Symptome und Test

Candida albicans: Scheidenpilz-Erreger Nummer eins

Bei einer vaginalen Hefepilzinfektion vermehrt sich der Pilz Candida albicans im feucht-warmen Milieu der Scheide und verursacht Symptome wie Brennen, Jucken und übermäßigen Ausfluss.

candida albicans
Die Hefepilz-Art Candida albicans stellt den häufigsten Erreger von Scheidenpilz dar.
© iStock.com/toeytoey2530

Warum sich der Hefepilz Candida albicans gerne beim Menschen niederlässt, ist einfach erklärt: Die menschliche Körpertemperatur von 37 Grad in Kombination mit der Feuchtigkeit von Schleimhäuten stellt das ideale Klima für die Hefekeime dar. In geringen Mengen befinden sich Candida-Pilze auch bei gesunden Menschen im Mund-Rachen-Raum, im Darm oder in der Scheide.

Vermehren sich diese im vaginalen Bereich übermäßig, kommt es zum Scheidenpilz. Dieser kann im Labor mit einem Test leicht nachgewiesen werden, denn der Pilz bildet weiße, glänzende Kolonien, denen er auch seinen Namen zu verdanken hat (lateinisch candidus = glänzend weiß, lat. albicare = weiß sein).

Wie kommt es zum Scheidenpilz?

Es befinden sich also auch in einer gesunden Vagina Hefepilze (und andere Keime), jedoch in geringen und ausgeglichenen Mengen, die das Scheidenmilieu aufrecht erhalten. Zu einem Scheidenpilz kommt es erst dann, wenn sich Candida albicans unnatürlich stark vermehrt und somit Kolonien ausbildet, die auch mit freiem Auge sichtbar sind und als weißlich-klumpiger, teilweise übelriechender Ausfluss zum Vorschein kommen. Weitere Symptome einer Vaginalmykose sind Jucken und Brennen im Intimbereich – auch die Schamlippen können vom Pilz befallen sein.

Risikofaktoren für eine Candida-Infektion

Das sehr sensible Scheidenmilieu wird durch vielerlei Faktoren beeinflusst. So können Stress, starke (psychische) Belastung und ein unregelmäßiger Tagesrhythmus die Vermehrung von Pilzen fördern. Häufig ist ein geschwächtes Immunsystem oder die Einnahme von Antibiotika Grund für eine Infektion. Es empfiehlt sich, im Fall der Verschreibung von Antibiotika gleichzeitig ein Medikament zur Aufrechterhaltung der Scheidenflora zu verwenden, um einer Infektion vorzubeugen.

Die Scheide kann auch von außen einen Pilz einfangen. Vor allem in Schwimm- und Hallenbädern tummeln sich die Hefen, die das Feucht-Warme lieben. Ist die Scheide gereizt oder durch zu häufiges Wechseln von Tampons ausgetrocknet, ist sie anfällig für eine Infektion und Candida albicans hat leichtes Spiel. Ebenso kann der Wechsel von analem zu vaginalem Geschlechtsverkehr ein Auslöser der Mykose sein, denn auch im Darm befinden sich Hefepilze, die so übertragen werden.

Scheidenpilz – was tun zur Behandlung?

Ist die Pilzinfektion bereits vorhanden, sollte diese unbedingt bekämpft werden, am besten mithilfe einer Doppeltherapie: das heißt Vaginaltabletten zum Einführen in die Scheide, die das Milieu wieder herstellen, und eine Pilzcreme zur Behandlung der Schamlippen, des Scheideneingangs und eventuell des Partners, um den Kreislauf der gegenseitigen Ansteckung zu durchbrechen.

Die Betroffenen sollten unbedingt beachten, in dieser Zeit und auch noch zwei Wochen nach der Behandlung Unterwäsche, Handtücher und Waschlappen täglich zu wechseln und mindestens bei 60 Grad Celsius zu waschen, um eine erneute Übertragung zu vermeiden.

Infektion mit Candica albicans: Vorbeugen ist besser als Nachsorgen!

Um einen (erneuten) Befall mit Candida-Hefen zu vermeiden, gibt es einige Tipps und Tricks. All diese Hinweise helfen der Scheide, ihr Milieu gesund zu erhalten und erschweren es dem Hefepilz Candida albicans, sich zu vermehren:

  • Umstieg auf Baumwoll-Unterwäsche; diese sorgt für eine bessere Feuchtigkeitszirkulation

  • normale Slips anstelle von String-Tangas, zumindest im Alltag

  • nach dem Baden stets einen trockenen Bikini/Badeanzug anziehen (das freut auch die Blase!)

  • richtige Intimhygiene: Am besten mit sanften Intimwaschlotionen oder nur mit Wasser reinigen, jedoch nicht mit Intimdeos oder Vagnialspülungen arbeiten, denn diese reizen die Schleimhaut und machen sie somit wieder anfällig für Pilze.

  • Wenn die Periode schwach ist, sind Tampons häufig kaum gefüllt. Sie entziehen somit der Scheide Feuchtigkeit und machen sie dadurch empfindlich. Bei sehr leichten Blutungen empfiehlt es sich, auf Binde oder Slipeinlage umzusteigen.

Tipps gegen Scheidenpilz: So bleibt die Intimzone gesund

Mythen rund um Scheidenpilz: Anti-Pilz-Diät, Joghurt-Tampons und Co.

Es wird vielfach empfohlen, vor allem bei wiederkehrenden Pilzinfektionen durch Candida albicans auf eine zuckerreduzierte Diät umzustellen. Jedoch wird durch diese Ernährung lediglich die Zahl Hefepilze im Darm verringert, was eine Übertragung zur Scheide erschwert. Dennoch ist diese Diät mit dem Verzicht auf Süßes für die meisten Betroffenen mehr mühsam als hilfreich.

Tampons mit Naturjoghurt kursieren ebenso als Hausmittel gegen die unerwünschten Pilze. Jedoch sind die im Joghurt enthaltenen Kulturen andere als in der natürlichen Scheidenflora. Der kühle Tampon lindert zwar kurzzeitig den Juckreiz und die Beschwerden, kann aber langfristig die Scheidenflora nicht stabilisieren. Außerdem besteht die Gefahr, dass durch den Tampon erneut Feuchtigkeit entzogen wird, die nötig ist, um die Scheide zu regenerieren.

Knoblauch einführen: Auch von diesem Hausmittel ist dringend abzuraten, denn Knoblauch kann die empfindliche Schleimhaut unnötig reizen und somit die Infektion verschlimmern.

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