Frauen unter 40

Wechseljahre - wenn sie den Kinderwunsch durchkreuzen

Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten geprüft

Frauen in Europa erleben im Schnitt mit 51 Jahren ihre letzte Monatsblutung. Die Wechseljahre können aber schon vorher beginnen und durchkreuzen dann eventuell den Kinderwunsch der betroffenen Frauen.

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Wechseljahre: Lässt sich der Kindwunsch trotzdem noch erfüllen?
© iStock.com/Wavebreakmedia

Eine schlimme Vorstellung: Die Monatsblutung bleibt mehrere Male aus und die Frau freut sich bereits im Stillen, endlich doch Mutter zu werden. Dann die ernüchternde Nachricht ihres Arztes: „Sie sind nicht schwanger“. Schlimmer noch: Die Frau wird wohl auch kein Kind mehr bekommen, sie ist nämlich in den Wechseljahren. Eben noch glückliche Mama in spe und plötzlich steht der Abschied vom Kinderwunsch im Raum. Ein Szenario, das umso häufiger Realität wird, je weiter Paare ihre Familienplanung zeitlich nach hinten verschieben.

Das betrifft zum Teil Frauen ab Mitte 40. Aber auch noch jüngere Frauen müssen manchmal erleben, wie früher einsetzende Wechseljahre  ihren Kinderwunsch durchkreuzen. Dafür kann es genetische Ursachen geben, aber auch medizinische wie bestimmte Krebsbehandlungen oder das Entfernen beider Eierstöcke. Meistens gelingt es Ärzten allerdings gar nicht, die Gründe für ein vorzeitiges Versiegen der Regelblutung (Menopause) zu ermitteln.

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Mediziner sprechen dann von einer prämaturen Menopause oder vom Klimakterium präcox. Die Häufigkeit wird nach Angaben des Schweizer Gynäkologen Dr. Daniel Wirthner auf ein Prozent im Alter von 40 Jahren und auf 0,1 Prozent im Alter von 30 Jahren geschätzt. „Das natürliche Alter für die Menopause liegt in Europa derzeit im Schnitt bei 51 Jahren“, berichtet Prof. Dr. Olaf Ortmann, Direktor der Universitätsfrauenklinik Regensburg.

Ein einziger Hormontest reicht nicht

Die Menopause zeigt an, dass der Vorrat an Eizellen aufgebraucht ist, den jede Frau von Geburt an in sich trägt. Es ist dann eigentlich nicht mehr möglich, auf natürlichem Weg ein Kind zu bekommen. Nur in Einzelfällen habe es nach Jahren erneut einen Eisprung gegeben und die Frauen seien schwanger geworden, berichtet Ortmann. Theoretisch bleibt bei einer vorzeitigen oder frühen Menopause der Weg einer Eizellspende. Diese ist in Deutschland aber verboten.

Um festzustellen, ob eine Frau in den Wechseljahren ist, kann ein Gynäkologe den Spiegel des follikelstimulierenden Hormons (FSH) im Blut bestimmen. Experten empfehlen zwei FSH-Tests im Abstand von einem Monat. Der Bluttest zeigt an, ob der FSH-Wert erhöht ist. Das weist darauf hin, dass die Eierstöcke nicht ordnungsgemäß arbeiten. Anhand von weiteren Untersuchungen lässt sich der Verdacht auf Wechseljahre dann weiter erhärten.

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Buchtipp zum Weiterlesen: Sigrid Sator, Frühe Wechseljahre, Patmos-Verlag 2007.

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