Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Immunsuppressive Therapie mit Azathioprin

Bei sehr schweren Verläufen eines Morbus Crohn oder einer Colitis ulcerosa kann ergänzend oder anstelle der Kortison-Therapie eine immunsuppressive Therapie mit Azathioprin erfolgen.

Einnahme Medikamente mit Wasser
Immunsuppressive Therapie bei schweren Verläufen
© iStock.com/FotoDuets

Zur Erhaltung des symptomfreien Zustands nach akutem Schub (Remissions-erhaltende Therapie) können auch Medikamente aus der Klasse der Purinanaloga, Azathioprin oder 6-Mercaptopurin, zum Einsatz kommen. Sie haben eine wachstumshemmende (zytostatische) Wirkung auf Zellen und reduzieren somit die Funktion und die Zahl bestimmter Abwehrzellen (T-Lymphozyten, Plasmazellen und natürlichen Killerzellen). Wegen ihrer dämpfenden Wirkung auf das Immunsystem werden Sie auch als immunsuppressive Therapie bezeichnet. Diese Medikamente erreichen ihre volle Wirkung jedoch erst zeitlich verzögert, etwa zwei bis drei Monate nach Anwendungsbeginn. Eine immunsuppressive Therapie ist dann sinnvoll, wenn eine Kortisonabhängigkeit oder -unwirksamkeit besteht oder eine Kortisontherapie aus gesundheitlichen Gründen nicht durchgeführt werden kann.

In der Mehrzahl der Fälle wird die immunsuppressive Therapie mit Azathioprin gut vertragen. Gehäuft treten grippale Symptome sowie Übelkeit und Erbrechen auf. In diesen Fällen ist ein Therapieversuch mit 6-Mercaptopurin angezeigt. Gleiches gilt, wenn unter Azathioprin-Einnahme erhöhte Leberwerte auftreten. Dies ist bei ca. drei bis sechs Prozent der Patienten der Fall.

Da bei der Colitis ulcerosa mit der operativen Entfernung des Grimmdarms (Kolektomie) zumindest eine Möglichkeit der "Heilung" besteht, sind Risiken und Nutzen einer langfristigen immunsuppressiven Therapie bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sicherlich individuell zu beurteilen.

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