Europäische Glücksstudie

Die sieben Säulen des Glücks

Deutsche sind laut Umfrage mittelglücklich

Im internationalen Vergleich siedeln sich die Deutschen im Mittelfeld der Glücksskala an. Welche Faktoren das persönliche Glück bestimmen, lesen Sie hier.

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Geld macht glücklich? Nun, ein bisschen vielleicht.
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Heinz-Herbert Noll und Stefan Weick vom Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (Gesis) haben das subjektive Wohlergehen der Deutschen bemessen. Ihre Schlussfolgerung: Deutschland besetzt auf der internationalen Glücksskala eine mittlere Position. Dänemark steht, noch vor den anderen skandinavischen Ländern und der Schweiz, an der Spitze. Lediglich Frankreich und Portugal liegen aus der Gruppe der westeuropäischen EU-Länder unter dem Durchschnitt der Erhebung.

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Die postsozialistischen Länder fallen durch eine besonders geringe allgemeine Lebenszufriedenheit auf – weil sie ärmer sind. Noll und Weick konnten belegen, dass das subjektive Wohlbefinden, zumindest in Europa, in einem deutlichen Zusammenhang zur materiellen Situation steht.

Westdeutsche klagen über stressige Familie, Ostdeutsche über mangelnden Respekt

Ihre „vertiefende Differenzierung des Glückszustands“ der Menschen im Westen und im Osten der Bundesrepublik brachte folgende Ergebnisse: Ostdeutsche schätzen sich auf der Skala des persönlichen Wohlergehens schlechter ein als Westdeutsche, sie liegen knapp unter dem europäischen Durchschnitt



Bei den Westdeutschen sind insbesondere die psychischen Ressourcen, sprich Selbstwertgefühl, Optimismus und Belastbarkeit, überdurchschnittlich stark ausgeprägt. Dafür stehen sie nach eigenen Angaben unter starkem „Stress durch die Familie“. Die Ostdeutschen indes finden vor allem ihre allgemeine Lebenswirklichkeit wenig zufriedenstellend. Ähnlich wie die Westdeutschen sehen sie ihre sozialen Beziehungen als unterdurchschnittlich gut an. Allerdings empfinden die Ostdeutschen nicht so sehr ihre Familiensituation als belastend. Ihnen fehlt es vor allem, fair und respektvoll behandelt zu werden.

Bemessen haben die beiden Forscher das subjektive Glücksempfinden nach persönlichen und sozialen Kriterien. Die fünf persönlichen Glücksbringer sind:

1. Das emotionale Wohlbefinden: Viele positive und nur wenig negative Gefühle bestimmen unsere Gefühlswelt.

2. Ein zufriedenstellendes Leben: Wenn wir an unser Leben denken, empfinden wir es als gelungen und zufriedenstellend.

3. Vitalität: Wir fühlen uns voller Energie und Tatendrang, sind ausgeschlafen, gesund und körperlich aktiv.

4. Ein positives Selbstwertgefühl, Optimismus und Belastbarkeit stehen uns als psychische Ressourcen zur Verfügung.

5. Positive Funktion: Wir sind in der Lage, unsere individuellen Potentiale zu realisieren, wir können also in gewisser Weise autonom, kompetent und engagiert handeln. Wir leben in dem Gefühl, dass das, was wir tun, wertvoll, erstrebenswert und von anderen wertgeschätzt ist. 

Beziehungen können glücklich machen – oder zutiefst unzufrieden

6. Neben persönlichen Aspekten bildet das soziale Wohlbefinden die zweite Hauptkomponente für unseren persönlichen Glückscocktail. Dieses hängt davon ab, wie wir die Beziehungen zu unseren Mitmenschen wahrnehmen. Wichtig sind hier unterstützende Beziehungen sowie der Grad und die Qualität der Interaktionen mit Familie, Freunden und anderen Mitmenschen.

7. Außerdem entscheidend für das persönliche Glücksgefühl ist der vertrauensvolle Glaube daran, von anderen gerecht und mit Respekt behandelt zu werden.

Zutaten fürs Lebensglück

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Letzte Aktualisierung: 21. März 2013
Quellen: Gesis-Mitteilung: http://www.idw-online.de/de/news524605

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