Therapie mit Lack und Tabletten

Behandlung von Nagelpilz: langwierig, aber erfolgversprechend

Es lohnt sich, frühzeitig gegen Nagelpilz aktiv zu werden. Denn bei leichtem Befall ist eine lokale Behandlung mit einem Anti-Pilz-Lack in der Regel ausreichend, um die Infektion in den Griff zu bekommen. In schweren Fällen können zusätzlich Tabletten notwendig werden. Durch eine konsequente Fußpflege und -hygiene kann die medikamentöse Therapie unterstützt und ein Wiederaufflammen der Nagelpilz-Infektion verhindert werden.

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Bei leichtem Befall ist eine lokale Behandlung meist ausreichend, um den Nagelpilz in den Griff zu bekommen. Wichtig ist aber, dass der Patient am Ball bleibt, denn die erfolgreiche Behandlung kann rund ein Jahr in Anspruch nehmen.
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Nagelpilz ist eine hartnäckige Krankheit. Sie lässt nicht nur die befallenen Regionen unschön aussehen, sondern schränkt auch Nägel, Zehen und Füße in ihrer Funktion ein. Die Infektion kann sogar schwere Folgen haben: Durch kleine Hautverletzungen können beispielsweise Bakterien in die Haut eindringen. Dort vermehren sie sich und verursachen eine behandlungsbedürftige Wundrose mit entzündeter Haut, hohem Fieber und Schüttelfrost.

Schmerzen, Juckreiz, Brennen durch Nagelpilz

So dramatisch sind die Folgen eines Nagelpilzes zwar nicht immer. Jedoch ist bei vielen Betroffenen die Lebensqualität stark beeinträchtigt. Die verdickten, rissigen Nägel verursachen Schmerzen beim Gehen, die Pilzinfektion führt zu lästigem Kribbeln, Brennen oder Taubheitsgefühlen. Zudem kann Nagelpilz, wenn er nicht behandelt wird, andere anstecken – daheim in der Familie, beim Sport, im Schwimmbad oder im Hotel.

Nagelpilz-Therapie dauert in etwa ein Jahr

Die Behandlung von Nagelpilz erfordert viel Geduld, die Heilung erfolgt nicht über Nacht. Im Gegenteil: Die erfolgreiche Nagelpilz-Therapie ist langwierig und kann bis zu ein Jahr lang dauern.

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Eine konsequente und ausreichend lange Anwendung der entsprechenden Medikamente ist für den Heilungsprozess ausschlaggebend. Bei nachlässiger Handhabung besteht die Gefahr, dass Erreger überleben und sich der Pilz wieder ausbreitet.

Lokale Behandlung bei leichtem Befall

Wird der Nagelpilz früh entdeckt und hat er sich noch nicht stark ausgebreitet, ist die Behandlung relativ unkompliziert: Eine örtliche Behandlung mit einem medizinischen Nagellack reicht dann meistens aus. Bei regelmäßiger Anwendung werden im Laufe der Zeit der ganze Nagel und auch das Nagelbett mit dem Wirkstoff gesättigt und der Pilz wirksam bekämpft.

Die lokale Nagelpilz-Therapie kommt immer dann infrage, wenn

  • maximal 40 bis 50 Prozent der Nagelplatte verpilzt sind,
  • die Nagelwurzel oder -matrix nicht vom Pilz befallen ist und
  • nicht mehr als drei Finger- beziehungsweise Zehennägel betroffen sind.

Wie funktioniert die lokale Therapie von Nagelpilz?

Für die örtliche Nagelpilz-Behandlung stehen medizinische Speziallacke zur Verfügung. Dabei wird unterschieden zwischen

  • wasserlöslichen Anti-Pilz-Lacken und
  • wasserfesten Nagellacken gegen Nagelpilz, die kosmetischen Lacken ähneln.

Während bei den meisten wasserfesten Lacken zur Nagelpilz-Behandlung die Nägel dünngefeilt werden müssen und zur Entfernung Lösungsmittel wie Nagellackentferner zum Einsatz kommen, haben wasserlösliche Anti-Pilz-Nagellacke den Vorteil, dass sie einfacher in der Anwendung sind: Ihre Lackgrundlage macht das Anfeilen der Nägel und die Verwendung von Nagellackentfernern überflüssig.

Anti-Pilz-Lack: Beratung in der Apotheke

Anti-Pilz-Lacke gibt es rezeptfrei in der Apotheke, geschulte Mitarbeiter beraten dort zur Auswahl des passenden Lackes. Bei Verdacht auf Nagelpilz sollte jedoch immer erst ein Arzt aufgesucht werden. Er kann den Pilz zweifelsfrei diagnostizieren – oder feststellen, ob eine andere Erkrankung für die Nagelveränderungen verantwortlich ist.

Wann sind Tabletten gegen Nagelpilz nötig?

Hat sich der Nagelpilz schon weiter ausgebreitet, verordnet der Arzt in der Regel zusätzlich zur lokalen Behandlung auch Tabletten, die die Pilzinfektion von innen bekämpfen. Da der Wirkstoff in die Blutbahn gelangt, kann er leichter Nebenwirkungen hervorrufen als Medikamente, die lokal angewendet werden.

Doch in bestimmten Fällen führt der Weg zu gesunden Nägeln nur über Anti-Pilz-Tabletten, die zusätzlich zum medizinischen Lack eingesetzt werden. Moderne Präparate zum Einnehmen sind weit nebenwirkungsärmer als noch vor einigen Jahren, auch lassen sie sich inzwischen sehr individuell dosieren.

Nagelpilz-Erkrankung nicht auf die leichte Schulter nehmen

Besonders wichtig sind bei schwerem Befall eine sichere Diagnosestellung durch einen erfahrenen Arzt oder Nagelpilz-Spezialisten und anschließend die richtige Wahl der Therapieform. Hierbei sollte selbstverständlich in erster Linie auf die Wirksamkeit geachtet werden. Doch auch die Akzeptanz der Medikamente und Mitarbeit durch den Patienten ist wichtig: Sie kann die Heilungschance erhöhen.

Hausmittel bei Nagelpilz? Besser nicht!

Von Hausmitteln gegen den Nagelpilz raten Mediziner ab. Mit Alkohol, Teebaumöl oder Urin lassen sich Nagelpilz-Erreger nicht wirksam bekämpfen. Im Gegenteil: Solche Experimente verursachen oft allergische Reaktionen und Reizungen, die Haut wird strapaziert, so dass die "Kur" nach kurzer Zeit wieder abgebrochen wird. Um die Pilzinfektion wirklich loszuwerden, sind spezielle, antimykotisch wirkende Mittel nötig, die bis zum vollständigen Abklingen der Nagelpilz-Infektion angewendet werden müssen.

Behandlung von Nagelpilz: Den Pilz austrocknen

Während der Behandlung mit Anti-Pilz-Lack und/oder -Tabletten sollte man zusätzlich für eine gute Belüftung von Fuß und Nägeln sorgen.

Der Pilz fühlt sich in feucht-warmem Klima am wohlsten. Ergänzend zur Behandlung sollte man deshalb dafür sorgen, dass die Füße möglichst immer trocken sind. Nach dem Baden oder Duschen werden die Füße und Zehen-Zwischenräume gut getrocknet.

Auch Barfußlaufen und offene Schuhe (Sandalen, Flip-Flops) im Sommer sind ideal, um den Nagelpilz auszutrocknen. Socken aus Naturmaterialien sollten Strümpfen aus Kunstfasern vorgezogen werden. Denn Baumwolle lässt sich bei 90 Grad waschen – für den Pilz der sichere Tod. Auch ein Waschgang bei 60 Grad reicht schon aus.

Die Schuhe sowie Strümpfe und Socken, die höhere Waschtemperaturen nicht vertragen, können mit speziellen Lösungen regelmäßig desinfiziert werden. Und zwar nicht nur während der Behandlung von Nagelpilz, sondern auch noch einige Zeit danach, denn nicht abgetötete Pilzsporen können ansonsten leicht zu einer neuen Infektion führen.

In der Wohnung dagegen sollte man während und nach der Behandlung von Nagelpilz nicht barfuß laufen, um andere Familienmitglieder nicht anzustecken. Auch in den Teppichböden von Hotelzimmern oder Ferienwohnungen können trotz gründlicher Reinigung noch Pilzsporen haften – deshalb lieber Socken tragen!

Mehr Tipps zur Fußhygiene bei Nagelpilz und wie man eine Neuinfektion verhindern kann, lesen Sie in unserer Checkliste zur Vorbeugung.

Diese Tipps sollten auch nach Abheilen des Nagelpilzes weiter beachtet werden, um das erneute Auftreten der Erkrankung zu verhindern. Das gilt vor allem für Patienten, die sich immer wieder leicht mit Pilzen infizieren oder häufig mit Pilzerregern in Kontakt kommen, wie zum Beispiel Schwimmer oder Fußballer.

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