Gutartige Prostatavergrößerung

BPH: Die benigne Prostatahyperplasie

Dass etwas mit der Prostata nicht in Ordnung ist, bemerken Männer meist, wenn sie Beschwerden beim Wasserlassen haben. Die Blase kann nicht richtig entleert werden oder der Harnstrahl ist abgeschwächt. Eine benigne Prostatavergrößerung ist häufig, helfen können verschiedene Behandlungsoptionen. Wann ist eine Operation sinnvoll?

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Die Vergrößerung der Prostata ist eine gutartige Erkrankung, sollte jedoch frühzeitig behandelt werden.
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Die behinderte Entleerung der Blase ist ein typisches Anzeichen für eine Prostatavergrößerung. Sie ist die häufigste gutartige Erkrankung beim Mann. Rund 40 Prozent der über 50-Jährigen Männer leiden an behandlungsbedürftigen Problemen beim Wasserlassen. Gut ein Viertel von ihnen, so die Deutsche Gesellschaft für Urologie, hat eine vergrößerte Prostata.  Das durchschnittliche Alter für die ersten Beschwerden liegt bei rund 65 Jahren. Deshalb wird die Erkrankung umgangssprachlich auch "Altmännerkrankheit" genannt.

Prostata-Wissen: Zehn Fakten über die Männerdrüse

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist für die Zeugungsfähigkeit des Mannes unabdingbar. Die Drüse produziert ein Sekret, welches dafür sorgt, dass die Spermien sich bewegen können. Die Prostata liegt unterhalb der Blase und umschließt den Harnleiter wie einen Ring.

Im Laufe des Lebens kann die Prostata an Größe zunehmen. Dies geschieht unter dem Einfluß von männlichen Geschlechtshormonen. Dieses Wachstum ist gutartig - und fast bei jedem älteren Mann nachweisbar. Meistens wachsen vor allem die Zellen rings um die Harnröhre, die dadurch zusammengedrückt werden kann. Es kommt zu den typischen und unterschiedlich ausgeprägten Schwierigkeiten beim Wasserlassen.

Je nach dem, wie ausgeprägt die Symptome sind, unterscheidet man drei Stadien der gutartigen Prostatavergrößerung. Dank einer flächendeckenden urologischen Versorgung in Deutschland sieht man Patienten im dritten Stadium der Prostatahyperplasie, dem Dekompensationsstadium, nur noch sehr selten.

Prostatatahyplerplasie: Diese Symptome sind typisch

Typische Symptome einer Prostatavergrößerug sind unterschiedlich starke Probleme beim Wasserlassen. Im Verlauf der Erkrankung kann es zu Komplikationen an der Blase und Niere kommen.

Die Symptome des erschwerten Wasserlassens stehen bei der gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) im Vordergrund.

Durch die Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) und die im Alter auftretenden Veränderungen kommt es zu einer Einengung des Blasenausgangs. Diese Einengung des Blasenausgangs bewirkt eine Behinderung der Blasenentleerung.

Charakteristische Krankheitszeichen der gutartigen Prostatavergrößerung sind:

  • Abschwächung des Harnstrahls
  • häufiges Wasserlassen tags und auch nachts
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • deutliche Verlängerung der Zeit, die notwendig ist, die Blase zu entleeren

Durch alle diese Symptome kommt es in der Regel zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität. Der ständige Harndrang und die Angst, es einmal nicht mehr zur Toilette zu schaffen, kann zur sozialen Isolation führen. Das mehrmalige nächtliche Aufstehen führt zur Übermüdung am Tag und stellt insbesondere für noch berufstätige Männer ein großes Problem dar.

Entsprechend dem Schweregrad der Behinderung des Harnstrahls unterscheidet man drei Stadien der Erkrankung:

Erstes Stadium: Im ersten Stadium, auch Reizstadium genannt, werden vor allem leichte Beschwerden beim Wasserlassen beobachtet:

  • Abschwächung des Harnstrahls
  • Beginn der Blasenentleerung verzögert
  • Entleerung dauert länger
  • Nachtröpfeln

Bei der Untersuchung des Patienten stellt der Arzt lediglich eine vergrößerte Vorsteherdrüse fest.

Zweites Stadium: Durch eine weitere Größenzunahme der Vorsteherdrüse wird die Blasenfunktion beeinträchtigt. Das Restharnstadium hat folgende charakteristischen Symptome:

  • unvollständigen Blasenentleerung
  • Restharngefühl
  • Notwendigkeit des zweimaligen Wasserlassens innerhalb kurzer Zeit
  • häufiges mehrmaliges, nächtliches Wasserlassen
  • ausgeprägte Drangerscheinungen

Durch den dauernden Restharn in der Blase werden wiederkehrende Blasenentzündungen und die Blasensteinbildung begünstigt.

Drittes Stadium: In diesem Stadium kann die weiter fortschreitende Funktionsstörung im Blasen-Prostata-Bereich zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Typische Anzeichen sind:

  • Entleerungsstörungen am Blasenausgang
  • Überdehnung des Blasenmuskels
  • normales Wasserlassen ist kaum möglich: Jeder von den Nieren über die beiden Harnleiter neu in die Blase gelangende Tropfen Urin führt zum Überlaufen der Blase und zum unfreiwilligen Abgang einer Miniportion Urin.
  • Urin staut sich über Harnleiter bis zu den Nieren
  • blutiger Urin
  • Harnsperre mit unerträglichen Schmerzen: Der Betroffene kann seine Blase überhaupt nicht mehr entleeren.

Ursachen der Prostatavergrößerung BPH

Für die benigne Prostatahyperplasie sind unterschiedliche Faktoren ausschlaggebend. Wichtige Ursachen sind der Alterungsprozess und der Hormonstoffwechsel im Alter.

Das Wachstum der Prostata beginnt etwa im 30. Lebensjahr in den Drüsenabschnitten, die direkt um die Harnröhre liegen, in der sogenannten Übergangszone der Prostata. Wie groß die Prostata wird und ob auch die Ernährung, Übergewicht, der Genuss von Alkohol und Nikotin eine Rolle spielt, wird wissenschaftlich untersucht.  Möglicherweise sind auch erbliche Faktoren dafür verantwortlich, ob sich die Prostata im Alter vergrößert.

Verschiedene Faktoren, die in wissenschaftlichen Untersuchungen belegt sind, werden für die gutartige Prostatavergrößerung verantwortlich gemacht:

  • Alterungsprozess
  • männliche Geschlechtshormone
  • ungestörter männlicher Hormonstoffwechsel
  • unterschiedliche Hormone

Alterungsprozess und männliche Geschlechtshormone

Neben dem Einfluss des Alterns stellen die männlichen Geschlechtshormone (Androgene = Testosteron, Dihydrotestosteron) einen entscheidenden Wachstumsreiz dar. Das Testosteron wird durch ein Enzym (sogenannte 5-Alpha-Reduktase) im Körper zum aktiven Hormon Dihydrotestosteron umgewandelt. Enzyme sind körpereigene Eiweiße, die chemische Reaktionen im Körper vorantreiben und die Reaktionszeiten verkürzen.

Ungestörter männlicher Hormonstoffwechsel

Unter dem männlichen Hormonstoffwechsel versteht man in diesem Zusammenhang alle Aufbau-, Umbau- und Abbauvorgänge, die Einfluss auf die männlichen Hormone im Körper besitzen. Entscheidend für die Entwicklung der gutartigen Prostatavergrößerung ist ein ungestörter Hormonstoffwechsel.

Die Produktion der männlichen Geschlechtshormone und der Hormonstoffwechsel vollziehen sich sehr geregelt. Dabei setzen übergeordnete Hormone (zum Beispiel das Gonadoliberin) weitere untergeordnete Hormone (zum Beispiel luteinisierendes Hormon, follikelstimulierendes Hormon) im Körper frei.

Die untergeordneten Hormone bewirken unter anderem an den männlichen Geschlechtsorganen (Hoden) die Freisetzung der männlichen Geschlechtshormone mit ihren typischen Wirkungen auf den Körper. Die Wirkungen der Hormone vollziehen sich über den Kontakt mit Rezeptoren, die sich meist auf den Körperzellen befinden. Der Regelkreis schließt sich dadurch, dass die Konzentration der Geschlechtshormone im Blut zurück auf die übergeordneten Hormone wirkt.

Altersabhängige Veränderungen der Blutkonzentrationen der beteiligten Hormone in diesem Kreislauf können das Gleichgewicht im System verändern.

Unterschiedliche Hormone

Auch andere Hormone können den Regelkreis beeinflussen (zum Beispiel weibliche Geschlechtshormone, Prolaktin, Testosteronderivate). Alle diese Hormone werden in ihrem Einfluss auf den Hormonstoffwechsel und die Entwicklung der gutartigen Prostatavergrößerung derzeit noch untersucht.

Mögliche Angriffspunkte für die Steuerung des Hormonmilieus in der Vorsteherdrüse sind das Enzym, die 5-Alpha-Reduktase, mit Einfluss auf den männlichen Hormonstoffwechsel, die Hormonrezeptoranzahl in den verschiedenen Prostatagewebebestandteilen und der Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone (zum Beispiel Östrogene).

BPH: So läuft die Diagnose einer Prostatahyperplasie ab

Zur  Diagnose einer gutartigen Prostatavergrößerung stehen dem Arzt eine Reihe an Untersuchungen zur Verfügung.

Bei der ersten Vorstellung wird der Urologe zunächst in der Anamnese nach Vorerkrankungen, familiären Belastungen, regelmäßig eingenommenen Medikamenten fragen. Um zu beurteilen, wie ausgeprägt die Symptome sind, die der Patient beim Wasserlassen hat, wird heute in der Regel ein standardisierter Fragebogen nach der Internationalen Prostata-Beschwerde-Skala benutzt.

Der Arzt fragt auch nach weiteren Beschwerden im Bereichs des Harntraktes, wie blutiger Urin oder Harnwegsinfekten, nach Operationen, dem Sexualleben und neurologischen Erkrankungen, wie zum Beispiel Parkinson. Denn auch Störungen des Nervensystems können einen Einfluss auf die Blasenentleerung haben.

Zur weiteren Beurteilung stehen dem Arzt verschiedene Diagnosemethoden zur Verfügung.

Rektale Untersuchung

Die Prostata ist über den After gut mit dem Finger ertastbar. Während dieser (nicht schmerzhaften) Tastuntersuchung kann der Arzt beurteilen, wie groß die Vorsteherdrüse ist, ob verhärtetes Gewebe oder Knoten vorhanden ist.  Während dieser Untersuchung wird auch die Funktion des Schließmuskels, des Beckenbodens und verschiedene Reflexe, welche Blase und Beckenboden steuern, geprüft. Die rektale Untersuchung dient jedoch lediglich der ersten Beurteilung, ob die Prostata vergrößert ist.

Männer, die regelmäßig zur Vorsorge-Untersuchung gehen, kennen das Vorgehen - im Video wird gezeigt, wie die Untersuchung abläuft:

 

Harnstrahl- und Restharnmessung

Zwei wichtige Untersuchungen zur objektiven Beurteilung der Erkrankung sind die Harnstrahl- und Restharnmessung. Bei der Harnstrahlmessung wird der Patient aufgefordert, die volle Blase in einen speziellen Messtrichter zu entleeren. Dabei wird die Stärke des Harnstrahles gemessen.

Für den Urologen ist dabei die aufgezeichnete Harnflusskurve und die erreichte maximale und mittlere Harnflussgeschwindigkeit wichtig. Nach dieser Untersuchung erfolgt die Restharnmessung mit dem Ultraschallgerät. Bei dieser Gelegenheit beurteilt der Urologe auch die Nieren mit, um mögliche krankhafte Veränderungen zu erkennen. Dabei werden die Nieren hinsichtlich ihrer Größe, Form und Struktur beurteilt.

Ultraschall, Blasenspiegelung und Blasendruckmessung

Weitere Untersuchungen beinhalten die exakte Größenbestimmung der Prostata über eine in den After eingeführte Spezial-Ultraschallsonde und die Blasenspiegelung.  Damit kann der Urologe feststellen, wie weit der Blasenausgang durch die Prostata eingeengt ist. 

Mit der Blasendruckmessung wird untersucht, ob die bestehenden Beschwerden durch die vergrößerte Prostata oder durch eine davon unabhängige Blasenfunktionsstörung bedingt sind.

Die früher immer durchgeführte Röntgenuntersuchung der Nieren unter Verwendung eines Kontrastmittels ist heute, im Zeitalter der Ultraschalldiagnostik, in der Regel entbehrlich und sollte nur bei begleitenden anderen urologischen Problemen, zum Beispiel Blutbeimengungen im Urin und einem Harnsteinleiden durchgeführt werden.

Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA)

Die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut erfolgt in der Regel zum Ausschluss einer von der BPH unabhängig bestehenden bösartigen Prostataveränderung. Das PSA ist ein sogenannter Tumormarker. Denn Krebszellen in der Prostata bilden bis zu zehnmal mehr PSA als normale Prostatazellen.  Die PSA-Konzentration im Blut liefert daher wichtige Hinweise, ob Krebszellen vorhanden und wie aktiv sie sind.  Allerdings ist ein einziger PSA-Wert nicht aussagefähig, weil viele andere Faktoren, so zum Beispiel sportliche Betätigung, Verstopfungen oder auch Untersuchungen von Blase und Prostata ihn beeinflussen. Deshalb sollten Werte zu verschiedenen Zeiten bestimmt werden. Bei hohen Werten sind zügige Kontrolluntersuchungen angebracht.

Nach Auswertung aller Untersuchungen wird der Arzt einschätzen, ob zunächst eine Behandlung mit Medikamenten begonnen wird.  Er kann auch weitere Untersuchungen veranlassen, um festzustellen, ob eine Operation der vergrößerten Prostata notwendig ist.

Therapie der Prostatahyperplasie: Von Heilpflanzen bis Operation

Die Behandlung einer vergrößerten Prostata erfolgt stufenförmig. Je nach dem, welche Befunde die Diagnose ergaben, wie schwer die Symptome und der individuelle Leidensdruck ist, können Medikamente eingesetzt oder eine Operation geplant werden.

Nach umfassender Aufklärung des Patienten sollte die Wahl des Behandlungsverfahrens bei einer Prostatavergrößerung gemeinsam von Patient und Arzt getroffen werden.

Hilfe bei häufigem und nächtlichem Harndrang

Behandlungsmethode richtet sich nach den Krankheitszeichen

Die gutartige Vergrößerung der Prostata ist eine sehr komplexe Erkrankung mit einer außerordentlich großen Spannweite der Symptome. Es besteht die Möglichkeit, kontrolliert zu beobachten, medikamentös zu therapieren oder operativ zu behandeln.

Wenn der Patient nur leichte oder mäßigen Beschwerden beim Wasserlassen hat und keine Komplikationen vorliegen, kann die Prostatavergrößerung zunächst ohne Medikamente beobachtet werden. Diese Therapie wird auch kontrolliertes Zuwarten genannt.

Der Patient sollte dabei seine Lebensweise ändern. So können der Verzicht von Alkohol, die Kontrolle der Trinkmenge besonders am Abend und verschiedene Übungen zum Training der Blase und des Beckenbodens die Beschwerden bessern.  Das kontrollierte Zuwarten sollte jedoch immer von einem Arzt beobachtet werden, damit bei Verschlechterung der Symptome eine Behandlung mit Medikamenten erfolgen kann.

Eine Behandlung mit Medikamenten ist angebracht bei Restharnwerten von über 100 Milliliter oder wenn eine Operation der Prostata wegen der individuellen Krankheitssituation nicht durchgeführt werden kann.

Dabei werden im Wesentlichen drei Gruppen von Präparaten eingesetzt:

  1. Phytotherapeutika (Pflanzenextrakte): In Deutschland sind Extrakte aus der Sägezahn-Palmenfrucht, aus Brennnesselsamen, Kürbiskernen, Roggenpollen sowie das beta-Sitosterin (Phytosterol) zur Behandlung der Prostatavergrößerung verfügbar. Diese wirken vor allem auf die Reizsymptome wie den häufigen Harndrang oder das schmerzhafte Wasserlassen. Nachgewiesen ist ein Effekt nur für beta-Sitosterin. Da die Prostatavergrößerung einen chronischen Charakter hat, sollten Medikamente mit Phytosterol oder einem anderen pflanzlichen Wirkstoff dauerhaft eingenommen werden. Zu beachten ist außerdem, dass sie – wie viele andere pflanzliche Mittel auch – ihre Wirksamkeit langsam (über mehrere Wochen) entfalten und die Einnahme täglich erfolgen muss.

  2. Alpha-Rezeptorenblocker: Beispiele für solche Wirkstoffe sind Doxazosin oder Terazosin. Sie verbessern ebenfalls die Symptome. Ob sie auch die Harnabflussstörung günstig beeinflussen, ist noch nicht geklärt.

  3. 5-Alpha-Reduktase-Hemmer: Der Wirkstoff Finasterid hemmt die 5-Alpha-Reduktase, die in der Prostata die Umsetzung des männlichen Hormons Testosteron in eine stärker wirksame Form, das DHT vermittelt. Unter der Behandlung mit Finasterid sinkt der DHT-Spiegel und die vergrößerte Prostata wird wieder kleiner.

Wann man sich bei BPH zu einer Operation entschließen sollte

Eine Operation ist bei folgenden Beschwerden sinnvoll:

  • dauerhafte Beschwerden und Restharnmengen von über 100 Milliliter trotz medikamentöser Therapie
  • wiederkehrender Harnverhalt
  • wiederkehrende Harnwegsinfekte
  • wiederkehrende sichtbare Blutbeimengungen zum Urin
  • Ausbildung von Blasensteinen
  • Einschränkung der Nierenfunktion

Zur operativen Behandlung gibt es eine Reihe von Verfahren, von denen bislang die transurethrale Elektroresektion der Prostata (TUR-P) als Standardverfahren gilt. Dabei wird über ein in die Harnröhre eingeführtes Endoskop Prostatagewebe entfernt. Eine sehr große Prostata kann manchmal auch eine offene Operation notwendig machen. 

Prostatavergrößerung vorbeugen: Das tut der Vorsteherdrüse gut

Die gutartige Prostatavergrößerung ist eine Alterserkrankung. Vorbeugen kann man nur bedingt. Durch eine angepasste Lebensweise lassen sich jedoch die Beschwerden beim Wasserlassen hinauszögern oder lindern.

So sollte langes Sitzen vermieden oder durch gelegentliches Aufstehen und Herumlaufen unterbrochen werden. Desweiteren sollte der Harndrang nicht unterdrückt werden, um ein Überfüllen und Überdehnen der Blase zu verhindern. Regelmäßige sportliche Betätigung auch im Alter sorgt für straffe Muskeln im Beckenbereich. Mit einem speziellen Training der Blase und des Beckenbodens kann die Funktion des Harntraktes unterstützt werden. Auch ein erfülltes Sexleben soll positive Auswirkungen auf die Prostata haben.

Empfehlenswert ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie wenig Fett: Bei der Fettauswahl sollten pflanzliche Öle (zum Beispiel Olivenöl, Rapsöl) mit einem hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren bevorzugt werden.

Möglicherweise können pflanzliche Lebensmittel, die reichlich Phytoöstrogene enthalten, einer Prostatavergrößerung entgegenwirken. Dazu gehören Hülsenfrüchte (etwa Linsen, Bohnen), Sojaprodukte, Haferflocken, Weizenkleie, Kürbis, Sesamkörner sowie schwarzer Tee und Wein (in Maßen!). Anlass für diese Empfehlungen gibt die Tatsache, dass in süd-europäischen und asiatischen Ländern vergleichbar wenig Prostataerkrankungen auftreten und dort eine solche Ernährungsweise üblich ist.

Durch Vorsorgeuntersuchungen können zudem Veränderungen an der Vorsteherdrüse erkannt werden. Gemäß den gesetzlichen Empfehlungen sollte sich jeder Mann ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich beim Facharzt für Urologie vorstellen. Im Rahmen der Krebsvorsorgeuntersuchung der Prostata wird auch die Blasenentleerung kontrolliert und die Prostata abgetastet. Wenn diese vergrößert ist, kann sofort eine entsprechende Diagnostik und Therapie eingeleitet werden.

Außerdem kann nur der Arzt feststellen, ob eine Prostatavergrößerung gutartig oder bösartig ist. Das Prostatakarzinom lässt sich nur in Frühstadien heilen. Das tückische am Prostatakrebs ist, dass er sich meist in denjenigen Drüsenanteilen entwickelt, die der Harnröhre fern sind. Daher bereitet er üblicherweise erst sehr spät Beschwerden, ähnlich denen einer gutartigen Form der Erkrankung.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 25. März 2016
Durch: Eva Schiwarth
Quellen: Patienteninformation Prostata-Vergrößerung der Deutschen Gesellschaft für Urologie http://www.dgu.de/prostatavergoesserung.html, Stand 01/2011, zuletzt abgerufen 12.11.13; Patienteninformation Uniklinikum Heidelberg http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Gutartige-Prostatavergroesserung.105202.0.html - zuletzt abgerufen 12.11.2013;

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