Luftverschmutzung begünstigt Zappelphilipp-Syndrom

ADHS durch Autoabgase

abgas
Zeigen Kinder typische ADHS-Symptome, könnte auch der Wohnort der Eltern schuld daran sein.
Thinkstock

Wer in frühester Kindheit starker Luftverschmutzung durch den Straßenverkehr ausgesetzt ist, entwickelt später signifikant häufiger ein Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS). Das haben US-amerikanische Forscher belegen können.

Siebenjährige leiden statistisch gesehen häufiger an ADHS, wenn sie in noch jüngeren Jahren von Autoabgasen verpestete Luft atmen mussten. Das ergab eine Studie von Forschern um Nicholas Newman von der Universität Cincinnati. Sie begleiteten ihre kleinen Proband en vom Säuglingsalter bis zum achten Lebensjahr mit Untersuchungen. Von zunächst 762 Babys blieben 576 während des gesamten Studienzeitraums am Ball.

Konzentration von Schulkindern fördern

  • zum ADHS-Test

    Wie Eltern erkennen, ob Hyperaktivität oder Unkonzentriertheit ihres Kindes noch ganz normal oder schon Anzeichen von ADHS sind.

Wie sich herausstellte, zeigten Babys, deren Eltern nahe einer großen Verkehrsader wohnen, als Schulkinder häufiger ADHS-Symptomen. Dazu zählen etwa Konzentrationsprobleme und auffälliges bis aggressives Verhalten. Newmans Studie ist ihm zufolge die bislang umfangreichste zum Thema und könnte „weitreichende Folgen für die öffentliche Gesundheit haben – leben doch elf Prozent der Amerikaner im Umkreis von nur hundert Metern um eine vierspurige Autobahn!“ Von den Schulkindern gingen sogar 40 Prozent in eine Schule, die nicht weiter als 400 Meter von einer Schnellstraße entfernt liegt.

Luftverschmutzung schadet der Gesundheit vielfach

„Die Luftverschmutzung durch Autos ist einer von vielen Faktoren, die die Entwicklung des Gehirns beeinflussen“, sagt Newman, „aber sie ist vermeidbar.“ Wie die Abgase genau in den Hirnstoffwechsel eingreifen und ADHS begünstigen, sei noch unbekannt. „Es könnte aber sein, dass sie Blutgefäße verengen und verschiedene toxische Substanzen der vorderen Hirnrinde schaden“, glaubt der Wissenschaftler und Erstautor.

Atmet eine Schwangere Feinstaub und andere Emissionen ein, steht das früheren Studien zufolge in Verbindung mit einen höheren Autismus-Risiko sowie einem geringen Geburtsgewicht des Kindes und fördert die Entstehung von Allergien. Außerdem schaden Autoabgase dem Herzen, indem sie die Arterienverkalkung vorantreiben. Das Zappelphilipp-Syndrom ist folglich längst nicht die einzige Gefahr, die von nahegelegenen Verkehrsadern ausgeht.

Als weitere, anerkannte Ursachen von ADHS gelten eine genetische Disposition sowie psychosoziale Faktoren und ein Mangel an bestimmten Omega-3-Fettsäuren.

Diese Lebensmittel liefern Omega-3-Fettsäuren

Autor:
Letzte Aktualisierung: 23. Mai 2015
Quellen: Mitteilung der Uni Cincinnati zu ADHS und Abgasen: http://healthnews.uc.edu/news/?/22617

Expertenrat ADHS

Sie haben Fragen zur Behandlung von ADHS? Fragen Sie den Lifeline-Experten!

mehr...

Zum Seitenanfang