Spinnen, Schlangen, Höhe

Die häufigsten Phobien der Dschungelstars

Alle Jahre wieder sehen Millionen Deutsche mit Wonne zu, wie sich die Bewohner des RTL-Dschungelcamps ihren Ängsten stellen. Genau das macht den Reiz der Reality-Show aus. Dabei leiden die Promi-Camper an eben jenen Phobien, die auch Otto Normal und Lieschen Müller zu schaffen machen.

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Wer an krankhafter Spinnenphobie leidet, ist mit einer Teilnahme am RTL-Dschungelcamp schlecht beraten.
© iStock.com/User63774ca5_63

2014er-Dschungelcamper Mola Adebisi hatte Angst vor Höhe – oder "Fall-Angst", wie er es nennt. Larissa fürchtete sich nach einem einschneidenden Erlebnis mit ihrer Oma, dem "Hausburschen Engelbert" und einer nach eigenen Angaben mindestens kopfgroßen Tarantel vor allem vor Spinnen. Aber auch vor Käfern, Fröschen, davor, sich übergeben zu müssen und vor so ziemlich allem anderen, was im RTL-Dschungelcamp auf sie warten sollte.

Das österreichische Model hatte in der achten Staffel von "Ich bin ein Star – holt mich hier raus" (Ibes) besonders oft Gelegenheit, sich und seine zahlreichen Ängste dem Publikum zu präsentieren – musste Larissa doch stolze acht Mal in Folge zur Dschungelprüfung ran. Rekord! Wenn auch dicht gefolgt von Helena Fürst aus der Jubiläumsstaffel Nummer zehn.

Dabei stehen die polarisierenden Promi-Camperinnen und -Camper mit ihren Phobien nicht alleine da – sie sind einfach nur ein buntes Potpourri der Ängste, die auch bei der belustigten Bevölkerung vor dem Fernseher weit verbreitet sind.

Wir stellen die häufigsten Phobien der fast berühmten Camper der vergangenen Jahre vor – und verraten, was dahintersteckt und helfen kann:

Höhenangst (Akrophobie)

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Menschen mit Höhenangst schätzen die Gefahr, die vom Abgrund ausgeht, als irrational hoch ein.
© iStock.com/Pere_Rubi

Ob beim Fallschirmsprung ins Dschungelcamp, in einem rostigen Flugzeug oder über dem Abgrund balancierend: Viele Dschungelprüfungen sind dafür designt, die Höhenangst der Stars zutage zu fördern. Der ehemalige Viva-Moderator Mola Adebisi etwa stellte sich beim Tandemsprung aus einem kleinen Flugzeug quer und schaffte es nur mit dauerndem Quasseln zur Selbstberuhigung, bei der Dschungelprüfung in schwindelerregender Höhe über Planken zu balancieren.

Damit ist der Anwärter auf die Dschungelkrone anderen von Akro- beziehungsweise Altophobie Betroffenen aber weit voraus, denn die Höhenangst kann schon ab einer Distanz von wenigen Metern bis zum Boden anfangen. Die Phobie ist dabei angeboren, kann aber auch durch ein einschneidendes Erlebnis ausgelöst werden. Gegen Höhenangst helfen Medikamente sowie Hypnose und Entspannungstechniken. Sich langsam an die Höhe anzunähern und dabei zu lernen, die Gefahr realistisch einzuschätzen, hilft ebenfalls gegen die Symptome der Akrophobie.

Oft fürchten sich Menschen mit Höhenangst zugleich vor dem Fliegen. An Flugangst oder Aviophobie dürften die Camper aber zumindest nicht leiden – haben sie doch vor der Ankunft im australischen Dschungel schon einen etwa 20-stündigen Flug hinter sich gebracht.

Platzangst (Klaustrophobie)

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Ein Albtraum für Klaustrophobiker: Umschlossen vom Sand gibt es kein Entrinnen.
© iStock.com/Studio-Annika

In engen Särgen, Röhren oder Höhlen eingesperrt mit Kakerlaken und Spinnen: Das ist nicht nur für Menschen der Horror, die Angst vor den Krabbeltieren haben, sondern auch für Klaustrophobiker wie Giulia Siegel im Dschungelcamp 2009.

Menschen mit dieser Angststörung fürchten enge Räume oder aber das Gefühl des Eingesperrtseins unabhängig von der Größe. Symptome sind Hyperventilation und Schweißausbrüche. Gegen heftige Platzangst kann eine Verhaltenstherapie helfen, gegen Panikattacken werden Antidepressiva verschrieben.

Was die Platzangst angeht, schlug sich die Dschungelprüfungsqueen Larissa jedoch überraschend gut, als sie in einer überdimensionalen, gefüllten Sanduhr fünf Minuten souverän ausharrte.

Angst vor dem Erbrechen (Emetophobie)

Weniger Erfolg hatte Camperin und Model Larissa tags zuvor in der Prüfung, die sie zusammen mit Bachelor-Kandidatin Melanie durchstehen musste. Dabei wurden ihnen "Spitzenweine" kredenzt, die zum Beispiel aus püriertem Schweine-Anus oder der sogenannten Kotzfrucht bestanden. Larissa weigerte sich bei fast allen Gängen mit der Begründung, sie müsse sich ohnehin übergeben und wolle sich im Dschungelcamp "einen Rest von Würde" bewahren.

Damit leidet sie im klassischen Sinn aber nicht an einer Emetophobie, also der krankhaften Furcht, sich übergeben zu müssen. Sie nimmt ihren Anfang meist in der Kindheit und geht so weit, dass Betroffene zum Beispiel schwangere Frauen meiden, da diese in ihrer Gegenwart erbrechen könnten. Manche Emetophobiker nehmen außerdem dramatisch ab, weil sie aus Angst vor verdorbenen Lebensmitteln das Essen einschränken.

Spinnenangst (Arachnophobie)

Spinne, die aus Baum krabbelt
Brazilian Salmon Pink Bird Eating Tarantula Spider (Lasiodora parahybana) Coming out of Bird Nest
© iStock.com/Mark Kostich

Mit schlimmer Angst vor Spinnen schlägt sich nicht nur Larissa herum. Joey Heindle wurde sogar Dschungelkönig, nachdem er seine Phobie vor den Achtbeinern besiegt hatte.

Die Entstehung einer Arachnophobie bleibt Forschern weitgehend ein Rätsel. Sie beginnt frühestens im Alter von etwa sieben Jahren, betroffen sind meist Frauen. Arachnophobiker leiden an irrational großer Angst vor Spinnen und schätzen ihre Bisse als wahrscheinlicher und gefährlicher ein, als sie tatsächlich sind. Eine neue Studie zeigte, dass sie die Tiere außerdem eher und größer wahrnehmen.

Womöglich liegt die verbreitete Angst vor den achtbeinigen Tieren in ihrer außergewöhnlichen Fortbewegung begründet und darin, dass sie dadurch urplötzlich und wie aus dem Nichts auf dem Kopf eines Menschen landen können. Eine weitere Theorie besagt, dass die Spinnenphobie ein genetisches Überbleibsel der Angst vor Skorpionen ist – den weit gefährlicheren Cousins der Spinnen, die zur gleichen Tierklasse gehören.

Konfrontationstherapie: Kuscheln mit dem Angstauslöser

Behandelt wird die Spinnenangst mit einer Verhaltenstherapie, zu der unbedingt die Konfrontation mit der Furcht und damit den Tieren gehört, die die Panikattacken auslösen. Die Schocktherapie im Dschungelcamp kann jedoch den gegenteiligen Effekt haben – denn wer vor dem gefürchteten Objekt flüchtet, verstärkt die Phobie mitunter noch.

Sehr souverän begegnete den Angstauslösern in seiner ersten Prüfung Schlagerbarde Michael Wendler, als er ein ziemlich großes Exemplar einer Wasserspinne eine halbe Minute im Mund behielt. Hinterher erfreute er sich sogar noch an dem Gefühl, das der "sanfte, liebe" Achtbeiner bei dem Tänzchen auf seiner Zunge hinterließ.

Angst vor Schlangen (Herpetophobie)

Giftige Tiere und Insekten
Snake
© iStock.com/BananaStock

Eine ähnliche Dynamik wie die Spinnenphobie entwickeln andere Ängste vor Tieren - zum Beispiel vor Hunden, Vögeln – oder aber vor Schlangen und anderen Reptilien, die sich im Dschungelcamp tummeln.

Letztere Furcht heißt fachsprachlich Herpetophobie und betrifft zum Beispiel wiederum Larissa, aber auch Marco und Gabby, die nachts vor dem Schwanz einer Echse Reißaus nahm. Ängste vor Spinnen oder Schlangen übernehmen Betroffene häufig über die Erziehung von den Eltern. Die Behandlung besteht wiederum in der Konfrontation mit dem gefürchteten Lebewesen.

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