ist eine helle und kontrastreiche Abbildung. Weichteilgewebe verfügt dagegen nur über eine geringe Dichte und wird deswegen kontrastarm und dunkler dargestellt. Durch die Dichteunterschiede entstehen häufig Überlagerungen, die vor allem die genaue Diagnostik von Organen erschwert.

Der Kontrast bei der Computertomographie wird ebenfalls durch die Dichte des Gewebes bestimmt. Durch die Schichttechnik und die genaue Errechnung der Dichte haben aber angrenzende und überlagernde Strukturen keinen Einfluss auf den Kontrast. Selbst geringe Dichteunterschiede in oder zwischen den Organen können verarbeitet und dargestellt werden. Um das zu erreichen müssen, im Gegensatz zur klassischen Röntgenuntersuchung, viele Aufnahmen gemacht werden, die kontinuierlich nacheinander erstellt werden.

So läuft die CT-Untersuchung ab

Computertomographien werden in Krankenhäusern und bei spezialisierten Ärzten, zum Beispiel in radiologischen Praxen durchgeführt.

Meist werden beim CT heute jodhaltige Kontrastmittel zur Verstärkung der Bildsignale verwendet. Diese werden intravenös injiziert. Deshalb sollte vorher die Verträglichkeit abgeklärt werden. In der Regel wird der Arzt eine Laboruuntersuchung des Blutes veranlassen, um Jodmangel und die Funktionsfähigkeit der Niere zu überprüfen. Wichtig sind dabei die Werte für Kreatinin sowie der Schilddrüsenwert TSH. Bei einer seltenen Unverträglichkeit auf das Kontrastmittel wird darauf verzichtet.

Der Computertomograph ist ein sehr großes Gerät mit einer runden Öffnung in der Mitte. In dieser kurzen "Röhre" befindet sich eine fahrbare Liege auf der die zu untersuchende Person platziert wird. Das Gerät besitzt eine Gegensprechanlage über die der Kontakt sowie Anweisungen zwischen Personal und dem Patienten stattfinden. Die Liege wird kontinuierlich durch das Gerät geschoben und die Röntgenröhre dreht sich dabei fortlaufend um die Längsachse der Person. Eine Aufnahme dauert ungefähr eine Sekunde.

Dabei sendet die Röntgenröhre Strahlen durch das Objekt auf den gegenüberliegenden Empfänger. Die Intensität, mit der die Strahlen durch das Gewebe dringen, wird abgeschwächt. Diese Schwächung wird vom Empfänger aufgezeichnet, in ein elektronisches Signal umgewandelt und an den Bildrechner weitergegeben. Der Computer wertet die Differenz zwischen gesendeter und empfangener Strahlenintensität aus und bestimmt damit die Dichte des Gewebes. Diese Daten werden in Grautöne umgewandelt und eine digitale Version der untersuchten Körperregion wird erstellt.

Die Dauer des CTs hängt von der Körperregion ab, die untersucht wird. Im Schnitt sind es aber nur wenige Minuten. Während dieser Zeit sollten vor allem die Anweisungen zur Atmung befolgt werden.

Anwendungsgebiete der Computertomographie

Ein CT wird in der Regel im Rahmen einer diagnostischen Befunderhebung durchgeführt. Über die Notwendigkeit der Untersuchung sollte allerdings im Vorfeld gesprochen werden, vor allem um Doppeluntersuchungen und damit eine erhöhte Strahlenbelastung zu vermeiden.

Die Computertomographie ist die optimale Methode für Untersuchungen des Bauchraums, der Lunge sowie des Gehirns. Eingesetzt wird es unter anderem bei:

  • Krebserkrankungen, zur Diagnose eines klinischen Befunds, präoperativ zur genauen Lokalisation und Planung einer Operation sowie postoperativ zur Verlaufskontrolle
  • Verdacht auf innere Verletzungen des Schädels sowie der Organe
  • Erkrankungen im Bauchraum zum Beispiel Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Schlaganfall
  • akuten und schweren sowie chronischen Kopfschmerzen
  • chronischem Husten
  • komplizierte Verletzungen des Bewegungsapparats zum Beispiel bei Frakturen an Wirbelsäule, Becken, Knie- und Fußgelenk
  • Bandscheibenvorfall

Darm-CT: Krebs-Vorsorge und Diagnose ohne Schlauch

Bei der Diagnose von Darmkrebs und der Darmkrebsvorsorge  ist die Computertomographie eine Alternative zur klassischen Darmspiegelung (Koloskopie). Dabei wird ein Endoskop über den Enddarm eingeführt und liefert Bilder aus dem Inneren. Die Darm-CT (auch virtuelle Koloskopie genannt) kommt ganz ohne Schlauch aus und liefert sehr genaue Bilder. Sie ermöglicht dem Arzt einen Blick in den gesamten Darm. Bei einer Koloskopie aber kann der Arzt oft nicht die ganze Darmstrecke untersuchen. Manchmal trifft er auf eine Verengung (Stenose), gelegentlich gelangt er nicht um eine der vielen Windungen des Darms. 

Zudem ist die Untersuchung gefahrlos: Da der Arzt nicht mit einem Gerät in den Darm eindringt, sind Verletzungen der Schleimhaut, Blutungen oder eine Perforation (Durchbruch) der Darmwand ganz ausgeschlossen.

Die Darm-CT ist schmerzlos, wie bei der klassischen Koloskopie muss der Darm entleert sein. In der Regel  dauern die Aufnahmen maximal 15 Minuten, danach kann  man die Praxis wieder verlassen, wen  keine auffälligen Befunde festgestellt werden. Eine anschließende Darmspiegelung (Koloskopie) kann dann trotzdem notwendig sein, um eine Gewebeprobe zu entnehmen oder die Polypen direkt zu entfernen.

Fehlerquellen und Risiken beim CT

Durch Bewegungen während der Untersuchung, Metallimplantate oder technische Differenzen können Bildunschärfen, Störungen oder verfälschte Befunde entstehen. Aufgrund der ausgereiften Technik und der kurzen Aufnahmedauer bestehen mit den heutigen Systemen jedoch kaum noch Probleme.

Ein häufig thematisierter Nachteil der Computertomographie ist die hohe Strahlenexposition. Diese liegt deutlich höher als bei einer herkömmlichen Röntgenuntersuchung. Die Strahlenbelastung fällt aber je nach Untersuchung unterschiedlich aus und ist abhängig von den technischen Eigenschaften des CT-Systems, der Patientengröße sowie von der Größe des Untersuchungsbereichs. Wie bei anderen Röntgenverfahren sollte der Arzt den diagnostischen Nutzen des CTs mit den Risiken, die von den Strahlen ausgehen, sorgfältig abwägen.

Alternativen zur CT-Untersuchung

Durch die hohe Strahlenbelastung sollte man vor allem bei Schwangeren auf alternative bildgebende Verfahren ohne Röntgenstrahlung zurückgreifen.

MRT (Magnetresonanztomographie): Die Untersuchung bietet ebenfalls sehr kontrastreiche Schnittbilder, die basierend auf sehr starken Magnetfeldern hergestellt werden. Mit dem MRT werden Informationen über krankhafte Veränderungen im Kopf-, Hals-, Rückenmark- und Muskel-Skelett-Bereich sichtbar gemacht.

Ultraschall (Sonographie): wird ebenfalls zur bildlichen Darstellung von inneren Körperstrukturen eingesetzt. Eine Alternative, die vor allem ihre große Stärke in der Weichteildiagnostik zeigt. Ultraschall ermöglicht eine schonende und schmerzfreie Untersuchung der inneren Organe ohne Strahlenbelastung für den Menschen.

Computertomographie-Erfinder bekam Nobelpreis

Die erste klinische Anwendung der Computertomographie erfolgte 1972. Damit war es das erste radiologische Verfahren, welches statt der typischen analogen Röntgenbilder ausschließlich errechnete digitale Bilder zur Verfügung stellte. Bereits nach wenigen Jahren hatte sich die Computertomographie als unverzichtbares Verfahren etabliert. Vor allem weil es den Vorteil bot, Überlagerungen von Organen und Knochen, wie sie bei Röntgenbildern typisch sind, auszuschließen. Entwickelt wurde der CT-Scanner von Godrey Hounsfield bei der EMI Ltd., die zu dem Zeitpunkt eher als Plattenproduzent bekannt war. Dem Erfinder wurde dafür 1979 der Nobelpreis für Medizin verliehen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 01. Februar 2016
Durch: es
Quellen: Kalender, W.A.: Computertomographie - Grundlagen, Gerätetechnologie, Bildqualität, Anwendungen, Publicis Corporate Publishing, Erlangen 2006 Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums: http://www.krebsinformationsdienst.de/ (Stand: Juni 2008) Bericht der Strahlenschutzkommission des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Orientierungshilfe für radiologische und nuklearmedizinische Untersuchungen, www.ssk.de, Online-Publikation (2006)

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