Fruchtbarkeit und Zeugung

Spermiogramm

Spermauntersuchung

Blieb der Wunsch nach einem Kind bisher unerfüllt, bietet die Medizin verschiedene Möglichkeiten, der Ursache für die Kinderlosigkeit auf den Grund zu gehen. Eine davon ist beim Mann das Spermiogramm. Hierbei führen Mediziner eine Spermauntersuchung durch und bestimmen im Labor die Qualität der Samenzellen. Das Ergebnis des Spermiogramms dient dazu, die Zeugungsfähigkeit des Manns zu beurteilen.

Kleine Familie liegt unter Bettdecke
Mit Hilfe des Spermiogramms lässt sich die Fruchtbarkeit des Mannes feststellen
©iStock.com/peopleImages

Beim Spermiogramm rät der Arzt dem Mann zunächst, sich vor der Untersuchung mehrere Tage sexuell zu enthalten. Der Zeitraum der Sexabstinenz sollte dabei zwischen zwei und zehn Tagen liegen, weil die Qualität der Spermien in dieser Phase am besten ist.

Ein medizinischer Eingriff ist beim Spermiogramm nicht nötig, sondern der Mann liefert das Sperma durch Selbstbefriedigung. Die Spermaprobe sollte dabei innerhalb kürzester Zeit – am besten sofort – untersucht und ausgewertet werden. Aus diesem Grund ist es ratsam, die Probe direkt am Laborort zu gewinnen und abzugeben.

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Lifeline/Wochit

Labormediziner überprüfen das Sperma anhand bestimmter Richtlinien

Die Labormediziner beurteilen die Zeugungskraft der Samenzellen anhand eines vorgegeben Standards. Sie orientieren sich dabei an Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Beurteilt werden zum Beispiel Geruch, Aussehen und Farbe der Spermien. Darüber hinaus zählen Anzahl sowie Form und Beweglichkeit der Samenzellen zu zentralen Kriterien eines Spermiogramms. Die Bewertung der einzelnen Eigenschaften richtet sich nach bestimmten Normwerten, die als „gesunde“ Werte eines fruchtbaren Mannes zu verstehen sind.

Grundsätzlich dient ein Spermiogramm dazu, die Qualität der Samenzellen zu beurteilen. Der Befund gibt dem Arzt einen Hinweis auf die Fruchtbarkeit der Spermien. Diese ist zum Beispiel dann eingeschränkt, wenn die Labormediziner zu folgenden Ergebnissen kommen:

  • Die Samenzellen bewegen sich nur eingeschränkt (sog. Asthenozoospermie)
  • In der Spermaprobe können keine Samenzellen nachgewiesen werden (sog. Azoospermie)
  • Die Zahl der Spermien ist vermindert (sog. Oligozoospermie)
  • Der Anteil der normal geformten Zellen ist kleiner als 50 Prozent (sog. Teratozoospermie)

Neben der Fruchtbarkeit liefert ein Spermiogramm auch Hinweise auf eventuelle Infektionen der Samenwege. Liegt eine solche Infektion vor, finden sich in der Samenflüssigkeit Entzündungszellen. Weitere Untersuchungen erfüllen den Zweck, die Krankheitserreger genau zu bestimmen und gezielte Behandlungen mit Medikamenten einzuleiten.

Spermauntersuchung dient als erstes diagnostisches Mittel

Zeigt das Spermiogramm eine verminderte Samenqualität, leitet der Arzt zunächst eine zweite oder sogar dritte Spermauntersuchung ein. Denn ein Spermiogramm gibt immer nur Auskunft über den momentanen Zustand der Spermien. Erst durch weitere Spermauntersuchungen kann der Mediziner einen sicheren Befund treffen. Alternative Untersuchungen der Spermienqualität gibt es im Übrigen für den Mann nicht.

Anschließend forscht er nach den Ursachen für die eingeschränkte Güte der Spermien. Die weitere Behandlung richtet er anhand der Befunde aus. Findet er zum Beispiel Krampfadern an den Hoden (sog. Varikozele), entfernt er diese operativ. Sind Entzündungen der Samenwege für die mangelnde Zeugungskraft der Samenzellen verantwortlich, behandelt er die Infektion mit Medikamenten. 

Allerdings lässt sich nicht bei jedem Betroffenen eine Ursache für die mangelnde Fruchtbarkeit der Spermien feststellen. Das bedeutet aber nicht in jedem Fall, dass ein bestehender Kinderwunsch unerfüllt bleiben muss. Für Betroffene empfiehlt es sich daher, im Gespräch mit dem Arzt über bestehende Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin zu sprechen.

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