Schwangerschaft

HCG: Was das Schwangerschaftshormon bewirkt

Schwanger oder nicht? Der Botenstoff HCG kann diese Frage beantworten. Er wird während einer Schwangerschaft gebildet.

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HCG ist ein Botenstoff, dessen Konzentration in der frühen Schwangerschaft stark ansteigt.
Getty Images/Hemera

HCG ist die Abkürzung für den medizinischen Fachausdruck humanes Choriongonadotropin. Es spieHt in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle und ist auch nur bei Schwangeren nachweisbar, weshalb es umgangssprachlich auch als Schwangerschaftshormon bezeichnet wird.

Produziert wird das HCG von der Plazenta, auch Mutterkuchen genannt. Die Plazenta entwickelt sich zu Beginn einer Schwangerschaft und tauscht zwischen Kind und Mutter wichtige Nährstoffe und Stoffwechselprodukte aus. Von der Plazenta aus gelangt das dort produzierte Hormon über die Nieren in den Blutkreislauf zum Gehirn und zu den Eierstöcken.

Das Hormon transportiert dabei eine ganz wichtige Botschaft: Es teilt dem Gehirn und den Eierstöcken mit, dass eine Schwangerschaft besteht. Das bewirkt, dass während der Schwangerschaft kein Eisprung mehr erfolgt und die Regelblutung ausbleibt. Außerdem sorgt HCG für den Erhalt und weiteren Ausbau der Gebärmutterschleimhaut.

HCG-Konzentration steigt in der Frühschwangerschaft stark an

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HCG lässt sich im Urin und im Blut nachweisen. In frühem Stadium der Schwangerschaft steigt der HCG-Spiegel stark und kontinuierlich an. In dieser Phase erreicht er im Durchschnitt einen Wert von 100.000 IE pro Liter (IE = Abkürzung für internationale Einheiten). In der Regel verdoppelt er sich dabei alle zwei bis drei Tage. Dieser starke Anstieg ist eine Hauptursache für die typische Morgenübelkeit in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft.

Zwischen der achten und elften Schwangerschaftswoche erreicht die HCG-Konzentration seinen Höchstwert. Danach fällt sie stetig ab. Das HCG ist aber weiterhin nachweisbar. Erst 36 Stunden nach der Geburt lässt sich kein HCG mehr im Blut oder Urin finden.

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HCG-Werte dienen der Schwangerschaftskontolle

Der HCG-Werte bestimmen Ärzte nicht nur, um eine Schwangerschaft festzustellen. Sie dienen auch dazu, den Verlauf einer Schwangerschaft zu beobachten und mögliche Komplikationen auszuschließen. Beispielsweise kann ein HCG-Spiegel, der in der Frühschwangerschaft sehr langsam ansteigt oder sogar wieder abfällt, auf eine Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft hinweisen. Außerdem kann eine drohende Fehlgeburt der Grund für einen solchen Verlauf sein. Nach einer Fehlgeburt lässt sich das HCG noch durchschnittlich 19 Tage im Blut nachweisen. Erfolgt ein Schwangerschaftsabbruch , fällt der HCG-Spiegel durchschnittlich nach 30 Tagen unter die Nachweisgrenze ab.

Umgekehrt kann der HCG-Spiegel auch sehr stark ansteigen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sich im Mutterleib nicht nur ein neues Kind entwickelt, sondern zwei oder mehr Embryonen heranwachsen (sog. Mehrlingsschwangerschaft). In schwerwiegenden Fällen kann auch eine Plazentawucherung der Grund für den starken HCG-Anstieg sein. Auslöser für eine Plazentawucherung ist zum Beispiel eine Blasenmole oder  ein Chorinkarzinom. Da der HCG-Spiegel von Frau zu Frau sehr unterschiedlich ist, gibt es allerdings keine einheiltichen Richtwerte.

Fragliche HCG-Diät

Das Schwangerschaftshormon wird auch im Rahmen einer Diät eingesetzt. Dabei wird das HCG besonders an die Körperstellen injiziert, an denen man besonders abnehmen will, kombiniert mit einer radikalen Drosselung der Kalorienzufuhr (erlaubt sind nur noch um die 500 kcal pro Tag) soll so eine drastische Gewichtsabnahme erreicht werden. Ärzte sehen die HCG-Diät sehr kritisch, weil nicht klar ist, was die künstliche Zufuhr des Hormons an Spätfolgen nach sich zieht.

Tipp: Mehr über den HCG-Wert und die Aufgaben des Hormons lesen Sie auf unserem Partnerportal 9monate.de!
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