Hyperaktive Kinder und Erwachsene

Die typischen Symptome von ADHS

Die häufigsten Symptome von ADHS sind Unkonzentriertheit, Hyperaktivität und Impulsivität. Kindern und Erwachsenen mit ADHS haben Probleme, ihren Alltag zu organisieren. Sie verzetteln sich oft und springen von einer Tätigkeit zur anderen, ohne etwas zu beenden.

Mädchen ADHS Symptome hyperaktiv
Bei Kindern zeigt sich ADHS häufig durch Symptome wie Hyperaktivität und Impulsivität.
© iStock.com/SolStock

Die Symptome bei ADHS werden unterteilt in Hauptsymptome und Nebensymptome. Kinder mit ADHS sind häufig besonders impulsiv, können sich nur schwer konzentrieren und haben oft einen sehr starken Bewegungsdrang. Darüber hinaus können verschiedene Begleitsymptome wie Koordinationsstörungen auftreten. Auch Erwachsene und Senioren können unter ADHS-Symptomen leiden. ADHS hat unterschiedliche Facetten und die Symptome variieren je nach Altersgruppe.

ADHS bei Erwachsenen und Kindern: 19 wichtige Symptome

Im Überblick:

Was sind die Hauptsymptome von ADHS und ADS?

Drei Hauptsymptome werden bei ADHS unterschieden. Sie können, müssen aber nicht gleichzeitig auftreten.

  1. Aufmerksamkeitsstörungen und Konzentrationsmangel: Menschen mit ADHS fällt es schwer, sich über längere Zeit auf eine Sache zu konzentrieren. Sie lassen sich leicht ablenken. In der Folge kommt es häufig zu schulischen Problemen oder Schwierigkeiten im Arbeitsleben.

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      Wie Eltern erkennen, ob Hyperaktivität oder Unkonzentriertheit ihres Kindes noch ganz normal oder schon Anzeichen von ADHS sind.

    Hyperaktivität/Ruhelosigkeit und unstillbarer Bewegungsdrang: Vor allem Kindern mit ADHS fällt es schwer, stillzusitzen. Vor allem in Situationen, in denen Ruhe und langes Sitzen gefordert wird – etwa in der Schule – fallen Kinder mit ADHS häufig durch ihre körperliche Ruhelosigkeit auf.

  2. Impulsivität: Lautes Schreien, Wutausbrüche, teils auch aggressives Verhalten, beispielsweise gegenüber Mitschülern oder Geschwistern, führen nicht selten zu Konflikten im sozialen Umfeld der Kinder.

Neben ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit Hyperaktivität) gibt es auch ADS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung ohne Hyperaktivität). ADS ist häufig bei Mädchen anzutreffen. Teilweise ist bei ihnen sogar das Gegenteil von Hyperaktivität zu beobachten: sie leiden dann unter Hypoaktivität und sind langsam, energie- sowie motivationslos. Die wenigsten Eltern denken an eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung, wenn ihr Kind diese Symptome zeigt.

Unterschied Symptome ADS ADHS
ADHS-Betroffene sind überdreht, Menschen mit ADS dagegen ruhig und introvertiert.

 

Begleitsymptome bei ADHS

1. Störungen des Sozialverhaltens (betrifft etwa 50 Prozent):

  • Kontrollverlust/Überreagieren: Menschen mit ADHS sind leicht reizbar und reagieren häufig über. Kinder mit ADHS sind häufig trotzig.

  • Rückzugsinteresse: ADHS-Betroffene fühlen sich in Gruppen schnell überfordert. Häufig ziehen sie sich zurück und werden deshalb als Außenseiter wahrgenommen.

Die Auffälligkeiten im Sozialverhalten von Kindern und Erwachsenen mit ADHS führen häufig zu Schwierigkeiten in der Schule, am Arbeitsplatz sowie zu Konflikten innerhalb der Familie. Vor allem die Partnerschaft kann zur Zerreißprobe werden, weshalb Erwachsene mit ADHS tendenziell häufiger Trennungen durchmachen müssen.

    2. verringerte Stresstoleranz: Betroffene fühlen sich überfordert und den Anforderungen des normalen Alltags nicht gewachsen.

    3. fehlendes Organisationsvermögen: Menschen mit ADHS fällt es schwer, Prioritäten zu setzen. Sie verzetteln sich schnell, beginnen mehrere Arbeiten gleichzeitig, aber bringen nur wenige zu Ende.

    4. innere Unruhe: Betroffene sind innerlich ruhelos und fühlen sich getrieben. Die ständige innere Anspannung wird nicht selten zur Zerreißprobe.

    5. körperliche Unruhe: Auch körperlich sind Erwachsene und Kinder mit ADHS oft ständig in Bewegung. Sie wippen zum Beispiel unentwegt mit den Füßen oder rutschen im Sitzen unruhig hin und her.

    6. Vergesslichkeit: Sie versäumen Termine und Verabredungen oder kommen zu spät.

    7. erhöhte Risikobereitschaft: Betroffene handeln häufig, ohne zuvor über mögliche Gefahren und Konsequenzen nachzudenken. Sie haben tendeziell häufiger Unfälle.

    8. Koordinationsstörungen: Menschen mit ADHS fallen häufig durch Grobmotorik auf.

    9. Suchterkrankungen, zum Beispiel Alkohol- und Drogenmissbrauch, Internetsucht, Kaufsucht, Sexsucht oder Spielsucht.

    10. weitere psychische Auswirkungen und Erkrankungen, zum Beispiel:

    ADHS-Symptome nach Alter

    Je nach Alter verändert sich die Symptomatik einer ADHS. In manchen Fällen können sich gewisse Anzeichen für ADHS bereits bei Babys und Kleinkindern abzeichnen. Schreibabys oder auch Kinder, denen das Ein- und Durchschlafen besonders schwer fällt, können mitunter später die Diagnose ADHS erhalten.

    Erste ADHS-Symptome im Kindesalter

    In der Regel werden erste ADHS-Symptome für die Eltern mit dem Eintritt in den Kindergarten oder die Schule erkennbar. Hier kommt es häufig gerade im Beisein anderer Kinder zu Problemen, etwa Raufereien. Auch wenn Aufgaben konzentriert gelöst werden müssen, erweisen sich Kinder mit ADHS oft als der "Störenfriede" – die Folgen sind Unverständnis von Seiten der anderen Kinder und Hänseleien. In den ersten Schuljahren kann zudem bei vielen Kindern die für ADHS typische Lese- und Rechtschreibschwäche ersichtlich werden.

    Bei ADS, also einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung ohne Hyperaktivität, wird die Symptomatik in vielen Fällen nicht richtig gedeutet oder überhaupt einer Störung zugeordnet. Vor allem Mädchen mit ADS passen sich meist gut an und wirken lediglich sehr ruhig und verträumt.

    ADHS-Symptome in der Pubertät

    Geht eine ADHS mit körperlicher Hyperaktivität einher, wird diese in der Pubertät meist schwächer. Sie kehrt sich nach innen, was sich bei den Jugendlichen mit ADHS insbesondere durch eine innere Unruhe sowie aggressives Verhalten zeigt. Schulische Probleme verstärken sich in dieser Phase häufig und auch Drogenkonsum kann jetzt zum Thema werden. Für einige betroffene Jugendliche werden zusätzlich Ängste und depressive Verstimmungen als einschränkend empfunden. Auch für die Eltern der Betroffenen Jugendlichen kann diese Phase überaus belastend werden. Der Übergang vom Jugend- zum Erwachsenenalter stellt ebenfalls eine sensible Phase dar, in der sich die ADHS-Symptomatik weiter verändert.

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    ADHS-Symptome bei Erwachsenen

    Insgesamt leiden etwas zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen mit ADHS auch als Erwachsene noch unter den Symptomen der Störung. Insbesondere dann, wenn ADHS in der Kindheit nicht diagnostiziert und entsprechend behandelt wurde, kommt es häufig zu einem chronischen Verlauf und die Kinder nehmen die ADHS-Symptome sowie die damit einhergehenden Probleme mit ins Erwachsenenalter.

    Lesen Sie hier alles zu Symptomen und Behandlung einer ADHS bei Erwachsenen.

    Positive Symptome bei ADHS

    Neben den teilweise sehr einschränkenden und belastenden Symptomen einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung haben Kinder und Erwachsene mit AD(H)S auch besondere Stärken. Hervorzuheben ist hier eine ausgeprägte Kreativität. Menschen mit ADHS werden zudem oft als Querdenker und Ideengeber geschätzt.

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