Bei schwerem Befall

Medikamente bei Nagelpilz: Behandlung mit Tabletten

Bei leichtem Befall reicht eine örtliche Behandlung meistens aus, um Nagelpilz wirksam zu bekämpfen. Bei schwerwiegenden Formen der Erkrankung kommt man um Medikamente in Tablettenform nicht herum. Solche Antipilzmittel müssen vom Arzt verschrieben werden.

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Tabletten gegen Nagelpilz enthalten Wirkstoffe wie Griseofulvin,Terbinafin, Fluconazol.
Getty Images/Comstock Images

Nagelpilz ist eine Infektionskrankheit und sollte so schnell wie möglich behandelt werden, um eine weitere Ausbreitung sowie Ansteckung anderer zu vermeiden. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Strategien, den Pilz zu bekämpfen:

  • äußerliche Behandlung (medizinischer Fachausdruck: Lokaltherapie)
  • eine innerliche Behandlung mit Tabletten (systemische Therapie)

Während Mittel für die lokale Therapie wie medizinischer Nagellack, Salben oder Cremes meist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, muss eine systemische Medikamententherapie mit Antimykotika (Antipilzmittel) vom Arzt verordnet werden.

Nagelpilz richtig behandeln

Lifeline/Wochit

Nagelpilz-Medikament: Schwere des Befalls entscheidet über Behandlung

Nach ärztlichen Empfehlungen gilt: Wenn nicht mehr als drei Nägel von Nagelpilz betroffen und die jeweiligen Nagelplatten zu weniger als der Hälfte befallen sind, reicht eine äußerliche Behandlung aus. Wichtig für die Therapieentscheidung ist zudem, in welchen Abschnitten des Nagels der Pilzbefall vorliegt; denn eine Infektion vorwiegend im Bereich der Nagelränder lässt sich leichter behandeln als eine im Bereich des Nagelbetts.

In schweren Fällen helfen Antipilz-Tabletten

Zu den Antimykotika, die in Tablettenform gegen Nagelpilz wirksam sind, zählen zum Beispiel Itraconazol, Terbinafin, Bifonazol, Amorolfin und Fluconazol. Sie werden über das Blut transportiert und greifen den Pilz sozusagen von innen an. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel mehrere Monate. Welcher Medikamentenwirkstoff letztendlich ausgewählt wird, richtet sich nach den vorhandenen Pilzsporen.

Der Arzt wird für die Diagnose in der Regel vor Behandlungsbeginn ein wenig Nagelmaterial abtragen und damit eine Pilzkultur anzüchten.

Nagelpilz erkennen

Nicht selten kombinieren die Ärzte innerliche und äußerliche Behandlung. Dies hat den Vorteil, dass die Pilzerreger von zwei Seiten "in die Zange" genommen werden und dadurch schneller wieder verschwinden.

Tabletten gegen Nagelpilz: Was Sie beachten sollten

Bei einer äußerlichen Behandlung des Nagelpilzes treten nur sehr selten unerwünschte Nebenwirkungen (zum Beispiel Rötungen, Schuppungen der benachbarten Haut) auf.

Antimykotika in Tablettenform gehen dagegen häufiger mit Nebenwirkungen einher. Dazu zählen beispielsweise

  • Kopfschmerzen,
  • Magen-Darm-Beschwerden,
  • allergische Hautreaktionen.

Heutzutage sind die modernen Substanzen gegen Nagelpilz jedoch deutlich nebenwirkungsärmer. Zudem prüfen Ärzte sehr sorgfältig, ob ein Betroffener für die systemische Therapie überhaupt infrage kommt. Beispielsweise dürfen Personen mit Lebererkrankungen, Schwangere und Stillende die genannten Wirkstoffe nicht einnehmen.

Außerdem fragt der Arzt vor Therapie gegen Nagelpilz mit Tabletten nach weiteren Medikamenten, die dem Patienten unter Umständen von einem anderen Arzt verordnet wurden oder die er sich rezeptfrei in der Apotheke gekauft hat. Damit soll verhindert werden, dass es zu Wechselwirkungen zwischen diesen Medikamenten und den Tabletten gegen Nagelpilz kommt.

Nagelpilz vorbeugen? So gehts!

 

Autor:
Letzte Aktualisierung: 03. Mai 2017
Durch: sist
Quellen: Onychomykose. Leitlinie der Dt. Dermatologischen Gesellschaft und Mykologischen Gesellschaft. AWMF online, uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ Rote Liste: rote-liste.de

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