Gutartige Prostatavergrößerung

Prostatahyperplasie: Wenn das Männerorgan vegrößert ist

Dass etwas mit der Prostata nicht in Ordnung ist, bemerken Männer meist, wenn sie Beschwerden beim Wasserlassen haben. Die Blase kann nicht richtig entleert werden oder der Harnstrahl ist abgeschwächt. Eine benigne Prostatavergrößerung (BPH) ist häufig, helfen können verschiedene Behandlungsoptionen. Wann ist eine Operation sinnvoll?

Mann nachdenklich
Eine gutartig vergrößerte Prostata ist nicht alleinig ein Phänomen des hohen Alters. Die Prostatahyperplasie macht bereits etwa 50 Prozent der Männer über 50 Jahren zu schaffen.
© iStock.com/Nikada

Die benigne Prostatahyperplasie ist die gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse. Typische Beschwerden älterer Männer wie häufiger Harndrang, schwieriges Wasserlassen, nächtliche Gänge zur Toilette und das Gefühl, dass die Blase nie ganz leer wird, sind typische Beschwerden einer Prostatavergrößerung. Etwa 50 Prozent der Männer über 50 Jahre sind von der gutartigen Form des Prostatawachstums betroffen, bei den über 70-jährigen sind es bis zu 70 Prozent. Damit zählt die benigne Prostatahyperplasie zu den häufigsten Erkrankungen des fortgeschrittenen Alters.

Die Vorsteherdrüse (Prostata) liegt vor dem Mastdarm direkt unter der Harnblase des Mannes. Sie ähnelt in Form und Größe einer Kastanie und wiegt im Normalzustand etwas 25 Gramm. Eine vergrößerte Prostata kann dagegen bis zu 150 Gramm wiegen. Der obere Abschnitt der Harnröhre verläuft direkt durch die Prostata hindurch, weshalb es hier bei einer vergrößerten Prostata zu Problemen kommt. Außerdem vereinigen sich in der Vorsteherdrüse die beiden Samenleiter mit dem Ausführungsgang der Samendrüse.

Artikelinhalte im Überblick:

Was bedeutet eine vergrößerte Prostata?

Eine Prostatavergrößerung kann gutartig oder bösartig sein. Während das bösartige Gewebe der Vorsteherdrüse bei Prostatakrebs in die umgebenden Strukturen einwächst und diese zerstört, ist das bei der gutartigen Prostatavergrößerung nicht der Fall. Gutartig bedeutet, dass es zu einer Zellvermehrung und damit zu einem Wachstum der Prostata kommt, jedoch ohne aggressives und unkontrollierbares Einwachsen in anderes Gewebe. Auch Tochtergeschwüre (Metastasen) entstehen bei einem gutartigen Wachstum nicht. Die sogenannte benigne Prostatahyperplasie ist somit kein Krebs und auch keine Krebsvorstufe. Die Beschwerden der gutartigen Prostatavergrößerung, die als benignes Prostatasyndrom (BPS)bezeichnet werden, sind ausschließlich die Folge der Größenzunahme des Prostatagewebes. Die Größenzunahme kommt durch eine Vermehrung der Prostatazellen zustande, deshalb handelt es sich hier um eine Hyperplasie.

Syptome der gutartigen Prostatavergrößerung

Die gutartige Prostatavergrößerung findet hauptsächlich im inneren Teil der Vorsteherdrüse statt. Deshalb sind bei einer Prostatavergrößerung Symptome darauf zurückzuführen, dass die Harnröhre zunehmend eingeengt wird.

Die Einengung der Harnröhre führt dazu, dass der normale Druck, den die Harnblase zum Wasserlassen aufbaut, nicht für einen kräftigen Strahl ausreicht. Teilweise bricht der Harnstrahl auch ab und in fortgeschrittenen Fällen kann überhaupt kein Urin mehr durch die Harnröhre gepresst werden (Harnverhalt). Im Anfangsstadium können Männer durch verstärktes Pressen den Harnstrahl zeitweise verstärken. Außerdem kommt es auf der einen Seite zu einem verzögerten Beginn des Wasserlassens. Andererseits kann es nach Beendigung des Wasserlassens dazu kommen, dass eine kleine Menge Urin „nachträufelt“ und das Gefühl entsteht, dass die Blase nie ganz leer wird.

Es gibt aber auch Beschwerden, die durch eine Reizung der Blase und des Blasenausgangs entstehen. Diese kommt daher, dass sich die Blasenmuskulatur zusammenziehen muss, um das Wasserlassen einzuleiten. Da die Muskulatur bei einer vergrößerten Prostata mehr Druck aufbauen muss, wird sie überlastet und verdickt sich mit zunehmender Zeit. Die Muskulatur reagiert überempfindlich, die Harnblase kann den Urin nicht mehr wie üblich über längere Zeit sammeln und es können Schmerzen entstehen.

Ein weiteres Problem können Störungen der sexuellen Leistungsfähigkeit erkrankter Männer sein. Auch wenn die Probleme beim Wasserlassen die typischsten Beschwerden sind, können die Störungen der Sexualfunktion einen großen Leidensdruck erzeugen.

Grundsätzlich hängt die Heftigkeit des benignen Prostatasyndroms nicht unmittelbar von der Ausprägung der Prostatavergrößerung ab, sondern ist von Mann zu Mann sehr unterschiedlich. Während manche Männer mit einer stark vergrößerten Prostata gut zurechtkommen, leiden andere bereits sehr unter einer leichten Form der Prostatahyperplasie.

Typische Symptome der Prostatavergrößerung sind:

  • schwacher und teilweise unterbrochener Harnstrahl
  • häufiger Harndrang
  • es dauert eine Weile, bis der Urin kommt
  • das Wasserlassen dauert länger als früher
  • Drang beim Wasserlassen zu pressen
  • Nachträufeln
  • Gefühl, dass die Blase nicht ganz leer wird
  • häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen (Pollakisurie)
  • nächtlicher Harndrang und mehrfaches Wasserlassen in der Nacht (Nykturie)
  • starker Harndrang, der nicht zurückgehalten werden kann (imperativer Harndrang)
  • Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)
  • erektile Dysfunktion (Errektionsstörungen)
  • verminderter Samenerguss
  • Schmerzen bei der Ejakulation
Hilfe bei häufigem und nächtlichem Harndrang

Komplikationen durch Prostatavergrößerung möglich

Ist die Vorsteherdrüse seit längerer Zeit vergrößert, führt die Einengung der Harnröhre zunehmend zu Komplikationen, die dann behandlungsbedürftig werden. Nachfolgend finden Sie eine Liste der Komplikationen, die durch eine benigne Prostatahyperplasie entstehen können:

  • Wiederkehrende Harnwegsinfekte: Durch ständigen Restharn in der Blase können sich Krankheitserreger leichter ansiedeln und vermehren.

  • Blasensteine: Da immer Urin in der Harnblase zurückbleibt, ist ebenfalls die Bildung von Blasensteinen begünstigt.

  • Blut im Urin: Blutgefäße im Bereich der Blasenschleimhaut können durch den erhöhten Druck einreißen.

  • Balkenblase: Da dauerhaft ein vermehrter Druck benötigt wird, um die Harnblase zu entleeren, kommt es zu einem Wachstum der Blasenmuskulatur. Dadurch verliert die Blasenwand an Elastizität und es kann zu Aussackungen (Pseudodivertikel) kommen. Mit der Zeit verdicken sich die Muskelzüge der Blase so stark, dass sie balkenartig erscheinen. Dies brachte dem Zustand den Namen Balkenblase ein.

  • Harnverhalt: Ist die Einengung der Harnröhre zu stark, kann kein Urin mehr ausgeschieden werden. Er sammelt sich in der Harnblase an und überdehnt diese massiv. Ein Harnverhalt ist extrem schmerzhaft und die gefüllte Blase ist unter der Bauchdecke zu sehen und zu ertasten. Das Risiko, einen Harnverhalt zu bekommen, wird durch Alkohol, Bettruhe, bestimmte Medikamente und sexuelle Aktivität erhöht. Ein Harnverhalt ist ein medizinischer Notfall und muss schnell behandelt werden!

  • Überlaufblase: Bei einem Harnverhalt kann der Druck in der Harnblase so hoch werden, dass der Urin trotz Verschluss aus der Harnröhre herauströpfelt. Dieses Überlaufen ist aber kein Wasserlassen und führt nicht zu einer Entlastung.

  • Nierenstau: Es kann dazu kommen, dass der Urin durch den Rückstau über die Harnleiter bis in die Nierenbecken zurückgestaut wird. Dies kann auf Dauer die Nieren schädigen und im schlimmsten Fall zum Nierenversagen führen.

  • Harnvergiftung (Urämie): bestimmte Stoffwechselprodukte müssen über den Urin aus dem Körper ausgeschieden werden. Sind die Nieren als Folge der Prostatavergrößerung und des anhaltenden Nierenstaus geschädigt, können diese Substanzen den Körper nicht verlassen und sammeln sich an. Typische Symptome sind dann Juckreiz, Übelkeit und Erbrechen. Eine Urämie kann unbehandelt lebensbedrohlich sein.

Was sind die Ursachen und welche Risikofaktoren gibt es?

Obwohl Ärzte sehr viel über die Symptome und Auswirkungen der Prostatavergrößerung wissen, ist die Frage nach den auslösenden Faktoren noch weitgehend ungeklärt.

Als gesicherter Faktor gilt das Lebensalter: Etwa 50 Prozent der Männer über 50 Jahre, 70 Prozent der Siebzigjährigen sowie 90 Prozent der Achtzigjährigen sind betroffen. Diese Entwicklung entspricht zum Teil den Veränderungen im Hormonhaushalt, die bei Männern mit zunehmendem Alter stattfinden. Es scheint sich auch der Einfluss der männlichen Sexualhormone, insbesondere von Testosteron und Dihydrotestosteron, auf das Zellwachstum mit zunehmendem Alter zu verändern. Besonders der Anteil der Prostata, der direkt von der Harnröhre durchzogen wird, fängt in fortgeschrittenem Alter unter dem Einfluss der männlichen Sexualhormone an, stärker zu wachsen. Diese Theorie wird dadurch erhärtet, dass Männer, die nach einer Hodenentfernung nur sehr geringe Testosteronwerte aufweisen, nicht an benigner Prostatavergrößerung erkranken.

Nicht nur den männlichen, sondern auch den weiblichen Sexualhormonen wird eine auslösende Wirkung für eine Vergrößerung der Prostata zugeschreiben. Männer haben ganz natürlich ebenfalls weibliche Sexualhormone (Östrogene) im Körper, wenngleich wesentlich weniger als Frauen. Mit zunehmendem Alter nimmt der natürliche Gehalt an männlichen Sexualhormonen ab, während die Menge an Östrogenen gleich bleibt oder sogar leicht zunimmt. Insbesondere dann, wenn durch starkes Übergewicht die Östrogenproduktion in den Fettzellen besonders groß ist, kommt es zu einer relativen Östrogenüberproduktion. Welche genaue Einwirkung dies auf auf das Wachstum der Prostatazellen hat, ist nicht genau bekannt, aber der Zusammenhang ist offensichtlich.

Eine genetische Veranlagung zur Prostatavergrößerung scheint es nur bei jungen Männern mit benigner Prostatahyperplasie zu geben. Setzt die Prostatahyperplasie bereits so früh ein, dass eine Operation schon vor dem 60. Lebensjahr notwendig wird, besteht in der Hälfte der Fälle eine familiäre Vorbelastung.

Diagnose der gutartigen Prostatavergrößerung

Um eine gutartige Prostatavergrößerung von anderen Krankheiten mit ähnlichen Symptomen und insbesondere von Prostatakrebs zu unterschieden, können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden. Durch die Kombination der unterschiedlichen Untersuchungsergebnisse stellt der Arzt die endgültige Diagnose einer benignen Prostatahyperplasie.

  • Krankenbefragung (Anamnese): Durch ein ausführliches Gespräch lassen sich Hinweise auf Vorerkrankungen, frühere Eingriffe oder Medikamente finden, welche für die Beschwerden verantwortlich sein können.

  • Rektale Untersuchung: Die Prostata kann vom Arzt mit dem eingeführten Finger untersucht werden. Dazu wird der Finger durch den Anus eingeführt und durch die Wand des Mastdarmes die Prostata abgetastet. Durch die Beurteilung von Größe und Beschaffenheit der Vorsteherdrüse können Hinweise auf bösartige oder gutartige Veränderungen gefunden werden.

  • Urinanalyse: Zum Ausschluss einer Harnwegsinfektion wird der Urin untersucht. Auch andere Erkrankungen zeigen sich im Urin.

  • Blutanalyse: Es werden die Blutkonzentrationen bestimmter Substanzen (beispielsweise Kreatinin) bestimmt, um Rückschlüsse auf die Nierenfunktion zu erhalten. Außerdem wird der PSA- Wert (Prostataspezifisches Antigen) gemessen, der bei Prostatakrebs oft erhöht ist.Allerdings gibt es auch einen Zusammenhang zwischen der benignen Prostatahyperplasie und dem PSA-Wert. Der PSA-Wert zur Prostatakrebsvorsorge ist daher umstritten und alleine nicht aussagekräftig.

  • Ultraschall (auch transrektal): Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung werden die Prostatagröße und die Dicke der Harnblasenmuskulatur bestimmt. Außerdem kann der Arzt messen, wieviel Urin nach dem Wasserlassen noch in der Blase ist (Restharn) und nach Nieren-, Harnleiter- und Blasensteinen suchen. Falls möglich, wird die Ultraschalluntersuchung durch den Darm vorgenommen, ansonsten durch die Bauchdecke.

  • Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie): Patienten urinieren in ein spezielles Gerät. So kann von Sensoren gemessen werden, wie hoch die Fließgeschwindigkeit des Urins ist.

  • Blasendruckmessung (Urethrozystometrie): So wird gemessen, welcher Druck in der Blase während des Wasserlassens herrscht.

  • Harnblasenspiegelung: Mit Hilfe eines Endoskops wird die Harnblase von innen betrachtet. Dazu werden die nötigen Instrumente über die Harnröhre eingeführt. Im Bereich des Harnröhrenaustritts kann der Arzt einen Teil der Prostata beurteilen.

  • Ausscheidungsurogramm: Durch das Röntgen des Unterbauchs können die gesamten Harnwege dargestellt werden, wenn dem Patienten vorher ein nierengängiges Kontrastmittel verabreicht wurde.

  • Urethrogramm: Vor der Röntgenuntersuchung bekommt der Patient Kontrastmittel über die Harnröhre verabreicht. So wird nur die Harnröhre im Röntgenbild sichtbar.

  • Biopsie: Sollte die Beurteilung all dieser Untersuchungsergebnisse den geringsten Hinweis auf eine bösartige Veränderung der Prostata ergeben, muss eine Biopsie vorgenommen werden. Dabei werden mit einer dünnen Nadel Gewebeproben aus der Vorsteherdrüse entnommen und im Labor untersucht. Dieses Verfahren erlaubt eine sichere Unterscheidung zwischen einer benignen Prostatahyperplasie und Prostatakrebs.

Früherkennung der Prostatavergrößerung

Für Männer ab 45 Jahren gibt es eine jährliche Vorsorgeuntersuchung, die beim Urologen oder Hausarzt stattfindet und die bislang nur etwa zwölf Prozent der Männer in Anspruch nehmen. Diese ist insbesondere wichtig, um auszuschließen, dass es sich bei einer Zellvermehrung um Krebs handelt. Außerdem kann das Fortschreiten einer gutartigen Vergrößerung der Prostata häufig mit einer medikamentösen Therapie eingedämmt werden, was das Auftreten späterer Beschwerden verzögern kann. Da eine Prostatahyperplasie nicht bei allen Männern schnell zu Beschwerden führt, ist die Prostata bei der Diagnose einer Hyperplasie in manchen Fällen bereits so stark vergrößert, dass eine medikamentöse Therapie nicht mehr infrage kommt.

Bei der Untersuchung tastet der Arzt die Leistenregion ab. Auch das rektale Abtasten und eine Ultraschalluntersuchung der Prostata gehören zur Früherkennung. Ein weiterer wichtiger Parameter bei der järhlichen Vorsorgeuntersuchung ist der sogenannte PSA-Wert (Prostata-Spezifisches-Antigen), dessen Erhöhung ein wichtiges Indiz für Prostatakrebs sein kann.

Vielseitige Behandlungsmöglichkeiten

Eine benigne Prostatahyperplasie muss erst dann behandelt werden, wenn beim Betroffenen durch die Beschwerden ein Leidensdruck entsteht. Zuvor wird die Entwicklung beobachtet, weshalb die jährliche Kontrolluntersuchung – auch zur Früherkennung – in Anspruch genommen werden sollte.

Medikamente bei guartiger Prostatavergrößerung

Der erste Behandlungsschritt ist eine medikamentöse Therapie, bei der Medikamente aus verschiedenen Wirkgruppen eingesetzt werden.

  • pflanzliche Mittel (Phytotherapie): Diese pflanzlichen Arzneimittel enthalten Phytosterine, die eine hormonähnliche Wirkung haben sollen. Die Wirksamkeit ist nicht wissenschaftlich erwiesen, es gibt aber oft Erfolge. Bekannte Substanzen sind: Sägepalmenfrüchte, Kürbiskerne- und Kürbiskernsamen, Brennnesselwurzel und Roggenpollen.

  • Alphablocker: Alphablocker wie beispielsweise Tamsulosin helfen bei der Öffnung des Blasenauslasses.

  • 5-Alpha-Reduktase-Hemmer: Medikamente wie Finasterid oder Dutasterid wirken auf den Testosteronstoffwechsel ein und verringern dadurch das Prostatavolumen. Neben Impotenz können sie allerdings dazu führen, dass der PSA-Wert stark verfälscht wird.

  • Phosphodiesterasehemmer (PDE-Hemmer): Diese Mittel sollen die Durchblutung verbessern und die Muskulatur von Prostata und Blase entspannen. Außerdem können Medikamente wie Tadalafil bei Erektionsstörungen helfen, die manchmal im Zusammenhang mit der gutartigen Prostatavergrößerung auftreten.

Operation bei Prostatavergrößerung

Ab einem gewissen Schweregrad der Symptome genügt der reine Einsatz von Medikamenten nicht mehr. Dann muss auch eine gutartigen Prostatavergrößerung operativ behandelt werden. Welches Operationsverfahren Anwendung findet, hängt von vielen Faktoren ab und wird immer individuell entschieden. Folgende Verfahren stehen zur Auswahl:

  • transurethrale Prostata Resektion (TURP): Dies ist das Standartverfahren. Wie bei einer Harnblasenspiegelung werden eine winzige Kamera und eine Metallschlinge über die Harnröhre eingeführt. Mithilfe der Schlinge wird nun schichtweise das vergrößerte Gewebe der Prostata abgetragen.

  • transurethrale Prostata Inzision (TUIP): Mithilfe der gleichen Technik werden am Übergang zwischen Blasenhals und Prostata kleine Einschnitte vorgenommen. So wird der Harnröhre mehr Platz verschafft.

  • transurethrale Mikrowellentherapie (TUMT): Auch hier werden die Instrumente durch die Harnröhre eingeführt. Mikrowellen erhitzen das Prostatagewebe auf 70 Grad Celsius und zerstören es.

  • Laserverfahren: Die Zerstörung des Prostatagewebes kann auch durch verschiedene Lasertechniken stattfinden. Auch hier wird durch die Harnröhre operiert.

  • Prostataenukleation: Wenn die Prostata bereits sehr groß ist oder Komplikationen vorliegen, muss eine offene Operation durch die Bauchdecke durchgeführt werden. Dabei muss die Harnblase eröffnet und die Prostata durch sie hindurch entfernt werden. Im Unterschied zur Operation bei Prostatakrebs werden bei der Operation der gutartigen Prostatavergrößerung die Prostatakapsel und die Samenblasen nicht entfernt.

Prostata-Wissen: Zehn Fakten über die Männerdrüse

Kaum Vorbeugung möglich

Da es noch nicht gelungen ist, der Prostatahyperplasie Ursachen sicher zuzuordnen, gibt es auch keine vorbeugenden Maßnahmen, die bei fortschreitendem Alter sicher helfen. Das Risiko für eine benigne Prostatahyperplasie ist bei Übergewicht erhöht, deshalb sollten insbesondere ältere Männer Normalgewicht anstreben. Außerdem soll körperliche Aktivität das Risiko erniedrigen. Um einen deutlichen Effekt zu erzielen, sollten Sie aber schon in jungen Jahren damit anfangen.

Es gibt aber zudem Maßnahmen, die zur Verringerung von mechanischen Reizungen beitragen. So können, bei einer mäßig vergrößerten Prostata, leichtgradige Beschwerden gelindert werden:

  • Vermeiden Sie langes Sitzen. Stehen Sie bei überwiegend sitzenden Tätigkeiten immer mal wieder auf und gehen Sie einige Minuten auf und ab.

  • Tragen Sie bequeme Unterwäsche, die nicht zu eng ist.

  • Unterdrücken Sie den Harndrang nicht. Je häufiger Sie die Blase entleeren, desto geringer ist die Gefahr der Überfüllung und Überdehnung der Harnblasenmuskulatur.

  • Achten Sie auf regelmäßigen Stuhlgang, so dass kein zusätzlicher Druck auf Harnblase und Harnwege entsteht.

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